International

Khomeinis Antirassismus

Das Morphing ist eine beliebte politische Technik der Gegenwart. Beim Morphing werden die Konturen von Gegenständen aufgelöst, sodass sich ein Donut vor den verdutzten Augen der Zuschauer nahtlos in eine Kaffeetasse verwandeln kann. Beim politischen Morphing sind die Ergebnisse noch erstaunlicher. So werden militärische Aktionen zu Entwicklungshilfemissionen gemorpht, Nazis verwandeln sich in Pazifisten, Islamisten in Antirassisten und Radfahrer in Tierschützer.

Über Kämpfe und Ängste. Soziale Bewegungen in Süditalien

Die Bewegung gegen den Irakkrieg erreichte neben Britannien in Italien ihre größten Ausmaße: Höhepunkt war die landesweite Demonstration am 15. Februar mit mehr als 2,5 Millionen TeilnehmerInnen. Dementsprechend auch die Breite der Bewegung, was natürlich nicht nur Vorteile mit sich brachte, sondern leider auch jede Menge antiamerikanisch durchsetzte "böser-Krieg-dort/guter-Frieden-da-Moralkurzschlüsse".

World Social Forum, 2. Sendung

"Diese Menschen verstehen sich als ProtagonistInnen, als handelnde Subjekte, die, geprägt von Ungehorsam und Verantwortung, sich mit der Kraft ihrer Körper und der Hitze ihrer Herzen im Kampf für soziale Gerechtigkeit und Freiheit engagieren."

Städte von Welt, Phantasmen der Zivilgesellschaft, informelle Organisation

Infolge ihrer kaum steuerbaren Dynamik entstehen in den Mega-Cities neue urbane Kulturen und städtische Landschaften, die das städtebauliche, kulturelle und organisatorische Modell der europäischen Stadt auf eine eher unbedeutende regionale Variante zurückstufen.

Die Macht des Glaubens. Fakegodess. Echt. Fernsehtauglich audiovisuell reproduzierbar.

In Kroatien wurde der alte Partisanengruß "Zdravo!" im Zug des Fortschritts ins Reaktionäre durch ein lässig cooles "Bog" ersetzt. Baggytrouser grüßt Tangaslip im Internetcafé: "Bog!"-"Bog!". Was nicht besonders interessant wäre, weil halt die nächste Generation eben lieber ein "Ciao" sagt statt dem "Servus" oder "Baba" der vorhergehenden, oder statt "supergeil" lieber "urcool", hätte es mit dem Wort "Bog" nicht seine besondere Bewandtnis.

Vorliebnehmen mit Pragmatismus? Kultur in der Debatte über die Zukunft Europas

Therese Kaufmann Als pragmatisch wird im Allgemeinen angesehen, was im Gegensatz zu Theorie mit Handlung und Tun zu tun hat, sich an das Machbare oder Umsetzbare hält: Pragmatik als die Strategie, die Interessen und Ziele eines Vorgangs an seiner unmittelbaren Nützlichkeit und Bedeutung zu messen. In Bezug auf Kultur und Kulturpolitik in der EU heißt das derzeit offensichtlich, auf eine tiefer gehende Debatte über Visionen und

Intervention zum Wahlrecht. Den allmänna Opinionen, Kulturhuset

In demokratischen Staaten werden Regierungen nach dem Willen des Volkes gebildet. Als "Wille des Volkes" gilt, wofür eine Mehrheit votiert. Drücken die Ergebnisse solcher Wahlen aber tatsächlich aus, was sich die Menschen von der Politik ihres Landes erwarten, ist mit einem Kreuz "für" eine Partei beispielsweise berücksichtigt, was sie nicht wollen?

"I am from Aus ria" - Nobody Georg P. Thomann und die Große Diplomatie

Was hat der österreichische Künstler Georg Paul Thomann als Protagonist in der Taipeiausgabe der TIMES zu suchen, in einem hochpolitisierten, dem tatsächlichen Krieg nahen Kontext? Soweit dem Autor bekannt ist, ist Thomann am internationalen Parkett der Mächtigen noch nie wirklich aufgeschienen, nicht einmal als jemand, über den man bei Bedarf getrost hätte hinwegsehen können. Er war einfach Niemandem aufgefallen, auf den es im Ernstfall wirklich ankäme.

Future Culture Europe: Kultur im EU Konvent

Der seit Ende Februar tagende EU-Konvent, der in den nächsten Monaten eine grundlegende Debatte über die Zukunft Europas führen und die mit der Erweiterung überfällige Reform der Union inklusive eines Verfassungsvertrages erarbeiten soll, hat die Kultur als Thema entdeckt. Einigermaßen überraschend für jene, die sich seit langem für die Förderung kultureller Themen auf europäischer Ebene einsetzen, wurde in der letzten Plenarsitzung des zwölfköpfigen Präsidiums unter Führung

BruXXel, Dezember 01

Der EU-Ratsgipfel auf dem Brüsseler Schloss Laeken ist ruhig verlaufen, der Gegengipfel wollte nicht so recht stattfinden - so ließe sich in Kürze zusammenfassen, was auf beiden Seiten nach monatelangen Vorbereitungen mit Spannung erwartet worden war.

Recht und Geld für geistiges Eigentum. Kann mit der Umsetzung der EU-Inforichtlinie in Österreich ein gerechter Ausgleich für alle UrheberInnen geschaffen werden?

Peter Rantasa Welchem Einfluss Entscheidungsträger bei der Gestaltung von Gesetzen ausgesetzt sein können, hat die Diskussion über die "Richtlinie zur Harmonisierung bestimmter Aspekte des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte in der Informationsgesellschaft", kurz: Info-Richtlinie, gezeigt: Alle involvierten Interessengruppierungen, ob aus Kunst oder Wirtschaft, sind mit ihren Anliegen nach Brüssel gereist und haben das Lobbying bei den Mitgliedern des Europäischen Parlaments forciert. Die Parlamentarierin Mercedes Echerer (Grüne)

Europäische kulturelle Netzwerke und Networking in Mittel- und Osteuropa

Die vorliegende Studie (IG Kultur Österreich in Kooperation mit eipcp ) beschreibt die Partizipation mittel- und osteuropäischer Mitglieder in europäischen/weltweiten Netzwerken. Dabei wurde nicht die Perspektive der Mitglieder erfasst, sondern bei den Netzwerken als 'Organisationen' angesetzt. Interviews fanden vor allem mit KoordinatorInnen und Vorstandsmitgliedern von Netzwerken statt, die Fragebögen wurden an die Koordinationsbüros versandt. In diesem Kapitel wird versucht, eine inhaltliche Auseinandersetzung mit einer quantitativen Beschreibung