International

What's wrong with "cultural diversity"?

Therese Kaufmann Auf EU-Ebene klafft eine bemerkenswerte Lücke zwischen dem, was im kulturellen Feld passiert und den vorhandenen kulturpolitischen Ansätzen. Kulturpolitik ist in der EU ein marginales Thema geblieben, die rechtlichen und administrativen Voraussetzungen gehen oft schlicht an der Realität vorbei, von den finanziellen Möglichkeiten ganz zu schweigen. Weder in Hinblick auf die bevorstehende Erweiterung geschweige denn für eine längerfristige Perspektive kann von einem kohärenten kulturpolitischen

Beantwortung der Frage: Sind Kulturpolitiken Teil von Demokratiepolitiken?

Stefan Nowotny Die Frage, die wir auf diesem Podium diskutieren sollen, lautet: "Sind Kulturpolitiken Teil von Demokratiepolitiken?" Um allzu allgemeine Beteuerungen über die Bedeutung der Kultur in demokratischen Gesellschaften zu vermeiden (die zumeist mit verschiedenen normativen Ideen darüber einhergehen, was als "Kultur" verstanden werden sollte und was nicht), werde ich versuchen, diese Frage so wörtlich wie möglich zu nehmen und sie so direkt wie möglich zu

Khomeinis Antirassismus

Das Morphing ist eine beliebte politische Technik der Gegenwart. Beim Morphing werden die Konturen von Gegenständen aufgelöst, sodass sich ein Donut vor den verdutzten Augen der Zuschauer nahtlos in eine Kaffeetasse verwandeln kann. Beim politischen Morphing sind die Ergebnisse noch erstaunlicher. So werden militärische Aktionen zu Entwicklungshilfemissionen gemorpht, Nazis verwandeln sich in Pazifisten, Islamisten in Antirassisten und Radfahrer in Tierschützer.

Über Kämpfe und Ängste. Soziale Bewegungen in Süditalien

Die Bewegung gegen den Irakkrieg erreichte neben Britannien in Italien ihre größten Ausmaße: Höhepunkt war die landesweite Demonstration am 15. Februar mit mehr als 2,5 Millionen TeilnehmerInnen. Dementsprechend auch die Breite der Bewegung, was natürlich nicht nur Vorteile mit sich brachte, sondern leider auch jede Menge antiamerikanisch durchsetzte "böser-Krieg-dort/guter-Frieden-da-Moralkurzschlüsse".

World Social Forum, 2. Sendung

"Diese Menschen verstehen sich als ProtagonistInnen, als handelnde Subjekte, die, geprägt von Ungehorsam und Verantwortung, sich mit der Kraft ihrer Körper und der Hitze ihrer Herzen im Kampf für soziale Gerechtigkeit und Freiheit engagieren."

Städte von Welt, Phantasmen der Zivilgesellschaft, informelle Organisation

Infolge ihrer kaum steuerbaren Dynamik entstehen in den Mega-Cities neue urbane Kulturen und städtische Landschaften, die das städtebauliche, kulturelle und organisatorische Modell der europäischen Stadt auf eine eher unbedeutende regionale Variante zurückstufen.

Die Macht des Glaubens. Fakegodess. Echt. Fernsehtauglich audiovisuell reproduzierbar.

In Kroatien wurde der alte Partisanengruß "Zdravo!" im Zug des Fortschritts ins Reaktionäre durch ein lässig cooles "Bog" ersetzt. Baggytrouser grüßt Tangaslip im Internetcafé: "Bog!"-"Bog!". Was nicht besonders interessant wäre, weil halt die nächste Generation eben lieber ein "Ciao" sagt statt dem "Servus" oder "Baba" der vorhergehenden, oder statt "supergeil" lieber "urcool", hätte es mit dem Wort "Bog" nicht seine besondere Bewandtnis.

Vorliebnehmen mit Pragmatismus? Kultur in der Debatte über die Zukunft Europas

Therese Kaufmann Als pragmatisch wird im Allgemeinen angesehen, was im Gegensatz zu Theorie mit Handlung und Tun zu tun hat, sich an das Machbare oder Umsetzbare hält: Pragmatik als die Strategie, die Interessen und Ziele eines Vorgangs an seiner unmittelbaren Nützlichkeit und Bedeutung zu messen. In Bezug auf Kultur und Kulturpolitik in der EU heißt das derzeit offensichtlich, auf eine tiefer gehende Debatte über Visionen und

Intervention zum Wahlrecht. Den allmänna Opinionen, Kulturhuset

In demokratischen Staaten werden Regierungen nach dem Willen des Volkes gebildet. Als "Wille des Volkes" gilt, wofür eine Mehrheit votiert. Drücken die Ergebnisse solcher Wahlen aber tatsächlich aus, was sich die Menschen von der Politik ihres Landes erwarten, ist mit einem Kreuz "für" eine Partei beispielsweise berücksichtigt, was sie nicht wollen?

"I am from Aus ria" - Nobody Georg P. Thomann und die Große Diplomatie

Was hat der österreichische Künstler Georg Paul Thomann als Protagonist in der Taipeiausgabe der TIMES zu suchen, in einem hochpolitisierten, dem tatsächlichen Krieg nahen Kontext? Soweit dem Autor bekannt ist, ist Thomann am internationalen Parkett der Mächtigen noch nie wirklich aufgeschienen, nicht einmal als jemand, über den man bei Bedarf getrost hätte hinwegsehen können. Er war einfach Niemandem aufgefallen, auf den es im Ernstfall wirklich ankäme.

Future Culture Europe: Kultur im EU Konvent

Der seit Ende Februar tagende EU-Konvent, der in den nächsten Monaten eine grundlegende Debatte über die Zukunft Europas führen und die mit der Erweiterung überfällige Reform der Union inklusive eines Verfassungsvertrages erarbeiten soll, hat die Kultur als Thema entdeckt. Einigermaßen überraschend für jene, die sich seit langem für die Förderung kultureller Themen auf europäischer Ebene einsetzen, wurde in der letzten Plenarsitzung des zwölfköpfigen Präsidiums unter Führung

Schieß auf den Kuchen!

Denn wo Lubitschs Hauptdarsteller tatsächlich ein als Nazicharge verkleideter Widerständler ist, der durch geschickt gewählte Verkleidung gegen die Besatzung kämpft, stolpert hier zu Beginn der Wahlkampfsaison nur ein als Nazisoldat verkleideter Prinz mit Hakenkreuzarmbinde durchs Bild. Wo ist die Pointe, wird man sich fragen – tja leider, die fehlt.