Notfall-Fonds für bedrohte Kunst- und Kulturstätten in Graz

Die über das Budget der Stadt Graz verfügte vorläufige 15% Sperre für das laufende Budgetjahr 2002 soll laut Kulturstadtrat Mag. Siegfried Nagl für Kunst- und Kulturinitiativen zu keiner existenziellen Bedrohung werden. In Gesprächen mit den Vertretern der IG-Kultur-Steiermark, Ilse Weber vom Kunstverein ESC und Werner Wolf vom Museum der Wahrnehmung, wurde gemeinsam ein Modell entwickelt, das Härtefälle auffangen soll.

Grazer Kulturstadtrat kündigt Förderverträge für 43 Grazer Kulturinitiativen an

Aussendung der IG Kultur Steiermark

Die über das Budget der Stadt Graz verfügte vorläufige 15% Sperre für das laufende Budgetjahr 2002 soll laut Kulturstadtrat Mag. Siegfried Nagl für Kunst- und Kulturinitiativen zu keiner existenziellen Bedrohung werden. In Gesprächen mit den Vertretern der IG-Kultur-Steiermark, Ilse Weber vom Kunstverein ESC und Werner Wolf vom Museum der Wahrnehmung, wurde gemeinsam ein Modell entwickelt, das Härtefälle auffangen soll. Kulturstadtrat Nagl wird einen Notfall-Fonds einrichten, der bei einem definitiven Wirksamwerden der 15%-Budgetsperre, Förderungskürzungen ausgleicht. Die Sperre, die generell gelte und nicht nur für kulturelle Einrichtungen , wird laut Nagl vorläufig bis zum Sommer 2002 in Geltung bleiben. Bis dahin sei eine Abschätzung der Einnahmenentwicklung der Stadt Graz absehbar. Ausdrücklich betonte Stadtrat Nagl, die vorläufige Budgetsperre sei nicht als Kürzung von Förderungen zu sehen, sie sei vielmehr ein budgettechnischer Schritt, wie er seit vielen Jahren auch in den Bereichen der Landesförderung gängige Praxis sei. Für das Budgetjahr 2003, in dem Graz als Kulturhauptstadt Europas firmiere, sei überdies keine 15 % Sperre zu erwarten. Weiters sicherte Stadtrat Nagl zu, dass er bereits in die nächste Gemeinderatssitzung einen Antrag einbringen werde, mit 43 Grazer Kunst- und Kulturvereinen zweijährige Förderungsverträge abzuschließen.

Auch die langjährige Forderung der IG-Kultur, sowohl für die Steiermark als auch für Graz ein Kunst- und Kulturentwicklungskonzept zu erarbeiten wird nun auf Ebene der Stadt Graz von Stadtrat Nagl und dem Kulturamt der Stadt Graz umgesetzt. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Praxis und Theorie, in der das Kulturamt Graz, in Graz tätige Kunst- und Kulturschaffende und ExpertInnen aus dem EU-Raum vertreten sein werden, soll sich in den nächsten Wochen konstituieren. Ziel des neuen Kulturentwicklungskonzept werde es sein, Rahmenbedingungen zu entwerfen, die die originären und produktiven künstlerischen und kulturellen Entwicklungen in Graz besonders fördern. Graz soll sich wieder als innovative Kunst- und Kulturstadt international positionieren.

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