Praxis

Mehr Wert! Kultur jenseits von Markt und Tradition.

Im sechsten „Bewegungsmelder Kultur“ geht es in Kulturpolitik aktuell um die „UNESCO-Konvention zum Schutz und zur Förderung der kulturellen Vielfalt“. Wir prüfen die Chancen und Risiken der Konvention. Die Kulturarbeiterin des Monats im Interview ist diesmal Christine Schörkhuber vom Verein Böllerbauer in Stadt Haag. Zuletzt bedienen sich die Sputniks on air eines Briefes der Doppelagentin Mata Hari an die Kunstministerin Claudia Schmied.

Frauen im Kunst- und Kulturbetrieb

In der aktuellen Radiosendung "Bewegungsmelder Kultur" bringen wir altbekannte, aber immer noch umkämpfte Forderungen von Frauen im Kulturbetrieb. In \\\"Alles was aus dem Rahmen fällt\\\" hört ihr einen Zusammenschnitt einer Präsentation des Buches bzw. der Studie \\\"Creating the Change\\\" von Sabine Benzer, die sie am 16. November im Zuge einer von fiftitu% veranstalteten Podiumsdiskussion gehalten hat. Von den Sputniks gibt es wie immer Süßes und Saures.

Die Geschichte der IG Kultur von 2000 - 2005

Als im Oktober 1999 die FPÖ als zweitstärkste Partei mit einem Stimmenanteil von über 27 Prozent aus den Wahlen zum österreichischen Nationalrat hervorging und im Februar 2000 schließlich von der ÖVP als Koalitionspartnerin in die Regierung geholt wurde, zog dies auch einen neuerlichen Politisierungsschub innerhalb des kulturellen Feldes sowie eine grundsätzliche Neupositionierung der IG Kultur Österreich im Verhältnis zum "gewendeten Staat" nach sich.

theater als handlungsraum

theater als praxis zum erlernen von bedingtem handeln. das theater der zukunft ist ein theater von/für tätige/zuschauer. dieses theater setzt spielräume für tätigkeiten. das ziel dieser theatralen handlungsräume ist die aktivität einer physisch-sozialen praxis, die kreativität anwendet auf die erfindung neuer rituale und gebaren, die die bestehenden habituellen konventionen "öffentlicher orte" mitbearbeiten.

Hirschhorns Wurst

"Meine Arbeit enthält für jeden etwas, und wenn es die Wurst am Imbissstand ist."

"Schwere Sachbeschädigung oder notwendige Ergänzung eines gefälschten Zitats?" Eine künstlerische Intervention wider das Vergessen und Verstecken von Vergangenheit in Österreich.

Mittwoch, 29. August 2001. Salzburg, Neue Residenz, Kaigasse 2. Wolfram P. Kastner und Martin Krenn ergänzen im Rahmen des Projekts "Rückgabe" mit Studierenden der "Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg" das Zitat auf der Gedenktafel für Theodor Herzl um einen entscheidenden Satz aus Herzls Tagebuch. Während auf der Tafel ausschließlich geschrieben steht "In Salzburg brachte ich einige der glücklichsten Stunden meines Lebens zu", fügen die KünstlerInnen folgenden Nachsatz handschriftlich hinzu: "Ich wäre auch gerne in dieser schönen Stadt geblieben; aber als Jude wäre ich nie zur Stellung eines Richters befördert worden."

Young Creatives: Unterversicherte Nomaden

Anders sieht die Sache selbstverständlich auf der Seite der ArbeitgeberInnen aus. Für sie kommt es zu abrechenbaren Vorteilen, fallen die Lohnnebenkosten doch weg bzw. sinken beträchtlich. Ein klassisches Konfliktmuster also, für das sich traditionell die Gewerkschaften verantwortlich fühlen sollten. Die allerdings können mit der neuen marginalisierten Schicht bisher wenig anfangen und haben das Problem daher bisher großteils ignoriert

Neuer Wein in alten Schläuchen. Wechsel im Vorstand der IG Kultur Österreich

Die Schlüsselebene der Kulturpolitik hat sich - naturgemäß - durch die Verwerfungen im politischen System Österreichs radikal verändert. Die einzige Kontinuität ist die fatale Ausgangsposition der Defensive in Sachen Kulturförderung, bedingt durch eine breite politische Achse, die schon vor dem Wechsel von der großen zur ganz kleinen Koalition auf Sparefrohpolitik und Rücknahme von Förderungen aller zivilgesellschaftlicher Formationen ruhte.

Zur Neugründung des Tanzquartier Wien - eine Zwischenbilanz

Eine einfache und dennoch komplexe Tatsache ist, dass die Entwicklung des Neuen sich nicht ohne Spannungen vollzieht. Auch die politisch ambitionierte Neugründung einer Institution wie des Tanzquartier Wien, des ersten Tanz- und Performancehauses Österreichs, kann sich nicht geräuschlos vollziehen, zu stark sind die Identifikationen mit dem Bestehenden und Gewohnten, zu groß die Ängste und Projektionen gegenüber einem entstehenden Gebilde, das als Novum seine Position in einer sich über Jahre kaum verändernden, gleichsam zementierten Subventionslandschaft behauptet.

Kultureller Stellenwert und politische Bedeutung von Open Source und freier Software

Open Source, Free Software, Linux, Apache. Das alles sind Namen, die in den unterschiedlichsten Bereichen für Verwirrung und Aufsehen sorgen. Spätestens seit dem Boom des freien Betriebssystems Linux und der Ausrufung von Apache zum beliebtesten Webserver der Welt wird das Phänomen Open Source ernst genommen.

TQW oder die Notwendigkeit zu kooperieren

Nein, der 40-jährige Choreograph Bert Gstettner bespielt mit seinem Tanz*hotel nicht im Alleingang die Stadthalle. Nein, das 20-jährige Tanztheater Homunculus (geleitet von Manfred Aichinger und Nikolaus Selimov) performt nicht im Hanappi-Stadion. Helmut Ploebsts Satire (siehe Kulturrisse 04/ 01) ist nicht zur Realität geworden. Oder doch? Jedenfalls hat sie prophetischen Charakter bewiesen.

Tanz 1070/1030

Seit kurzem gibt es in Wien zwei neue Hallen, in denen Tanz stattfinden kann: Die Halle G im Museumsquartier und die Halle 1030 im 3. Bezirk. Jede Tanzfreundin kann sich über neue Spielstätten nur freuen. Spielstätten für Tanz sind nämlich äußerst rar.