Jahresrückblick 2023

In der letzten Ausgabe des Kulturradios 2023 hört ihr ein Gespräch zum Jahresrückblick mit Yvonne Gimpel (IG Kultur Österreich), Mirjam Steinbock (IG Kultur Vorarlberg) und Lidija Krienzer-Radojevic (IG Kultur Steiermark)

Kulturradio – die monatliche Sendung der IG Kultur Steiermark

Eigentlich hätte diese Sendung ein klassischer Jahresrückblick werden sollen. Ein Blick in die konkreten Themen, die die IG Kultur auf Österreichebene, in der Steiermark und in Vorarlberg beschäftigt haben. Fair-Pay, die Inflation, Energiekosten, Absicherung von Kulturräumen, Kultur in den Regionen, Kulturbudgets, Mobilität im Zeichen der Klimakrise etc..

Sehr schnell wurde im Gespräch aber klar das ein wesentlich erweiterter Reflektionsprozess nötig ist um das vergangen Jahr zu bewerten und auch einen differenzierten Ausblick auf das nächste Jahr zu schaffen. Schließlich kann man sich über die eben erwähnten konkreten Themen ja auch auf unserer Homepage einen sehr guten Überblick verschaffen.

Wichtiger erschien den gesellschaftspolitischen Kontext von Kulturarbeit hervorzuheben. Was ist eigentlich Sinn und Zweck von freier Kulturarbeit in der Gesellschaft? Wo steht die freie Szene im Zusammenhang multipler, globaler Krisen und den politischen Auswirkungen? Ist "business as usual" ausreichend? Wie handeln, wenn man sich die Frage "wie kommt man zurück zur sogenannten Normalität" eigentlich gar nicht mehr stellen kann? Denn was soll diese Normalität sein? Und für wen?

Welchen Fragen und Themen muss sich das kulturelle Feld stellen? Welchen stellt man sich bereits ganz vehement und was sind strukturell notwendige Herausforderungen mit den man sich auseinandersetzen muss um resilient durch unsicher Zeiten zu kommen? Von inhaltlicher Ausrichtung und gesellschafspolitischer Verantwortung, bis zu internen Prozessen – Stichwort Generationenwechsel oder Organisationsentwicklung. Dazu kommen Fragestellungen in Bezug auf Diversität und Vielfalt in struktureller Hinsicht. Wem stehen Sichtbarkeit und Möglichkeitsräume im kulturellen Feld zu und wer kann es sich überhaupt leisten im Sektor tätig zu sein?

Dass es bei all dem auch eine politische Verantwortung gibt, Kulturarbeit und die kulturpolitischen und zivilgesellschafltichen Aspekte und Prozesse zu finanzieren steht außer Frage. Aber auch hier braucht es unbedingt Neuausrichtungen in der Förderpolitik bzw der Förderkultur.

All das und noch einiges mehr beleuchten Yvonne Gimpel, Geschäftsführerin der IG Kultur Österreich, Mirjam Steinbock, Geschäftsfüherin der IG Kultur Vorarlberg sowie Obfrau der IG Kultur Österreich und Lidija Krienzer Radojevic. Geschäftsführerin der IG Kultur und stellvertretende Obfrau der IG Kultur Österreich.

Musik von: Seydou Traore & Johannes Heindl, Just Friends and Lovers, Dunst & Prassl, Rosi Lebt, Berndt Luef Trio, Absatz1, Gustav

Downloads
kulturradio_dez_2_2023.mp3274.66 MB

Ähnliche Artikel

Die Kunst- und Kulturstrategie Kärnten | Koroška 2030 ist veröffentlicht. Nach einem zweijährigen Prozess liegt damit erstmals ein gemeinsamer Plan für die kulturpolitische Entwicklung des Landes vor. Parallel zum Erarbeitungsprozess hat die IG KiKK auf Basis einer österreichweiten Analyse von Kulturstrategien Empfehlungen für die Kärntner Strategie entwickelt. Wie viel davon wurde aufgegriffen? Die folgende Einordnung zeigt, inwiefern zentrale Empfehlungen der IG KiKK in der vorliegenden Strategie berücksichtigt wurden.
Kulturelle Demokratie beginnt nicht beim bloßen Zugang zu Kunst, sondern dort, wo unterschiedliche Gruppen Gesellschaft mitgestalten und Konflikte öffentlich austragen können. Monika Mokre im Gespräch mit Stefanie Fridrik über die politische Bedeutung kultureller Teilhabe, die Rolle freier Kulturarbeit und die Frage, was demokratische Öffentlichkeit in Österreich heute trägt – und was sie zunehmend gefährdet.
Kultur stärkt Demokratie nicht automatisch – sie muss selbst demokratisch organisiert sein. Lars Ebert fragt, wie kulturelle Teilhabe, Repräsentation und Entscheidungsmacht neu gedacht werden können, damit Kultur mehr ist als Angebot oder Standortfaktor. Aber vor allem zeigt er auf, warum Cultural Leadership dort beginnt, wo Kulturpolitik soziale Wirkung, kulturelle Rechte und gemeinschaftliches Handeln ernst nimmt.