Konferenz

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Beschäftigungsperspektiven für MigrantInnen im soziokulturellen Feld

Im Rahmen von fields of TRANSFER findet im Herbst 2006 eine Konferenz statt, die die Ergebnisse der vorangegangenen Workshops zusammenführt und sich mit Beschäftigungsperspektiven für MigrantInnen im soziokulturellen Feld befasst.

 

Kulturarbeit in der Einwanderungsgesellschaft

Antirassistische Strategien und Interventionen

Am Freitag, 3. November 2006 findet in den WUK Museumsräumen (1090 Wien, Währingerstraße 59) die Konferenz „Kulturarbeit in der Einwanderungsgesellschaft: Antirassistische Interventionen und Strategien“, die von der IG Kultur Österreich im Rahmen des Projekts fields of TRANSFER veranstaltet wird, statt.

Auf der Konferenz soll u.a. der Frage nachgegangen werden, unter welchen Bedingungen in den heutigen Einwanderungsgesellschaften die Strategien und die Sichtbarmachung partizipativer und emanzipatorischer Kulturarbeit wirksam werden, oder welche Möglichkeiten der Intervention bzw. welche Allianzen kritische MigrantInnen- und Mehrheits-Initiativen im Kulturbereich entwickeln, um den Diskursen über "Parallelgesellschaften" und "Leitkultur" entgegenzuwirken.

 

Podiumsdiskussion "Kulturarbeit in der Einwanderungsgesellschaft: Perspektiven aktueller antirassistischer Praxen"

Donnerstag, 2. November 2006, 19.00
Depot, 1070, Breite Gasse 3 

In welcher Form nehmen derzeit antirassistische Oppositionen und politische Kulturarbeit aufeinander Bezug? Wie gehen kritische KulturarbeiterInnen mit unterschiedlichen antirassistischen Repräsentationsformen um und welche Rolle nimmt dabei die Selbstorganisation von MigrantInnen ein?

Vor dem Hintergrund gegenwärtiger Migrationspolitiken sollen aus verschiedenen Perspektiven Rahmenbedingungen und Ziele aktueller antirassistischer Praxen im Kulturbereich reflektiert werden. 

Podiumsdiskussion mit:

Kien Nghi Ha, Politikwissenschafter (Berlin) 
Baruch Wolski, Kulturverein Kanafani (Wien)
Marty Huber, IG Kultur Österreich (Wien)

Moderation: Vlatka Frketic 

Konferenz "Kulturarbeit in der Einwanderungsgesellschaft: Antirasstische Interventionen und Strategien"

Freitag, 3. November 2006, 10.00-20.00
WUK Museumsräume, 1090 Wien, Währingerstr. 59


    Programm

    ab 9.30 Ankunft, Registrierung

    10.00-10.30 Begrüßung

    10.30-13.30 Projektmosaik 1-6

    Projektmosaik 1 + 2: Antirassistische Interventionen 
    >Slavomir Boban Stojkov/Romani dori (Wien)
    >Belinda Kazeem, Dominic Mariochukwu Gilbert/Recherchegruppe zur Schwarzen österreichischen Geschichte/remapping Mozart (Wien) 


    Projektmosaik 3 + 4: Strategische Allianzen
    >Galia Baeva, Marissa Lobo/maiz - Autonomes Zentrum von & für Migrantinnen (Linz)
    >N.N./Kulturverein Kanafani (Wien) 


    Projektmosaik 5 + 6: Kritische Öffentlichkeiten
    >Beatrice Achaleke/SFC – Schwarze Frauen Community (Wien)
    >Hirut Kiesel, Karim Duarte/world media insights/ORANGE 94.0/Okto TV (Wien) 


    13.30-14.30 Mittagspause

    14.30-16.30 parallele Workshops

    Workshop 1: Antirassistische Interventionen
    >Njideka Stephanie Iroh, Claudia Unterweger/Recherchegruppe zur Schwarzen Österreichischen Geschichte/remapping Mozart (Wien)
    >Markus Reindl/Der Neue Heimatfilm-Festival (Freistadt - OÖ)

    Moderation: Katja Haller, FIFTITU% Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst und Kultur in OÖ (Linz)

    Workshop 2: Strategische Allianzen
    >Cristiane Tasinato, Rubia Salgado/maiz – Autnomes Zentrum von & für Migrantinnen (Linz)
    >Albrecht Dornauer/p.m.k – plattform mobile kulturinitiativen (Innsbruck) 

    Moderation: Sabine Benzer, Theater am Saumarkt (Feldkirch)

    Workshop 3: Kritische Öffentlichkeiten
    >Hirut Kiesel, Karim Duarte/world media insights/ORANGE 94.0/Okto TV (Wien)
    >Sarah Schönauer, Peter Riegersperger/subnet – Salzburger Netzkulturknoten (Salzburg) 

    Moderation: Simon Inou, afrikanet.info (Wien)

    17.00-18.00 Abschlussdiskussion

    19.00-20.00 Filmprogramm
    Film- und Videobeiträge von u.a. Schwarze Recherchegruppe, FeMigra, world media insights etc.

    ab 20.00 Ausklang

    Moderation: Georgia Sever


      Anmeldung bis 31.10.2006 unter office@igkultur.at
      Eine kostenlose Kinderbetreuung wird bei Bedarf angeboten.


        Links zu den Kultur- und MigrantInneninitiativen

        Recherchegruppe zur Schwarzen österreichischen Geschichte/remapping Mozart
        maiz - Autonomes Zentrum für & von Migrantinnen
        Kulturverein Kanafani
        SFC – Schwarze Frauen Community
        Der Neue Heimatfilm-Festival
        FIFTITU% Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst u. Kultur in OÖ
        p.m.k – plattform mobile kulturinitiativen
        Theater am Saumarkt
        subnet – Salzburger Netzkulturknoten
        afrikanet.info

        "Kulturarbeit in der Einwanderungsgesellschaft"

        Anfang November veranstaltete fields of TRANSFER, das Projekt der IG Kultur Österreich im Rahmen der EQUAL-Partnerschaft "work in process“, eine Vernetzungskonferenz mit dem Titel "Kulturarbeit in der Einwanderungsgesellschaft“. Den Auftakt machte die Podiumsdiskussion "Perspektiven aktueller antirassistischer Praxen“ am 2. November im Depot. Der Berliner Politikwissenschaftler Kien Nghi Ha, Baruch Wolski vom Kulturverein Kanafani aus Wien und Marty Huber, Sprecherin der IG Kultur Österreich, diskutierten über Rahmenbedingungen und Ziele aktueller antirassistischer Praxen im Kulturbereich und hoben vor allem die Notwendigkeit der partizipativen Selbstrepräsentation hervor.

        Unter dem Schwerpunkt „Antirassistische Interventionen & Strategien“ fand die Konferenz am 3. November im WUK ihre Fortsetzung. MigrantInnen sind als Publikum wie auch als kulturelle ProduzentInnen wenig sichtbar – auch über ihre diversen kulturellen Praxen existiert wenig Wissen, zumal sie in der Öffentlichkeit öfters als defizitär und problembehaftet dargestellt werden. Ein Ziel der Konferenz bestand somit darin, aktuelle Kulturproduktionen von MigrantInnen ins Zentrum zu rücken und der Selbstrepräsentation migrantischer KulturarbeiterInnen eine breitere Öffentlichkeit zu bieten.

        Vormittags präsentierten und diskutierten sechs migrantische Kulturprojekte ihre unterschiedlichen Arbeiten zu Fragen der Geschichtsschreibung aus der eigenen Perspektive, der Verflechtung zwischen exotisierender, stereotyper Darstellung und struktureller Diskriminierung, der medialen Präsenz von MigrantInnen in den Freien Medien wie auch der Möglichkeiten strategischer Allianzen in der Kulturarbeit, mit dem Ziel eine langfristige Partizipation von MigrantInnen im Kulturbereich zu erkämpfen.

        Am Nachmittag boten die Workshops zu den Themen „Antirassistische Interventionen“, „Strategische Allianzen“ und „Kritische Öffentlichkeiten“ die Möglichkeit einer intensiven Auseinandersetzung unter mehrheitsösterreichischen und migrantischen Kulturinitiativen. Hierzu wurden VertreterInnen von Kulturinitiativen aus Salzburg, Tirol und Oberösterreich als Ko-ReferentInnen eingeladen. In den Arbeitsgruppen wurden Bedingungen partizipativer und emanzipatorischer Kulturarbeit zur Diskussion gestellt, aber auch die Verwendung und Definition von Begrifflichkeiten vor dem Hintergrund unterschiedlicher Zugänge und Interessen innerhalb antirassistischer Arbeit erläutert.

        Die Diskussionen zeigten, dass Partizipation und Anerkennung wesentliche Punkte sind, um die sich derzeitige Ausschlüsse von MigrantInnen im Kulturbereich formieren. Die Praxis migrantischer Kulturarbeit wird generell von den Institutionen und Initiativen im Kulturbereich weiterhin nicht als gesamtgesellschaftlich relevanter kultureller Beitrag wahrgenommen und somit auch nicht gefördert. Der rege Austausch unterschiedlicher Haltungen und Zugänge markierte die Notwendigkeit einer weiteren Auseinandersetzung mit den Themen.