VorRisse

Geert Wilders „Partei für die Freiheit“ machte es bei den niederländischen Parlamentswahlen im Juni 2010 vor; Jimmie Åkessons „Schwedendemokraten“ zeigten bei den Reichstagswahlen im September, dass es auch in Schweden funktioniert; und Heinz-Christian Straches FPÖ punktete damit bei den Wien-Wahlen im Oktober: Immer mehr Parteien der extremen Rechten stellen aktuell unter Beweis, dass mit antimuslimischem Rassismus Wahlen zu gewinnen sind.

Zwischen Hegemonie und Gewalt

Der Rechtsextremismus hat sich als fixe Größe in der politischen Landschaft etabliert: In seiner Parteiformation kommt er auf rund 20 Prozent, seine sub- und jugendkulturellen Formen sind gerade in ländlichen Regionen mittlerweile als hegemonial zu bezeichnen.

Fulminanter Start der Fair Pay Kampagne

Tagtäglich arbeiten tausende Menschen in der initiativen Kulturarbeit. Häufig unbezahlt, unbedankt. Die schnelle Außensicht ist so oft: Das macht Vergnügen, also ist es keine Arbeit.

Neues aus der Kleingartensiedlung: Gerechter Zorn?

Die Zeit vor dem Jahreswechsel ist für den Kleingärtner eine Zeit der Ruhe und der Pflege. Die Rasenflächen werden vom Laub gesäubert, letzte Schnitte an den Obstbäumen gesetzt und Komposthaufen abgedeckt. Diese Zeit der Ruhe genießt mein Nachbar Franz immer ganz besonders. Franz nun ist ein Mensch, den wohl viele als „Original“ bezeichnen würden. Groß, breitschultrig und mit einem Rauschebart wie Rübezahl. Er zeichnet sich durch

Organisieren von Freiheit. Nomadische Praktiken im Kulturfeld

Der Sozialwissenschaftler Mario Vötsch untersuchte im Rahmen eines mehrjährigen FWF-Projekts am Institut für Organisation und Lernen der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck die „Plattform Mobile Kulturinitiativen“ (p.m.k.) ebendort. Sein Augenmerk liegt dabei auf der Frage, wie in losen Projekt- und Netzwerkstrukturen Freiheitsgrade gewonnen bzw. erweitert werden können.

Kommt herunter, reiht Euch ein… Eine kleine Geschichte der Protestformen sozialer Bewegungen

Spätestens seitdem der Umbau des Stuttgarter Bahnhofs die dortige Bevölkerung aufgescheucht und der jüngste Castor-Transport durchs Wendland der Anti-Atomkraftbewegung zu neuer Stärke verholfen hat, ist in Deutschland von einer neuen Protestkultur die Rede. Fasziniert zeigen sich die bürgerlichen Medien dabei von der heterogenen Zusammensetzung der Proteste, weisen diese doch weit über den Kreis der üblichen Verdächtigen hinaus.

Andere Bicentenarios

Die Casa de Murillo in La Paz ist bisher das zentrale Museum zur nationalen Geschichte der Befreiung Boliviens. Man kann eine Pinakothek kolonialer Gemälde und ethnografischer Objekte besichtigen, den Saal der Verschwörer, einige Schlafzimmer und mehrere Salons. Pedro Domingo Murillo, ein reicher Bürger aus La Paz, war an Verschwörungen gegen die koloniale Regierung beteiligt. 1810 wollten die Verschworenen die Schwächung Spaniens durch die bonapartistische Besetzung für

one step forward – two steps back oder: mach dich wichtig in einer minute

ich weiß eigentlich gar nicht, was ich sagen soll, um mich interessant zu machen. ich bin 42 jahre alt und will bitte bei euch noch einmal was lernen? uncool. wurscht. es fühlte sich sehr strange an, als niemand mir, bis auf die erste frage nach meiner intention, eine weitere frage stellte.

Das Spiel vom Fragen

Der Abgeordnete Zinggl hat gemeinsam mit anderen eine Anfrage zu den Aktivitäten des Künstlersozialversicherungsfonds an die zuständige Ministerin Schmied gestellt, um den Erfolg der Novelle des betreffenden Gesetzes von 2008 bewerten zu können. Diese Anfrage bestand aus 38 Fragen und war zweieinhalb Seiten lang.

Was wäre wenn… nicht nur träumen von einer Gegenöffentlichkeit.

Der Relaunch des vor knapp zwei Jahren von der Moser Holding eingestellten Boulevardblattes rief auf den Straßen Innsbrucks die unterschiedlichsten Reaktionen hervor: von hocherfreutem Wiedererkennen über wohlwollendes Interesse bis hin zu offener Ablehnung – die Neue polarisierte nach wie vor. Dass sich nunmehr allerdings abweichende, dissidente und träumerische Vorstellungen eines anderen Tirols in das Kleinformat eingeschlichen hatten, fiel oft erst auf den zweiten Blick auf.

Über den Wirklichkeitsanspruch der Fotografie

Die Beziehung zwischen Kunst und Wirklichkeit steht im Zentrum der künstlerischen Arbeiten von Anna Artaker. Neben ihrer Teilnahme an der Gruppenausstellung Das Potosí-Prinzip, die zur Zeit im Haus der Kulturen der Welt in Berlin zu sehen ist, gastierte sie zuletzt im Frühjahr 2010 mit einer Einzelausstellung in der Wiener Secession, bei der Fotos der Totenmasken des sowjetischen Staatsbildhauers Sergej Merkurov zu sehen waren.

Vorwärts in die Vergangenheit

Was konstituiert das heutige EUropa? Ist die EU tatsächlich primär ein Staatenverbund zum Zweck der Durchsetzung eines neoliberalen Binnenmarkts? Oder spielt das politische Zusammenwachsen des vormals in Ost und West geteilten Europas als eine „Werte- und Kulturgemeinschaft“ unter dem Mantel der „Reintegration zwecks Wohlstand und Stabilität“ darin eine wichtige, möglicherweise entscheidende Rolle im Prozess der Durchsetzung marktwirtschaftlicher Interessen des Westens im Osten?