Welche Rolle die EU für Kunst- und Kulturschaffende wie Kultureinrichtungen spielen soll - das sagen die SpitzenkandidatInnen der EU-Wahl

Wir haben die SpitzenkandidatInnen der EU-Wahl zu ihren Positionen zur europäischen Kulturpolitik befragt: Welche Rolle soll die EU für Kunst- und Kulturschaffende sowie Kultureinrichtungen spielen?

Hier kommt ihr zu den Antworten der sieben in Österreich zu EU-Wahl antretenden SpitzenkandidatInnen, sortiert nach den Wahlergebnissen der letzten EU-Wahl. Sie wurden leicht redigiert, so sich Tippfehler eingeschlichen haben und gekürzt, wenn die Antworten den Rahmen gesprengt haben. 


 

Othmar Karas ist der Spitzenkandidat für die ÖVP. 

Otthmar Karas

 

"Europa ist nicht nur ein Raum der Wirtschaft, der Sicherheit und des Rechts, sondern muss auch das gemeinsame kulturelle Erbe bewahren und weiter fördern. Die EU muss sich konsequent für die Freiheit für Kunst und Kultur einsetzen. Den Kunst- und Kulturschaffenden müssen ihre Schöpfungen und die Rechte daran fair und angemessen vergütet werden. Das gilt auch im Internet. Daher haben wir erst unlängst das Urheberrecht für den digitalen Raum auf neue Beine gestellt, damit nicht vor allem die großen Internetplattformen auf Kosten der Kunst- und Kulturschaffenden und an deren geistigen Eigentum verdienen. Schließlich müssen Kunst- und Kulturschaffende und Kultureinrichtungen für ihren Dienst an der Gesellschaft auch ausreichend gefördert werden. Denn manche kreative Arbeit mag noch so inspirierend und wertvoll für das kulturelle Leben in Europa sein und sich dennoch nicht entsprechend finanziell für den Kulturschaffenden lohnen. Bei der Förderung haben an erster Stelle die Mitgliedstaaten eine Rolle."

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Andreas Schieder ist Spitzenkandidat der SPÖ.

Andreas Schieder, SPÖ, EU-Wahl 2019

 

"Die EU soll ein starker Partner für Kunst- und Kulturschaffende wie Kultureinrichtungen sein. Es ist die zentrale Aufgabe der EU die europäischen Werte zu verteidigen und zu stärken. Wir kämpfen für den Erhalt einer demokratischen, solidarischen und weltoffenen Gesellschaft und für ein Europa, das den Grund- und Menschenrechten verpflichtet bleibt. Dies stellt auch die zentrale Basis für künstlerische Freiheit und Medienfreiheit dar."

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Harald Vilimsky ist Spitzenkandidat der FPÖ. 

Harald Vilimsky, FPÖ, EU-Wahl 2019

 

"Zum einen sollte den Kunst- und Kulturschaffenden entsprechende Fairness für ihre Arbeit entgegengebracht werden. Kunst muss zwar leistbar sein, aber auch entsprechend abgegolten werden, wie das unter anderem auch mit der Copyright-Richtlinie nun der Fall ist. Zudem sollte die angesprochene Rolle auch eine diplomatische und vor allem repräsentative sein."

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Werner Kogler ist der Spitzenkandidat der GRÜNEN. 

Werner Kogler, Grüne, EU-Wahl 2019

 

"Kunst- und Kulturschaffende in den Mitgliedstaaten sind natürlich die Schlüsselfiguren und Mittler, die mit ihrer Arbeit und ihrem gesellschaftlichen Engagement helfen, die genannten Ziele umzusetzen. Sind doch sie es, die mit den Konsumenten kultureller Inhalte/Bürgerinnen und Bürgern interagieren und die grenzüberschreitenden Kooperationen aufbauen und den kulturellen Austausch organisieren. Die EU sollte dabei so gut wie möglich unterstützen und daher die Investitionen in Kultur und Kunst deutlich ausweiten und damit den Kulturaustausch noch stärker fördern. Sie muss dabei unterstützen, die kulturelle/sprachliche Vielfalt zu wahren, den kulturellen Reichtum der europäischen Länder und Regionen bekannter zu machen, die künstlerische Freiheit zu schützen, kulturelle Innovation zu wagen und den Zugang zu Kultur möglichst für alle zu gewährleisten."

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Claudia Gamon ist Spitzenkandidatin der NEOS.

Claudia Gamon, NEOS, EU-Wahl 2019

 

"Die EU soll eine unterstützende Rolle spielen und vor allem durch Umfeld- und Infrastrukturförderungen Freiraum für Kunstschaffende erzeugen. Eine sinnvolle Kulturpolitik ermöglicht kulturelle Vielfalt und künstlerische Freiheit. Europa muss ein Vorreiter an den Schnittstellen zwischen Kunst und Digitalisierung werden und europaweiten Künstlerkollektiven ein unbürokratisches, kreatives Schaffen ermöglichen."

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Johannes Voggenhuber ist der Spitzenkandidat für die Initiative 1 EUROPA.

Johannes Voggenhuber, Liste JETZT Liste Pilz, Initiative 1 Europa, EU-Wahl 2019

 

"Spezielle Initiativen wie das „Europäische Jahr des Kulturerbes“ sollen diese lebendige und vielfältige Kultur allen zugänglich machen. Viele Bereiche der EU-Politik , beispielsweise Bildung, Forschung, Sozialpolitik, Regionalentwicklung und Außenbeziehungen, haben kulturelle Komponenten. Kulturschaffen und ‐Förderung in der interaktiven und globalisierten Welt von heute gehen auch mit Medien und digitalen Technologien Hand in Hand. Die EU fördert die kulturpolitische Zusammenarbeit zwischen den nationalen Regierungen und mit internationalen Organisationen. Mit dem Programm „Kreatives Europa“ unterstützt die EU die europäische Film-, Kunst- und Kreativbranche, um ihr neue internationale Chancen, Märkte und Zielgruppen zu erschließen und so für Arbeitsplätze und Wachstum in Europa zu sorgen. Jedes Jahr werden zwei europäische Städte als „Europas Kulturhauptstädte“ ausgewählt: dies gibt der Wirtschaft vor Ort zusätzliche Impulse und rückt lokale Künstler*innen und den einzigartigen kulturellen Reichtum dieser Städte ins Rampenlicht. Die EU übernimmt auch alljährlich Partnerschaften für Filmfestivals, Kulturveranstaltungen, Konzerte, Konferenzen und Kunstpreise in ganz Europa."

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Katerina Anastasiou (Listenplatz 1) und Katalin Erdödi (Listenplatz 5) für die Liste KPÖ PLUS - European Left.  

Katerina Anastasiou KPÖ plus
"Kunst und Kultur sind in den letzten Jahren europaweit vermehrt zum ideologischen Schlachtfeld geworden: in zahlreichen Ländern macht sich ein „Kulturkampf” von rechts breit, der Kunst- und Kulturschaffende unter zunehmenden Druck setzt und die Freiheit der Kunst, sowie die Autonomie des Kulturbereichs, ihrer Institutionen und Förderung gefährdet. Als »KPÖ PLUS – European Left« fordern wir eine europäische Kulturpolitik, die die Kunstfreiheit gewährleistet und sich auf der EU-Ebene deutlich zur öffentlich geförderten Kultur bekennt. Wir treten entschieden dem populistischen Agieren zur Renationalisierung der Kultur, sowie den Angriffen an Kunst- und Kulturschaffende und ihre Einrichtungen entgegen. Dank der neoliberalen Haushaltspolitik nationaler Regierungen, mit Kürzungen und Umschichtungen zulasten von Kultur, sind Kulturarbeit und künstlerische Produktion unter den Branchen, die am meisten von Prekarisierung, irregulären Beschäftigungsverhältnissen und sozialer Unsicherheit betroffen sind. Wir wollen, dass künstlerisches und kulturelles Schaffen als gesellschaftlich notwendige Arbeit anerkannt sowie finanziell und sozial abgesichert wird."

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Mehr über die Positionen der KandidatInnen zu Kulturfragen: 

 

Alle Antworten in voller Länge

 

Zur Richtung in die Europa gehen soll und zur Rolle der Kultur

 

Welche Rolle die EU für Kunst- und Kulturschaffende wie Kultureinrichtungen spielen soll

 

Wie das Kulturbudget aussehen soll und wie Creative Europe ausgerichtet werden soll


Foto: Collage; Hintergrundbild: Foto Dominic Robinson, Street Art Banksy | unter der Lizenz CC BY-SA 2.0 

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