Mehr Demokratie in die Bedeutungsproduktion!

Stellungnahme der IG Kultur Österreich zum Community-TV in Wien Von Martin Wassermair Der Beitrag ist zuerst erschienen in: Glocalist Review, Nr.41, 2004. Als Netzwerk und Interessenvertretung der kulturellen Szene abseits der Mainstream- und Repräsentationskultur hat sich die IG Kultur Österreich in den vergangenen Jahren vermehrt zur Medienpolitik zu Wort gemeldet. Die Gründe dafür sind naheliegend: Unter den Mitgliedern des bundesweiten Dachverbandes finden sich immer öfter auch

Protest gegen das Ende des Jugendkulturvereins ECHO

Migrantische Selfempowerment-Projekte müssen auch in Wien strukturelle Eigenständigkeit bewahren können "Es ist unfassbar: In Wien werden Millionen für kulturelle Repräsentationszwecke ausgegeben, während zeitgleich wichtigen Selfempowerment-Projekten für junge Migrantinnen und Migranten das Geld zur Gänze gestrichen wird!" Mit größtem Unverständnis reagiert die IG Kultur Österreich auf die Nachricht, dass der Jugendkulturverein ECHO ab sofort keine städtische Förderung mehr erhalten soll. "Es ist ungeheuerlich, dass dringend notwendige Plattformen

Politische Kulturarbeit: Entstehungsmotivationen und künftige Perspektiven

Politische Kulturarbeit ist ein Begriff aus den 1970er Jahren. Wenn wir uns hier die Frage stellen, welche Relevanz dieses Konzept zu Beginn des zweiten Jahrtausends haben kann, so erscheint es in einem ersten Schritt sinnvoll, die Konnotationen zu bedenken, die der Terminus zur Zeit seiner Entstehung hatte. Was lässt sich nun aus den Entstehungsbedingungen und –motivationen politischer Kulturarbeit für künftige Perspektiven schließen?

Der Blick in den Spiegel des Februar '34

Kulturpolitische Schlussfolgerungen für die politische Kultur von heute Bernhard Amann und Martin Wassermair Der folgende Text bildet das Vorwort des im Sommer 2004 erschienenen Buchs: "Wir werden ganze Arbeit leisten ..." - Der austrofaschistische Staatsstreich 1934. Neue kritische Texte, hrsg. von Stephan Neuhäuser (2004) Am 12. Februar 2004 rangen zwei beachtenswerte Gedenkanlässe um öffentliche Aufmerksamkeit. Während das offizielle Österreich des so genannten "Bürgerkriegs" vor siebzig Jahren

Frauen in Kunst und Kultur: Österreichweite Vernetzung

Am 19. Juni 2004 fand in Linz erstmals ein bundesweites Vernetzungstreffen kulturschaffender Frauen aus ganz Österreich statt. Neben inhaltlichem Austausch und Kennenlernen stand die Entwicklung gemeinsamer Forderungen im Mittelpunkt des Treffens. Organisationen werden dazu aufgerufen, diese Forderungen zu unterstützen . Gemeinsame Forderungen kulturschaffender Frauen in Österreich In der österreichischen Kunst- und Kulturszene können Frauen noch immer nicht den Platz einnehmen, der ihnen gebührt. Die Arbeit von

Kultur und GATS: Liberalisierung hat neuen Aufwind

IG Kultur Österreich fordert mehr Engagement der Bundesregierung gegenüber der neuen EU-Kommission "Mit dem WTO-Gipfel von Genf wird auch GATS neu angekurbelt. Es ist also höchste Zeit, dass die österreichische Bundesregierung schon jetzt von der neuen EU-Kommission eine Garantie zur Sicherung der Grundlagen von Kunst, Kultur und Medien fordert." Besorgt reagiert die IG Kultur Österreich auf die aktuelle Entwicklung bei der Liberalisierung von Dienstleistungen, die nach

Jour Fixe mit Waltraud Klasnic

Kulturförderung und Rahmenbedingungen für die freie Szene im Land Steiermark. Jour Fixe mit Waltraud Klasnic, Kulturreferentin und Landeshauptmann der Steiermark

Kunstbericht 2003: Einschränkung der Unabhängigkeit und Rückkehr zur Feudalpolitik

38%-Kürzung der Basisförderung bedeutet Destabilisierung der Kulturinitiativen in allen Bundesländern "Der Kunstbericht 2003 macht deutlich, dass sich Kulturinitiativen von der angeblich neuen Verteilungspolitik der schwarz-blauen Bundesregierung nichts erhoffen dürfen." Die IG Kultur Österreich hat sich aufgrund der Vorjahresentwicklungen stets mit Skepsis dazu geäußert, dass die von Kunststaatssekretär Morak angekündigte Budgeterhöhung in der Förderabteilung II/8 (Regionale Initiativen und Kulturzentren) eine Verbesserung der strukturellen Rahmenbedingungen nach sich ziehen

Der neue Feudalismus

Kunst, Kultur und Bildung im digitalen Informationszeitalter Martin Wassermair und Konrad Becker In Österreich herrscht trügerische Gelassenheit. Vorerst noch. Denn weltweit mehren sich kritische Stimmen, die eindringlich vor neuen großen Gefahrenpotentialen für die modernen Informations- und Wissensgesellschaften warnen. Manche sprechen sogar von einem "Copyright-Krieg", der Freiheit und Demokratie in ihren Grundfesten erschüttert. Was steckt dahinter? Früher bestimmten materielle Besitzverhältnisse die Strukturen der Macht. Wer über Land

Künstlersozialversicherung ist keine Erfolgsgeschichte!

Der Kulturrat Österreich nimmt zur Mitteilung von Staatssekretär Franz Morak anlässlich des Erscheinen des Kunstbericht 2003 wie folgt Stellung: Davon, dass sich "die soziale Absicherung der Künstler erheblich verbessert" hätte (so Staatssekretär Morak), kann keine Rede sein. Im Gegenteil: 2003 wurden sogar die Beiträge des Bundes zum Künstlersozialversicherungsfonds eingestellt und daher zuletzt Spielräume für spürbare Verbesserungsmaßnahmen als nicht finanzierbar abgewiesen. Morak kündigt (im übrigen bereits seit

Petition an Landeshauptmann Waltraud Klasnic

Großprojekte werden gemästet während unzählige Kulturinitiativen am Verhungern sind Unterzeichnet von 54 Initiativen und 6 freischaffenden KünstlerInnen

FP-Minister Haupt verhindert Jugendinitiative gegen Rassismus

Ignoranz der Bundesregierung ist offenkundig politisches Programm "Noch in der Vorwoche hat amnesty international die Häufung rassistischer Polizeiübergriffe in Österreich schwer beklagt. Doch die Bundesregierung verhält sich nicht nur teilnahmslos, sondern erklärt ihre Ignoranz offenkundig zum politischen Programm!". Die IG Kultur Österreich verurteilt die aktuelle Entscheidung von FP-Sozialminister Herbert Haupt, einer jugendlichen Antirassismus-Initiative trotz hochkarätiger Anerkennung in letzter Minute die Finanzierung zu verweigern. Zu den Hintergründen: