Theorie

Von Omaru bis Omofuma. Zur Kritik rassistischer Gewalt filmischer Repräsentation.

Konstruktion von Weißsein Vida Bakondy und Renée Winter haben mit ihrer Studie „Nicht alle Weißen schießen.“ Afrika-Repräsentationen im Österreich der 1950er Jahre im Kontext von (Post)Kolonialismus und (Post-)Nationalsozialismus eine dichte und vielschichtige Untersuchung zu Produktion, Rezeption und Kontinuität rassistisch motivierter Gewalt vorgelegt. Am Beispiel des Films Omaru – eine afrikanische Liebesgeschichte erarbeiten sie eine präzise Analyse von Produktion/sbedingungen, Bedeutungsproduktion und Rezeption/sbedingungen der für das Selbstverständnis im

Universen des Widerstandes. Bücher über den Strand unterm Pflaster

Zuerst dachte ich, interessant: zwei Bücher zum fast gleichen Thema, zur fast gleichen Zeit, genährt von Kontexten, die mir entweder nahe stehen oder denen ich gerne nahe stünde. Fantasieorte eben, des immer wieder geprobten und erträumten Widerstandspotentials. Zwei Bücher, das eine eher philosophisch, das andere mehr Methodiken der Performance theoretisch wie praktisch zugetan, beide wildernd in den jeweilig anderen Gebieten. Wunderbar, dachte ich und dann ist

Werner Portmann, Siegbert Wolf: „Ja, ich kämpfte“

Ein Großteil der ostjüdischen Traditionen und Alltagspraxen, wie etwa die jiddische Sprache, ist vor Ort beinahe verschwunden. Es kann also nur noch erahnt werden, wie ostjüdisches kulturelles Leben dort aussah. Aufgrund dieser erschreckenden Tatsache will das Buch „Ja, ich kämpfte“. Von ,Luftmenschen‘, Kindern des Schtetls und der Revolution den fast vernichteten und vergessenen Traditionen wieder Raum und Stimme geben.

Bini Adamczak: Gestern Morgen

Bini Adamczaks Reise in die Vergangenheit beginnt in einem Zug. Die Reisenden schweigen, während SoldatInnen des NKWD, des Volkskommissariats für innere Angelegenheiten, ihnen reichlich zu essen bringen. Gut genährt sollen die deutschen und österreichischen AntifaschistInnen auf Basis des Hitler-Stalin-Paktes an Nazi-Deutschland ausgeliefert werden.

Der „Ausländer“ und seine Erziehung

Der rassistische Verstand aber erklärt diese Art von Vielfalt für unwesentlich und für unveränderlich. Er sieht in den Männern dasselbe wie in den Frauen, in den Kindern dasselbe wie in den KulturproduzentInnen, nämlich den „Ausländer".

Für eine Sprache ohne Rassismus

In Graz hat es nun geklappt. Ein Monat lang führ eine Straßenbahn mit antirassistischen Positionen durch die Stadt.

Raum artikulieren. Einige Vorbemerkungen zum Verhältnis von Sozialität und Spatialität

Als exemplarische Vorform heutiger Strategien des Aufbegehrens im städtischen Raum war in den frühen 1990er Jahren in London und Umgebung in der Allianz aus RaverInnen und UmweltschützerInnen eine Praxis entstanden, die die Straße nicht nur als Ort der Umweltzerstörung bekämpfte, sondern zugleich als neue Öffentlichkeit besetzte: An der Kreuzung von antikapitalistischen und hedonistischen Strategien versuchte Reclaim the Streets, die Aneignung der Straße als Insurrektion und konstituierende Macht zu erproben.

theatrale räume. raumproduktion und autorisierung.

theater ist das gemeinsame prozessieren von sich zur gleichen zeit im gleichen raum befindenden, das prozessieren aller anwesenden einer gemeinsamen situation mit unterschiedlichen voraussetzungen. theater ist das teilen einer zeitdauer in einem raum, eine dauer, die in glücksfällen zu einer geteilten zeit wird. wenn man theater nicht als vorzeigen eines gewussten, sondern viel mehr als ein erzeugen einer situation versteht.

Die Einsätze der Übersetzung. „Kulturelle Übersetzung“ und das ungedachte Problem des Ausdrucks.

Im Begriff der „kulturellen Übersetzung“ liegt, der linguistischen Herkunft des Übersetzungsbegriffs entsprechend, ein unmittelbarer Verweis auf einen Zusammenhang des Ausdrucks.

Die Sprache der Dinge. Walter Benjamin und die dokumentarische Form als Übersetzung.

Was wäre, wenn die Dinge sprechen könnten? Was würden sie uns sagen? Oder sprechen sie schon und wir hören sie bloß nicht? Und wer wird sie übersetzen?

kinoki-Mehrfachbelichtungen. Dziga Vertov und der Versuch eines revolutionären Kinos.

Gekippte Aufnahmen eines kinoki-Aktivisten mit Kamera wechseln in rascher Folge mit dem Zwischentitel: „Wir blenden die Sterne mit unseren Projektoren!“ Als wir in der ersten Hälfte der 90er Jahre eine Filmgruppe mit Homebase im Wiener Ernst-Kirchweger-Haus nach Vertovs Begriff für Film-AktivistInnen kinoki benannten, hatten wir lediglich den „Mann mit der Kamera“ gesehen.

Körper in Aktion, Film und Video. Einige Anmerkungen zu "Oh Sensibility" und "Der Schlaf der Vernunft".

Muehl bezeichnete Aktionen wie "Oh Sensibility" als „Revolution der Wirklichkeit“ und war der Meinung, dass Schnitte in deren filmischer Dokumentation diese Wirklichkeit verschleierten: „Für mich ist nicht interessant, was mit der Kamera und dem Film geschieht, sondern was vor der Kamera getan wird.“