Theorie

KiKK OFF – za kulturo #48 – Eine Frage der Cultural Democracy Das Konzept der „Cultural Democracy“ verhandelt Fragen rund um die Zugänglichkeit kultureller Angebote, den gerechten Zugang zu kulturellen Ressourcen und Fördermitteln sowie die Verbindung von politischer und kultureller Partizipation. Gemeinsam mit den Redakteurinnen der neuen Schwerpunktausgabe des IG Kultur-Magazins, Yvonne Gimpel und Stefanie Fridrik, erörtert KIKK OFF za kulturo das Konzept der „cultural democracy“ und seine praktische Dimension innerhalb und außerhalb Österreichs.
Die Auseinandersetzung mit Kulturentwicklungsprozessen ist gerade in Krisenzeiten von entscheidender Bedeutung, da sie nicht nur zur Stärkung der Kunst- und Kulturszene beiträgt, sondern – richtig eingesetzt – auch als wirksames politisches Instrument zur Lenkung gesellschaftlicher Umbrüche wirkt. Das Land Kärnten hat 2024 die Erarbeitung der Kunst- und Kulturstrategie 2030 begonnen. Damit wurde ein auf zweieinhalb Jahren angelegter, partizipativer Prozess gestartet. Zugleich legte die IG KiKK ihren Arbeitsschwerpunkt auf Kulturentwicklung und begleitet den Prozess mit ihrer Expertise. Der folgende Text beleuchtet, wie Kulturentwicklung umgesetzt wird und warum dieses Instrument von vielen unterschätzt wird.
Brigitte Winkler Komar, Angelika Hödl KiKK OFF - za kulturo #39: Anlässlich der Halbzeit des Entwicklungsprozesses der Kunst- und Kulturstrategie Kärnten/Koroška 2030 schauen wir uns in dieser Folge den aktuellen Stand des Prozesses an und widmen uns dem Thema des im April abgehaltenen Zukunftsforums – nämlich der Schnittstelle von Kunst, Kultur und Tourismus. Ob polovici razvojnega procesa umetniške in kulturne strategije Koroška 2030 si v tej epizodi ogledujemo trenutno stanje in obravnavamo temo foruma prihodnosti, ki je potekal aprila - in sicer stičišče med umetnostjo, kulturo in turizmom.
Love it, leave it or change it (c) Linda Meier Karin Scaria-Braunstein hinterfragt den oft unklaren Begriff der „Generation“ und untersucht, welche Rolle er für Kunst und Kultur – insbesondere in der Freien Szene – spielt. Zwischen prekären Arbeitsverhältnissen, historischen Vorbildern und der Suche nach Solidarität stellt sich die Frage: Welche Zukunft, welche Generationsprophezeiungen gibt es für freie Kunst- und Kulturarbeit in einem sich wandelnden gesellschaftlichen Umfeld?
(c) KiöR_Steiermark Der Kulturbereich muss seinen Stellenwert als Ort kultureller Jugendbildung neu und zeitgemäß entwickeln. Selbstverwaltete „autonome“ Jugend- und Kulturzentren gehören eher der Vergangenheit an, die Jugendzentrumsbewegung der 70er-Jahre ist vorbei, Professionalisierung und Institutionalisierung sind an ihre Stelle getreten. Dies muss jedoch nicht zwangsläufig den Verlust von kreativen Orte, Experimentier- und Gestaltungsmöglichkeiten bedeuten. Florian Arlt über die notwendige Neuorientierung, die Schaffung von demokratischen und kreativen Milieus für Jugendliche und Kooperationen im Jugend- und Kulturbereich.
Collage - verlassenes Kulturgebäude, Graffiti "nicht aller Tage Abend" © Bettina Mair Die Frage der Nachfolge für einen Kulturverein stellt kein einfaches Unterfangen dar – insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich die Anforderungen an Kulturarbeit, die strukturellen Gegebenheiten und Denkweisen grundlegend gewandelt haben. Auf Basis vieler Gespräche mit Personen aus Kulturinitiativen, die sich in einem Übergabeprozess befinden oder einen solchen bereits durchlaufen haben, analysiert Bettina Mair, welche zentralen Fragen sich die beteiligten Akteur*innen stellen sollten bzw. mit welchen Herausforderungen und Konfliktlinien sie sich im Zuge der Vereinsübergabe besonders häufig konfrontiert sehen und welche Bewältigungsstrategien hilfreich sein können.
Bereits in "Warum macht uns Kultur so glücklich?" stellte die Kulturvermittlerin und Pädagogin Sabine Benzer eine These in den Raum, die sie mit verschiedenen Expertinnen und Experten in einem Buch zusammengefasst ausgiebig erörterte. Gut zehn Jahre später und zum 50-jährigen Jubiläum des Theater am Saumarkt Feldkirch setzt sich deren Geschäftsführerin mit bekannten Denker:innen, Autor:innen und Wissenschaftler:innen wie Lisa Herzog, Sabine Kock, Stefanie Gerold, Konrad Paul Liessmann, Michael Hirsch oder Michael Wimmer zu „guter Arbeit“ auseinander. Wir führten dazu ein Gespräch mit der Autorin.
Dritter Ort Dritte Orte sind Häuser von Kultur und Begegnung, die als Ankerpunkt für kulturelle Vielfalt einen Beitrag der Kultur zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts bieten. Darüber wird am 8. November im Kulturhaus Brotfabrik diskutiert.
Fair Pay ist eine von der IG Kultur Österreich 2011 ins Leben gerufene Kampagne, die unter dem Motto „Kulturarbeit ist Arbeit und verdient eine faire Entlohnung“ für eine gerechte Bezahlung im Kultursektor kämpft. Beim "Fair Pay Day" im Container 25 präsentierte die IG KiKK die Plakataktion „FAIR PAY statt UNBEZAHLT", um auf die lückenhafte Finanzierung von Kulturarbeit hinzuweisen. Die aktuelle Ausgabe der DIE BRÜCKE - Kärntens Kulturzeitschrift widmet sich anlässlich des internationalen Frauentages, der alljährlich am 8. März begangen wird, unter dem Thema "Mitgemeint" Frauen in Kunst und Kultur. Elena Stoißer beschäftigt sich in "weiblich und prekär" damit, wie sich prekäre Beschäftigungsverhältnisse im Kulturbereich auf Frauen auswirken und wie Fair Pay dazu beitragen kann, Ungleichheiten zu beseitigen.
Es gibt Räume, die das Potenzial haben, dass unterschiedliche Menschen gern zusammenkommen und neue Perspektiven auf das Gewohnte ermöglichen – Anspruch viele Kulturräume und Dritter Orte. Was es mit dem Konzept der "Dritten Orte" auf sich hat und warum es mehr davon insbesondere in ländlichen Räumen braucht, erläutert Judith Lutz.
Freiwiliges Engagment spielt im "Vereinsland Österreich" eine zentrale Rolle. Auch im Kulturbereich wäre vieles ohne ehrenamtlich Engagement schlicht nicht möglich – schon gar nicht in ländlichen Räumen. Isolde Seirer-Melinz über die Anfänge des Freiwilligenengagement, seinem Stellenwert heute und Beitrag zu nachhaltigen Entwicklungsprozessen.
2024 feiern 23 Gemeinden des Salzkammerguts den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt. Als Strategie der kulturellen Regionalentwicklung wird damit ein Prozess der Festivalisierung bedient – und bietet möglicherweise Potenzial, diesen Prozess gleichzeitig zu hinterfragen.