Theorie

Shaking the (Stone-)Wall

Es gibt wohl selten ein Buch, von dem man sagen könnte, man habe darauf gefühlsmäßig zehn Jahre gewartet. Noch seltener trifft dies auf eine wissenschaftliche Publikation zu. Dieses Moment der Begeisterung resultiert aus der Verbindung geopolitischer, zeitlicher und aktivistischer Kritikfähigkeit im Buch „De-Centring Western Sexualities“, herausgegeben von Robert Kulpa und Joanna Mizielińska.

Für eine Epistemologie der Minderheiten?

Bei aller Unterschiedlichkeit und Vielfältigkeit der Forschungsfelder stehen in den Queer-Studies ebenso wie in den Disability- und Gender-Studies historische wie gegenwärtige Vergesellschaftungsformen des Somatischen im Mittelpunkt des Interesses. Ziel ist es, die normative Ordnung der Mehrheitsgesellschaft und die damit verbundenen soziokulturellen Techniken des Othering aufzuzeigen und auf diese Weise eine gesellschaftliche Veränderung zu ermöglichen.

Zur unmöglichen Möglichkeit queerer Kollektivität

Die politische Geschichte von queer begänne dann dort, wo die Perversen weder separatistisch auf ihrem bloßen Anderssein beharren noch sich – meist auf Kosten Nachkommender – als Teil der Normalität behaupten, sondern diese Normalität selbst angreifen: „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt.“

It's easy if you try …

In sexistischen und homophoben Grundsätzen vereinigen sich die gerne mal so zerstrittenen Weltreligionen zu einer solidarischen Einheit. Da wird schon mal gemeinsam gegen die Homo-Ehe demonstriert oder die strukturelle Diskriminierung von Frauen unter den Teppich gekehrt.

Was wäre wenn… nicht nur träumen von einer Gegenöffentlichkeit.

Der Relaunch des vor knapp zwei Jahren von der Moser Holding eingestellten Boulevardblattes rief auf den Straßen Innsbrucks die unterschiedlichsten Reaktionen hervor: von hocherfreutem Wiedererkennen über wohlwollendes Interesse bis hin zu offener Ablehnung – die Neue polarisierte nach wie vor. Dass sich nunmehr allerdings abweichende, dissidente und träumerische Vorstellungen eines anderen Tirols in das Kleinformat eingeschlichen hatten, fiel oft erst auf den zweiten Blick auf.

Über den Wirklichkeitsanspruch der Fotografie

Die Beziehung zwischen Kunst und Wirklichkeit steht im Zentrum der künstlerischen Arbeiten von Anna Artaker. Neben ihrer Teilnahme an der Gruppenausstellung Das Potosí-Prinzip, die zur Zeit im Haus der Kulturen der Welt in Berlin zu sehen ist, gastierte sie zuletzt im Frühjahr 2010 mit einer Einzelausstellung in der Wiener Secession, bei der Fotos der Totenmasken des sowjetischen Staatsbildhauers Sergej Merkurov zu sehen waren.

Vorwärts in die Vergangenheit

Was konstituiert das heutige EUropa? Ist die EU tatsächlich primär ein Staatenverbund zum Zweck der Durchsetzung eines neoliberalen Binnenmarkts? Oder spielt das politische Zusammenwachsen des vormals in Ost und West geteilten Europas als eine „Werte- und Kulturgemeinschaft“ unter dem Mantel der „Reintegration zwecks Wohlstand und Stabilität“ darin eine wichtige, möglicherweise entscheidende Rolle im Prozess der Durchsetzung marktwirtschaftlicher Interessen des Westens im Osten?

Migrationsräume auspegeln

"Living Across. Spaces of Migration" kuratiert von Christian Kravagna - "Grenzpegel. Kreativität und Kontroversen migrantischer Musikszenen" kuratiert von Ruby Sircar und Fatih Aydoğdu - "Viel Glück! Migration heute. Wien, Belgrad, Zagreb, Istanbul"/Mandelbaum Verlag

Ein Freies Medium ist ein Freies Medium ist ein Freies Medium

Jedenfalls war die als eine Art Messe konzipierte Veranstaltung wohl ein Erfolg, eine Menge Print- und Onlinemedien präsentierten sich, und ziemlich viele Menschen interessierten sich auch dafür. Warum löste sie trotzdem einen so fahlen Beigeschmack bei vielen derer aus, die sich ebenfalls im Kontext „Freier Medienarbeit“ aktiv wähnen?

Der dritte Ort

Mit dem Aufstieg der „Graphic Novel“ als „ernster“ Comic-Gattung sind auch Erzählungen über das Leben in der Migration bzw. Diaspora verstärkt ins Blickfeld gerückt.

„Wir sind gegen AUSLÄNDER_theater“

„Ich heiße Süleyman! Und das ist mein Migrationshintergrund. – Gelme lan, gelmesene oğlum! Lan oğlum bıraksana yakamı, sümük gibi yapış tın, bırak lan yakamı! Ich bin Österreicher!“

„Close ecounters of the third kind – We are not alone!“

Auf dem Programm der Wiener Festwochen (WFW) fand sich dieses Jahr auch das Projekt Bed&Breakfast (B&B) des österreichischen Künstlers Alexandar Nikolić . Ins Zentrum seiner Intervention stellte Nikolić das politisch höchst aktuelle Verhältnis der mehrheitsösterreichischen Gesellschaft einerseits zu den ImmigrantInnen, insbesondere zur großen Gruppe der ImmigrantInnen aus der Region des ehemaligen Jugoslawiens, andererseits.