Offenheit, Teilhabe und Gleichberechtigung im Kunst- und Kulturbereich müssen immer wieder neu verhandelt, verteidigt und aktiv gestaltet werden. Es braucht strukturelle Veränderungen, um mehr kulturelle Teilhabe zu ermöglichen, langfristige diskriminierungskritische Kulturarbeit abzusichern und diverse Perspektiven auf allen Ebenen des Kunst- und Kulturbereichs zu verankern. Wie ein solcher Veränderungsprozess angestoßen werden kann, erörtern Zhameli Khairli (D-Arts) und Bettina Mair (IG Kultur Steiermark) in der aktuellen Folge von KiKK off - za kulturo.
Ausstellungen im öffentlichen Raum werden mutwillig zerstört, einer Marienstatue der Kopf abgesägt, Kunstinstallationen beschädigt, die öffentliche Finanzierung kontroverser Kunst wird in Frage gestellt, involvierte Künstler*innen und Kulturarbeitende versucht durch Hassmails oder rechtsextreme Aufmärsche einzuschüchtern. Die Liste an Angriffen auf die Kunstfreiheit in Österreich in jüngster Zeit ist lang.
Rockhouse Salzburg, Diskussion zum Kulturbudget und Kulturkürzungen mit Rudolf Scholten, Sonderberater von Kulturminister Andreas Babler, Foto: Rockhouse Salzburg © Eweht / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, bearbeitet (Ausschnitt, Farbgebung angepasst, Schrift ergänzt) Das Doppel-Kulturbudget 2027/28 des Bundes sorgt derzeit für intensive Debatten, es wird um 3,3 % gekürzt. Besonders freie Kulturarbeit steht unter Druck. Wie können unter diesen Rahmenbedingungen regionale und zeitgenössische Kulturarbeit, unabhängige Kulturinitiativen und autonome kulturelle Räume langfristig abgesichert werden? Einladung zur Diskussion am 24. September mit Rudolf Scholten, Yvonne Gimpel und Alf Altendorf im Rockhouse Salzburg.
Wie steht es um die Demokratie in Österreich – und was sagt der weltweite Blick auf ihren Zustand? Zwischen globaler Autokratisierung, dem Rückgang liberaler Demokratien und wachsenden Repräsentationsdefiziten. Eine Analyse zum Stand der Demokratie in Österreich und weltweit.
Kultur Netzaktivismus Online Aktivismus Es beginnt oft mit einem Klick. Eine Story, ein Posting, ein Kommentar, eine Petition unterschreiben zwischen Tür und Angel. Die bekanntesten Beispiele reichen von #MeToo und #BlackLivesMatter über die junge Klimabewegungen, #Kulturlandretten gegen Kürzungen im Kulturbereich und die zahlreichen Kampagnen von #Aufstehn. Mit einem Klick Haltung zeigen ist leicht, doch ab wann hat der Netzaktivismus einen echten Impact?
Wie arbeiten Kulturorganisationen weiter, wenn Förderungen gekürzt, Leitungen politisch besetzt und Ausschlüsse als „Qualitätssicherung“ getarnt werden? Einblicke in Erfahrungen aus Mittel- und Osteuropa und mögliche Strategien, die helfen können, Kürzungen, nationalistische Förderpolitik und politischem Einfluss standzuhalten, ohne kulturelle Infrastruktur unsichtbar werden zu lassen.
Was kann gesichert über den Zusammenhang von kultureller Teilhabe und Demokratie gesagt werden? Ein Bericht im Auftrag der Europäischen Kommission hat 74 Studien und Fallanalysen zusammengetragen und analysiert. Eine – selektive – Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse.
Communitism in Athen macht leerstehende Gebäude gemeinschaftlich nutzbar und aktiviert sie als Kulturräume. Eine Reflexion, ausgehend von den Erfahrungen mit Commons, über Aufbruch und Selbstorganisation, Konflikten, Fürsorgearbeit und der Frage, welche Strukturen kollektive Räume langfristig tragfähig machen.
Bauernhofszenerie im Grünen mit großem, weißem Bauernhaus und Kühen. Regionen haben kein Entwicklungsproblem – sie sind vielgestaltige kulturelle und soziale Gefüge. Ihre Identität besteht darin, lokale Akteur:innen zu unterstützen, die kulturelle Beiträge leisten. Ihre Stärke liegt darin, diese Beiträge sichtbar und wirksam zu machen.
Kulturelle Infrastruktur entsteht nicht von selbst: Sie wird tagtäglich durch Koordination, Beziehungspflege, Wissensarbeit und Konfliktmoderation hergestellt – meist unsichtbar und oft unbezahlt. Am Beispiel von Trans Europe Halles analysiert Marthe Nehl, was diese Arbeit trägt, warum Netzwerke dafür zentrale Räume sind und weshalb sie endlich kulturpolitisch ernst genommen werden muss.
Verlassener, heruntergekommener Raum mit Fenstern. Um die Problematik der Abwanderung von kulturpolitisch interessierten Jugendlichen zu bearbeiten, müssen freie Kulturinitiativen Angebote und Räume schaffen, für die es sich zu bleiben lohnt bzw. die das Zurückkommen vorstellbar machen. Dafür muss die jüngere Generation zum Mitdenken und Mittun aktiviert werden.
Kulturelle Demokratie beginnt nicht beim bloßen Zugang zu Kunst, sondern dort, wo unterschiedliche Gruppen Gesellschaft mitgestalten und Konflikte öffentlich austragen können. Monika Mokre im Gespräch mit Stefanie Fridrik über die politische Bedeutung kultureller Teilhabe, die Rolle freier Kulturarbeit und die Frage, was demokratische Öffentlichkeit in Österreich heute trägt – und was sie zunehmend gefährdet.