How to Generationswechsel | Kako izpeljati generacijsko menjavo

Früher oder später steht jeder Vereinsvorstand vor derselben Frage: Wer kommt nach uns? In der aktuellen Episode der kulturpolitischen Sendung der IG KiKK widmet sich Ana Grilc dem Thema Generationswechsel – einer Herausforderung, die viele Kulturvereine in Kärnten|Koroška betrifft.

How to Generationswechsel 

Das Thema Generationswechsel gilt als Dauerbrenner in der freien Kunst- und Kulturszene. Der Übergabeprozess bringt viele Emotionen, Herausforderungen und Potenziale mit sich. Die IG Kultur hat sich dem Thema in einer Schwerpunktausgabe ihres Magazins gewidmet. In der aktuellen Episode von KiKK off – za kulturo sprechen die Redakteurin Bettina Mair und Vertreter:innen von Vereinen in Kärnten|Koroška, die einen Generationswechsel bereits vollzogen haben oder sich gerade mitten in diesem Prozess befinden, über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse.

Episode 46: 
1.2.2026

KIKK OFF za kulturo
Die kulturpolitische Radiosendung der IG KiKK
Jeden ersten Sonntag im Monat um 19:30 Uhr auf Radio Agora 105|5

Kako izpeljati generacijsko menjavo

Tema generacijske menjave velja za stalnico v svobodni umetniški in kulturni sceni. Proces prenosa s seboj prinaša številna čustva, izzive in potenciale. IG Kultur se je temi posvetila v tematski izdaji svoje revije. V aktualni epizodi oddaje KiKK off – za kulturo se urednica Bettina Mair in predstavniki_predstavnice društev na Koroškem, ki so generacijsko menjavo že izvedli ali pa se trenutno nahajajo sredi tega procesa, pogovarjajo o svojih izkušnjah in spoznanjih.

Epizoda 46: 
1.2.2026

KIKK OFF za kulturo
Kulturno-politična radijska oddaja IG KiKK
Vsako prvo nedeljo v mesecu, ob 19:30 uri na Radiu Agora 105|5

 

Nachlese

Früher oder später steht jeder Vereinsvorstand vor derselben Frage: Wer kommt nach uns? In der aktuellen Episode der kulturpolitischen Sendung der IG KiKK widmet sich Ana Grilc dem Thema Generationswechsel – einer Herausforderung, die viele Kulturvereine in Kärnten|Koroška betrifft.

Die Herausforderung

Gründungsvorstände bauen Strukturen auf, schaffen Gemeinschaften und erschließen Räume. Mit der Zeit etablieren sich Arbeitsweisen und Routinen. Doch wie lässt sich das Erarbeitete an eine neue Generation weitergeben? Und wie geht man damit um, wenn diese Generation eigene Erwartungen und Zugänge zur Vereinsarbeit hat?

Besonders viele Vereine, die in den 1990er Jahren oder zur Jahrtausendwende gegründet wurden, werden noch immer von ihren Gründer:innen geleitet. Nach jahrzehntelanger Arbeit stellt sich nun die Frage nach der Zukunft.

Ressourcen und Realitäten

Bettina Mair, Teil des Büroteams der IG Kultur Steiermark und Mitredakteurin der Schwerpunktausgabe "Generationswechsel Übergabe Kultur" des IG Kultur Magazins, bringt es auf den Punkt: Gemeinnützige Kulturvereine arbeiten in der Regel sehr prekär. Die Ressourcen fehlen oft, um sich wirklich Zeit für den Übergabeprozess zu nehmen oder überhaupt Personen zu finden, die nachfolgen wollen.

Gleichzeitig können bestehende Strukturen, Kontakte und Ressourcen als Anreiz für jüngere Personen dienen, sich einem etablierten Verein anzuschließen, anstatt einen neuen zu gründen. Viele junge Menschen denken jedoch gar nicht daran, dass sie etwas Bestehendes übernehmen könnten.

Junge Menschen einbinden

Im ersten Schritt gilt es, Bewusstsein zu schaffen. An Schulen gehen, mit Jugendzentren arbeiten, auf die eigene Arbeit aufmerksam machen. Wenn junge Menschen Interesse zeigen, ist es entscheidend:

  • Offen gegenüber neuen Ideen zu sein

  • Nicht alles so machen zu müssen wie in der Vergangenheit

  • Junge Menschen in ihrer Expertise wahrzunehmen

  • Räume zum Probieren zu geben

  • Gestaltungsräume zu schaffen

"Wenn junge Menschen das Gefühl haben, sie werden gesehen, gehört und können sich einbringen, bleiben sie", so Mair.

Erfolgreiche Beispiele aus Kärnten|Koroška

Container 25 (Hattendorf bei Wolfsberg|Volšberk)

Das Kulturzentrum hat bereits drei Generationswechsel erfolgreich gemeistert. Alina Volk, die aktuelle Vorsitzende, berichtet: Jede Generation kam zunächst als eigenständiges Kollektiv, suchte nach einem Raum und integrierte sich schrittweise in die Vereinsarbeit. Heute ist der Vorstand eine Mischung aus zweiter und dritter Generation, wobei manche von Wien oder Graz aus mitwirken.

Die größte Herausforderung im ländlichen Raum: fehlende öffentliche Verkehrsanbindungen. Der Container 25 nutzt Schlüsselfiguren wie Lehrpersonen, die mit Schulklassen kommen, und Kooperationen mit der Musikschule, um junge Menschen zu erreichen.

Urban Playground (Klagenfurt|Celovec)

Nach dem Wegzug der Gründer übernahm eine Gruppe junger Menschen die Vereinsführung. Vorsitzender Valentin "Mogli" Pezzei erzählt: "Wir sind alle mit dem Playground groß geworden. Wenn wir was machen, dann nur unter diesem Namen."

Der Verein bietet eine Plattform für motivierte Menschen: von Social Media über Merch bis hin zur organisatorischen und finanziellen Unterstützung eigener Projekte. Durch Tanzkurse, Graffiti-Workshops, Rap-Producing, DJing, Capoeira und Yoga erreicht Urban Playground verschiedene urbane Subkulturen.

SPD Srce (Eberndorf|Dobrla vas)

Das 1906 gegründete Slovensko prosvetno društvo ist ein Beispiel für Langlebigkeit durch konsequente Jugendarbeit. Der Verein betreibt mehrere Puppentheater, Theatergruppen sowie einen Jugend- und Kinderchor. Die Jugendlichen haben einen eigenen Raum und organisieren eigene Projekte wie das Fest Žuropotlipo.

Eine Herausforderung bleibt die Distanz zwischen Studienorten (oft Wien oder Graz) und dem Vereinssitz. Doch durch offene Kommunikation zwischen den Generationen soll der Übergabeprozess konstruktiv gestaltet werden.

Professionalisierung und Weiterentwicklung

Die Kammerlichtspiele in Klagenfurt/Celovec zeigen, wie Generationswechsel auch Professionalisierung bedeuten kann. Natalia Hartmann berichtet von der Aufstockung des Budgets, der Schaffung von Stellen und der Entwicklung vom Jazz Club zum Mehrspartenhaus – unterstützt vom Gründer Peter Bolzer.

Empfehlungen für einen erfolgreichen Übergabeprozess

Frühzeitig planen – Nicht warten, bis "Feuer am Dach" ist

Dokumentation schaffen – Aufschreiben, was der Verein alles tut, welche Aufgabenbereiche und Verantwortlichkeiten es gibt

Strukturen klären – Menschen, die jahrelang in einem Bereich tätig sind, wissen oft nicht, wie unübersichtlich ihre Arbeit für neue Personen ist

Diversität fördern – Teams, die divers aufgestellt sind, arbeiten besser. Diversität in möglichst vielen Kategorien denken: Geschlecht, Alter, Generation, Hintergrund

Konflikte als Chance – Unterschiedliche Erwartungshaltungen können zu neuen Arbeitsweisen und Strukturen führen

Gegenseitiges Lernen – Austausch zwischen den Generationen ermöglichen und neue Perspektiven zulassen

Fazit

Der Übergabeprozess eines Vereins muss gut geplant sein. Es gilt, Erwartungen zu formulieren, Prozesse, Aufgaben und Strukturen zu klären, Raum für Gespräche zu schaffen sowie neue Ideen und Veränderungen zuzulassen. Auch wenn der Prozess Herausforderungen mit sich bringt – die freie Kulturszene in Kärnten|Koroška zeigt eindrucksvoll, dass sie ihnen gewachsen ist.

Diese Nachlese basiert auf der Podcast-Episode "kikk off za kulturo“ der IG KiKK zum Thema Generationswechsel in Kulturvereinen.

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