Skandalöse Lobhudelei auf FP-Regierungsbeteiligung

Noch ist der demokratiepolitische Skandal um die NS-Verharmlosung durch Volksanwalt Ewald Stadler nicht ausgestanden, meldet sich Kunststaatssekretär Franz Morak zu Wort, um die Zusammenarbeit mit der FPÖ und die angebliche Problemlösungskapazität der Bundesregierung zu loben. In seiner Bilanz wünscht Morak sogar eine weitere Fortsetzung nach Ablauf der Legislaturperiode.

Franz Morak setzt Machterhalt über die politische Kultur

Noch ist der demokratiepolitische Skandal um die NS-Verharmlosung durch Volksanwalt Ewald Stadler nicht ausgestanden, meldet sich Kunststaatssekretär Franz Morak zu Wort, um die Zusammenarbeit mit der FPÖ und die angebliche Problemlösungskapazität der Bundesregierung zu loben. In seiner Bilanz wünscht Morak sogar eine weitere Fortsetzung nach Ablauf der Legislaturperiode.

Für die IG Kultur Österreich ist damit ein erschreckendes Signal gesetzt, wie wenig Verantwortung seitens des Staatssekretärs für Kunst und Medien im Hinblick auf die Entwicklung der politischen Kultur in Österreich wahr genommen wird. "Morak kann seine liberalen Ablenkmanöver nicht mehr weiter aufrecht erhalten", erklärt IG Kultur-Vorsitzender Bernhard Amann. "Der Regierungs-VP unter Kanzler Schüssel geht es nur noch um den reinen Machterhalt. Und der Staatssekretär dient diesem Zweck offensichtlich als grundsatzloser Erfüllungsgehilfe."

Von Problemlösungskapazität konnte bislang nicht ein einziges Mal die Rede sein. Die Regierungsarbeit hat die FPÖ nicht gebessert, sondern als Gefährdungsmoment demokratischer Grundfeste weiter bestätigt. Ganz zu schweigen von der internationalen Reputation, deren zunehmende Beschädigung gerade auch im kulturellen Austausch ständig spürbar ist. "Für die IG Kultur Österreich ist völlig klar: Ewiggestrige Zündler wie Ewald Stadler haben auf der Polit-Bühne nichts zu suchen. Dem Spuk muss jetzt ein Ende bereitet werden. Die blau-schwarze Koalition selbst vom Platz zu verweisen, ist ein erster wichtiger Schritt dazu", so der Vorstand der IG Kultur Österreich in einer abschließenden Stellungnahme.

Ähnliche Artikel

„Wer Demokratie will, unterstützt Kunst und Kultur.“ Mit diesem klaren Statement beschreibt Alexandra Abbrederis, neue Obfrau des Spielboden Dornbirn, den gesellschaftlichen Anspruch des größten Kulturzentrums Vorarlbergs. Gemeinsam mit Geschäftsführerin Heike Kaufmann will sie den Spielboden als offenen Begegnungs- und Diskursort weiterentwickeln. Während öffentliche Förderungen schrumpfen und wirtschaftliche Zwänge wachsen, plädiert Kaufmann dafür, mutig zu bleiben: „Wir müssen uns Neues trauen, Wagnisse eingehen und neue Formate entwickeln.“ Im Gespräch erzählen die beiden, warum Kultur weit mehr ist als Unterhaltung, weshalb Gemeinschaft und Solidarität zentrale Werte ihrer Arbeit sind und warum gerade Krisenzeiten Orte brauchen, an denen Gesellschaft verhandelt werden kann.
Arbeitsmöglichkeiten gehen verloren, Existenzen in Kunst und Kultur immer schwerer, Bedingungen verschlechtert Zwischenbilanz nach vier Monaten Zuverdienstverbot anlässlich des Tags der Arbeitslosen am 30. April: Anstatt die soziale Absicherung in Kunst- und Kulturberufen zu verbessern wird sie faktisch untergraben. Denn für viele nicht durchgehend Beschäftigte bedeutet das: Entweder soziale Absicherung oder Einkommen. Damit werden aus Beschäftigungskrisen Existenzkrisen. Zu Verbesserungen bei den Beschäftigungsverhältnissen führt diese Regelung in Kunst und Kultur nicht.
Schere im Vordergrund, die einen Schatten wirft in Schwarz-Weiß Pressemitteilung zu den Budgetverhandlungen 2027–2028: Freie Kulturarbeit braucht Planungssicherheit statt Kürzungen von historischem Ausmaß.