Theorie

Die Entstehung der Sozialreportage ist untrennbar mit dem rasanten Wachstum moderner Großstädte und der Herausbildung industrialisierter urbaner Zentren im 19. Jahrhundert verknüpft. Im Selbstverständnis der bürgerlichen Öffentlichkeit symbolisierte die Großstadt Zivilisation und Fortschritt schlechthin und provozierte zugleich neue literarische und journalistische Reflexionen über die spezifischen Erfahrungen urbaner Modernität.

In der Sowjetunion beschränkte sich die Fotografie zur Zeit der Industrialisierung auf eine „agitatorisch-propagandistische und erzieherisch-organisatorische Funktion“ (Sartorti 1979: 183). Die Reportagefotografie diente mehr der Propagierung eines Ideals als der kritischen Darstellung der Realität und ließ für Widersprüche des sozialen Wandels keinen Platz.

Nimmt man den Begriff „Sozialreportage“ wörtlich, so handelt es sich um eine Darstellung gesellschaftlicher Verhältnisse oder Phänomene. Etwas darzustellen kann bedeuten, es ins gesellschaftliche Bewusstsein zu holen, ist aber auch stets gekennzeichnet durch die Wahl einer bestimmten Repräsentationsform, die durch den Prozess der Darstellung selbst erst entsteht und somit zwangsläufig zu dem Gegenstand Partei ergreift.

Martin Warnke: Theorien des Internet zur Einführung
Hamburg: Junius 2011

Isabell Lorey, Roberto Nigro, Gerald Raunig (Hg.): Inventionen. Bd. I.
Zürich: diaphanes 2011

Claudia Brunner: Wissensobjekt Selbstmordattentat. Epistemische Gewalt und okzidentalistische Selbstvergewisserung in der Terrorismusforschung
Wiesbaden: VS Verlag 2011

Isabell Lorey: Figuren des Immunen. Elemente einer politischen Theorie
Zürich: Diaphanes 2011

Die Diagonale 2011 präsentierte einen Spiel- und einen Dokumentarfilm, die jeweils prekäre Lohnarbeit als vorübergehende Einnahmequelle (während des Studiums) zum Thema machten: Zwei Freundinnen beginnen neben dem Studium für einen Escort-Service zu arbeiten ("Tag und Nacht"). Eine Hand voll junger Leute aus Österreich klappert in Bayern Haushalte ab, um Spenden für eine Hilfsorganisation zu keilen – ein Ferienjob auf Provisionsbasis, aber auch, so der Titel des Films, "Ein Sommer voller Türen".

Ein Aufwind des Marxismus ist derzeit nicht nur im Kunstfeld zu bemerken, sondern auch in artverwandten akademischen Landschaften – „Re-thinking Marx“ in academia und anderswo.

Es ist keine Neuigkeit, dass DJ-Frauen, Musikproduzentinnen und Event-Veranstalterinnen in elektronischen Musikszenen unterrepräsentiert sind. Die Gründe für diese soziale Geschlechterungleichheit liegen aber nicht, wie häufig argumentiert, an einem Mangel an aktiven Frauen in diesen Szenen. Es sind u. a. die Ausschlüsse von Frauen aus den männlich dominierten Szene-Netzwerken, die zu ihrer geringen Anzahl bei Clubnächten und Musikfestivals führen.

In Metropolen wie New York und Los Angeles, aber auch in europäischen Großstädten wie London und auch Wien zieht Urban Farming das Interesse des städtischen Publikums auf sich: Neben tatsächlichen landwirtschaftlichen Betrieben wie zum Beispiel der Hackney City Farm sind dazu gemeinschaftlich betriebene Nachbarschafts- und Nutzgärten zu zählen.

Die Broschüre zu den „Lebens-, Arbeits- und Organisierungsverhältnissen an den Universitäten“, erschienen anlässlich 15 Jahre IG LektorInnen und WissensarbeiterInnen, ist ein Kooperationsprojekt, das nicht den Abschluss der theoretischen und praktischen Auseinandersetzungen mit und um Wissensarbeit darstellt, sondern den aktuellen Stand der Diskussion dokumentiert.