Forderung nach Paradigmenwechsel in der Kulturpolitik

Immer häufiger sind Meldungen von Kulturinitiativen, KünstlerInnen und Theatergruppen zu vernehmen, die zumeist seit Jahren unterfinanziert sind und jetzt von nochmaligen Kürzungen oder bereits vom Ende ihrer Projekte berichten. "Die Einschnitte in der Kulturförderung haben mittlerweile ein Ausmaß angenommen, dass das kulturelle Leben in seiner Vielfalt ernstlich bedroht ist", erklärt Bernhard Amann, Vorsitzender der IG Kultur Österreich. In einem der aktuellen Fälle betrifft es einmal mehr

Zwischen Selbstausbeutung und politischer Marginalisierung

Perspektiven salzkämmerischer Jugendkulturarbeit Klaus Wallinger Was ist denn das eigentlich: Jugend und Jugendkultur. Damit haben der Staat, die politischen Parteien, die Kirchen, die Öffentlichkeit, nicht zuletzt die Wirtschaft ihre liebe Not. Es herrscht Verwirrung. Aus den Ruinen des vorigen Jahrhunderts hat sich auf dem Weg in die postmodernen Fertigteile der Beliebigkeit eine vielfältige und widersprüchliche Generation entwickelt. Konnte man in den 60er und 70er-Jahren noch von

Medienkonferenz, vier Jahre danach.

Was ist geblieben von der demokratiepolitischen Aufbauarbeit? Martin Wassermair Kommt er? Kommt er nicht? Das bange Warten auf den Kunststaatssekretär bis zur letzten Minute war geradezu signifikant für die Situation. Dennoch war der Auftakt zur Medienkonferenz an der Linzer Kunstuniversität Anfang Mai 1999 in seiner Aufbruchstimmung nicht getrübt. Peter Wittmanns verspätetes Eintreffen spiegelte schließlich die Entwicklung der Medienkultur in diesem Lande wieder, in der freie Medieninitiativen

Schwerpunkte 2003: Gesellschaftspolitik und Rückgewinnung der Öffentlichkeit

Im Vorfeld der Generalversammlung 2003 hat der Vorstand der IG Kultur Österreich vergangenes Wochenende auch die programmatischen Schwerpunkte für die kommenden Monate festgelegt. Ausgehend von dem Umstand, dass Neoliberalismus, monopolisierte Wirtschaftsmacht, die Verdrängung der Politik sowie die Entsolidarisierung in der Gesellschaft immer stärker um sich greifen, will man fortan noch mehr als bisher das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Kulturarbeit mit gesellschaftspolitischer Ausrichtung schärfen. "Es gibt

Kunstbericht 2001: Kein Grund zum Jubeln

Kürzungen drängen Kulturinitiativen an den Rand der Existenz Die Jubelmeldung von Kunststaatssekretär Franz Morak, im Kunstbericht 2001 sei eine Erhöhung der Kunstförderung ausgewiesen, kann von den österreichischen Kulturinitiativen bestenfalls als blanker Zynismus aufgefasst werden. "Wir haben in der Analyse feststellen müssen", erklärte Bernhard Amann, Vorsitzender der IG Kultur Österreich, "dass das Gesamtbudget der zuständigen Abteilung ein weiteres Mal gekürzt wurde." Alleine für die ersten beiden Amtsjahre

Fällt die Kultur dem Populismus zum Opfer?

Über die Medien hat Landeshauptmann Herwig van Staa die Tiroler Künstler und Kulturschaffenden zuletzt wissen lassen, dass im Jahr 2004 mit Kürzungen von bis zu zehn Prozent im Landeskulturbudget gerechnet werden muss. Davon besonders betroffen sind die freien Ermessensausgaben. Die IG Kultur Österreich vermutet hinter dieser Ankündigung erste Wahlkampf-Töne des ÖVP-Spitzenkandidaten. "Unter dem Vorwand der Sparsamkeit kommen wieder einmal Kunst und Kultur unter die Räder", so

Nein zu ORF-Monopol bei Volksgruppenradio!

Der Verband Freier Radios Österreich (VFRÖ) spricht sich vehement gegen die Ideen aus, dem ORF in Kärnten die Lizenz von AGORA/radio dva zuzuschieben. AGORA hat 1993 vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg den Zugang zum Radio für Minderheiten und Freie Radios in Österreich erkämpft. Sollte radio dva nicht in der Lage sein weiter seine tägliche Sendezeit zu füllen wird der VFRÖ das nichtkommerzielle Mitgliedsradio AGORA unterstützen,

Backe, backe Kuchen .... (Ein Koalitionsrezept)

Backe, backe Kuchen .... (Ein Koalitionsrezept) Sehr geehrter Herr Dr. Schüssel, sehr geehrter Herr Dr. Van der Bellen, sehr geehrte Mitglieder der Verhandlungsteams von ÖVP und Grüne! Kunst und Kultur nicht vergessen! Ein Koalitionsrezept für allerfeinsten Hochgenuss in der Kulturpolitik Frau/man nehme: 1 Künstlersozialversicherung (vorzugsweise deutscher Provenienz) 1 Urheberrechtsnovelle (in bester Qualität von den Interessensvertretungen der Betroffenen abgemischt) 1 Prise künstlerfreundliche Steuerreform (in höchster Reife aus

Kunst ist keine Dienstleistung

GATS-Deklaration der Kulturpolitischen Kommission Angesichts der geplanten weltweiten Deregulierung durch das GATS (General Agreement on Trade in Services = weltweites Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen) weist die Kulturpolitische Kommission jede Einbeziehung der Kunst in dieses Abkommen kategorisch zurück. Über Kunst als Gegenstand einer "Dienstleistung" überhaupt zu verhandeln, widerspricht der österreichischen Verfassung, in der die Freiheit der Kunst ohne politische Einschränkungen ausdrücklich garantiert wird. Genauso wenig

Karten des Antirassismus

Stefan Nowotny Was wäre ein antirassistisches Buch? Ein Buch, das jener "Zunahme rassistischer Haltungen" entgegenzuwirken versucht, über die sich die heutige Politik mitunter "besorgt" zeigt? Ein Buch, das der Scheinheiligkeit derselben Politik zu Leibe rückt, indem es die von ihr zu verantwortende Verfestigung (neo)rassistischer Diskriminierungsstrukturen anprangert? Ein Buch, das die Ideologien des Rassismus angreift, ihre Geschichte und Vorgeschichte analysiert, sich ihrem Fortwirken etwa in den gegenwärtigen

Mehrsprachiges Radio muss erhalten bleiben!

Die slowenischsprachigen und slowenisch-/deutschsprachigen Hörfunkprogramme von RADIO DVA und RADIO AGORA, ausgestrahlt auf der gemeinsamen Frequenz 105,5 MHz, zählen zweifellos zu den bedeutendsten Errungenschaften der Kärntner Medienlandschaft. Die Präsenz der Volksgruppensprache Slowenisch im öffentlichen Raum bedarf einer besonderen Förderung und eines besonderen Schutzes, da die zahlenmäßige Größe einer jeden Volksgruppe es ihr nicht erlaubt, in allen Alltagsbereichen aus eigener Kraft präsent zu sein. Die beiden Radiostationen

Fragen an den Spitzenkandidaten - Alfred Gusenbauer, 21. Oktober 2002

1) Wie sollen die Kunst- und Kulturagenden kulturpolitisch sinnvoll im Rahmen der Regierungsbildung berücksichtigt werden? Sinnvoll wäre unserer Ansicht nach die Zusammenführung der Kompetenzen für die Bereiche Kunst, Kultur und Medien in einem Ministerium. Dabei sollte es auch zu einer Neuorganisation der österreichischen Auslandskulturpolitik kommen. Die interne Struktur der Kulturverwaltung soll künftig der Tatsache Rechnung tragen, dass jenseits der klassischen Kunstsparten neue Felder im Kunst- und