FAQ Corona-Virus & Veranstaltungen (Updates zur neuen Rechtslage)

Die Bundesregierung hat Maßnahmen zum Umgang mit dem Coronavirus erlassen, die auch den Kulturbereich massiv treffen. Für Kunst- und Kulturveranstaltungen gelten strikte Vorgaben betreffend Anzahl der Teilnehmer*innen und Sicherheitsmaßnahmen. Was das für die Praxis heißt haben wir für euch hier zusammengestellt. 

Erstfassung erstellt: 10. März 2020, 21:00 Uhr. 
Letzte Aktualisierung: 1. Juli 2020, 10:00 Uhr. Wir aktualisieren laufend, sobald neue Informationen verfügbar sind. 

 

Überblick: 

Aktuelle Rechtsgrundlage: COVID-19-Lockerungsverordnung, zuletzt abgeändert am 29.6.2020 (6. Covid-19-LV-Novelle)

 

Welche Regelungen gelten aktuell für Veranstaltungen und bis wann sind diese gültig?

Seit 29. Mai sind Veranstaltungen unter Einhaltung der jeweiligen Personenobergrenzen und Sicherheitsvorgaben wieder erlaubt. Die aktuellen Bestimmungen gelten bis zum 31. Dezember 2020.

Grundsätzlich ist zu unterscheiden, ob es sich um Veranstaltungen "mit fix zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen" handelt oder um Veranstaltungen "ohne zugewiesene und gekennzeichnete Sitzplätze" (= freie Sitzplatzwahl oder Stehplätze) handelt. Ebenso gelten unterschiedliche Publikumsobergrenzen für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen und im Freiluftbereich. 

HINWEIS: Diese Regelungen gelten für Veranstaltungen (z.B. Lesungen, Vernissagen, Workshops, etc.) aber NICHT für den  regulären Betrieb von Museen, Ausstellungen, Bibliotheken, und Archiven

Rechtsgrundlage: COVID-19 Lockerungsverordnung
 

Welche Personengrenzen sind zu beachten? 
 

Überblick_Personenobergrenzen für Veranstaltungen

Publikumsobergrenzen für Veranstaltungen MIT zugewiesenen, gekennzeichneten Sitzen: 

  • ab 29.05.2020: Indoor bis zu 100 Besucher*innen | Outdoor bis zu 100 Besucher*innen 
  • ab 01.07.2020: Indoor bis zu 250 Besucher*innen | Outdoor bis zu 500 Besucher*innen
    (Hinweis: ab 100 Personen ist ein Präventionskonzept erforderlich, siehe unten) 
  • ab 01.08.2020: Indoor bis zu 500 Besucher*innen | Outdoor bis zu 750 Besucher*innen
    (Hinweis: ab 200 Personen ist ein Präventionskonzept erforderlich, siehe unten)  
    bei Bewilligung des Präventionskonzepts durch die Bezirksverwaltungsbehörde
    Indoor bis zu 1.000 Besucher*innen | Outdoor bis zu 1.250 Besucher*innen möglich 
  • ab 01.09.2020:
    bei Bewilligung des Präventionskonzepts durch die Bezirksverwaltungsbehörde
    Indoor bis zu 5.000 Besucher*innen | Outdoor bis zu 10.000 Besucher*innen
     

Publikumsobergrenzen für Veranstaltungen OHNE gekennzeichnete und zugewiesene Sitzplätze (freie Sitzplatzwahl / Stehplätze):

Für Veranstaltungen ohne zugewiesene und gekennzeichnete Plätze gilt:

  • bis Ende Juli eine Obergrenze von max. 100 Besucher*innen, 
  • ab 1. August eine Obergrenze von max. 200 Besucher*innen.

In der Verordnung werden "Stehplätze" nicht explizit angesprochen. Das Kulturministerium verweist jedoch an mehreren Stellen explizit darauf, dass die Formulierung "ohne zugewiesene und gekennzeichnete Plätze"  Veranstaltungen mit Stehplätzen ermöglicht (siehe Aussendung und Erläuterung) - bei Einhaltung der Obergrenze von max. 100 bzw. 200 Besucher*innen.

Der Mindestabstand von 1m zwischen Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, ist unbedingt einzuhalten. Weiters ist in geschlossenen Räumen eine den Mund- und Nasenbereich abdeckende mechanische Schutzvorrichtung zu tragen.
 

Wie ist die Personenobergrenze zu berechnen? 

Personen, die zur Durchführung der Veranstaltung erforderlich sind, sind in die vorgegebenen Höchstzahlen nicht einzurechnen. Das heißt, die Personenbegrenzungen beziehen sich auf das Publikum. Künstlerisches / organisatorisches / technisches Personal, das für die Durchführung der Veranstaltung erforderlich ist, ist nicht mitzuzählen.

HINWEIS: Bei Veranstaltungen mit wechselndem Publikum, etwa bei Veranstaltungen ohne fixe Beginn- und Endzeiten, ist die Besucher*innenzahl insgesamt, nicht nur die jeweils zeitgleich Anwesenden, für die Berechnung der Personenobergrenze heranzuziehen.
 

Welche allgemeinen Vorgaben gelten für Veranstaltungen? 

1. Abstandsregeln: 
Ein Meter Abstand bleibt die Grundregel - gemessen Körpermitte zu Körpermitte bzw. Sitzmitte zu Sitzmitte. Es gibt aber Ausnahmen, die Kulturveranstaltungen möglich machen, etwa wenn Sitzreihen enger gebaut sind:  

  • Entweder ein Meter Abstand (Sitzmitte zu Sitzmitte) oder ein Sitzplatz muss seitlich frei bleiben – Achtung: allfällige Maskenpflicht beachten (siehe unten). 
  • Menschen, die im gemeinsamen Haushalt leben oder gemeinsam eine Veranstaltung besuchen (sogn. "Besucher*innen-Gruppe", unabhängig von der Gruppengröße), dürfen ohne Abstand nebeneinander sitzen

HINWEIS: Wir erhalten zahlreiche Anfragen zur Regelung des 1m Abstand zwischen Sitzen. Die Information zur Messvorgabe „Sitzmitte zu Sitzmitte“ ist eine Information des Kulturministeriums, die uns explizit auch bestätigt wurde.
In der Verordnung heißt es dazu im Wortlaut: „Bei Veranstaltungen mit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen ist ein Abstand von mindestens einem Meter gegenüber anderen Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben oder nicht einer gemeinsamen Besuchergruppe angehören, einzuhalten. Kann dieser Abstand auf Grund der Anordnungen der Sitzplätze nicht eingehalten werden, sind die jeweils seitlich daneben befindlichen Sitzplätze freizuhalten, sofern nicht durch andere geeignete Schutzmaßnahmen das Infektionsrisiko minimiert werden kann.“

2. Maskenpflicht (Mund-Nasen-Schutz): 
Beim Betreten einer Veranstaltung in geschlossenen Räumen muss stets ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Befinden sich die Besucher*innen auf denen ihnen fix zugewiesenen und gekennzeichten Sitzplätzen, muss keine Maske getragen werden. Wenn allerdings auf den Sitzplätzen der seitliche Abstand von einem Meter zur nächsten Person unterschritten wird - obwohl ein Sitzplatz seitlich freigelassen wird - ist auch im Publikum ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen oder eine andere Schutzmaßnahme zur Minimierung des Infektionsrisikos zu ergreifen. Personen, die im gemeinsamen Haushalt leben oder gemeinsam die Veranstaltung besuchen ("Besucher*innen-Gruppe") dürfen nebeneinander sitzen und müssen entsprechend auch keine Maske tragen, wenn der 1m Abstand zueinander unterschritten wird. 

Bei Veranstaltungen ohne fix zugewiesene und gekennzeichnete Plätze besteht in geschlossenen Räumen grundsätzlich eine Maskenpflicht.

HINWEIS: In Museen, Ausstellungen, Bibliotheken, Archiven gilt keine Maskenpflicht mehr, lediglich die Einhaltung der 1-Meter Abstandsregel gegenüber Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben. Bei Veranstaltungen, inkl. Führungen und Workshops, in geschlossenen Räumen - also auch in Museen - gilt hingegen eine Maskenpflicht für Besucher*innen! 
 

3. Vorgaben für Veranstaltungen über 100 bzw. 200 Personen / COVID-19-Präventionskonzept 
Ab 1. Juli muss der/die Verantalter*in für Veranstaltungen mit über 100 Personen zusätzlich eine*n COVID-19-Beauftragte*n bestellen und ein COVID-19-Präventionskonzept ausarbeiten und umsetzen. 
Ab 1. August ist die Vorlage eines COVID19-Präventionskonzept und die Bestellung eines*r COVID-19-Beauftragten für Veranstaltungen mit über 200 Personen notwendig.

Anforderungen an das COVID-19-Präventionskonzept: 

  • Schulung der Mitarbeiter*innen und 
  • aufbauend auf einer Risikoanalyse Maßnahmen zur Minimierung des Infektionsrisikos. Dazu zählen insbesondere: 
    • Regelungen zur Steuerung der Besucher*innenströme (z. B. Ein- und Auslass, Kassa, Ticketkontrolle, Garderobe, Sanitäranlagen, allf. Pausenbuffets) 
    • Spezifische Hygienevorgaben (z.B. Desinfektionsmöglichkeiten, Reinigungspläne, regelmäßiges Lüften) 
    • Regelungen zum Verhalten bei Auftreten einer COVID-19 Infektion
    • Regelungen betreffend die Nutzung sanitärer Einrichtungen,
    • Regelungen betreffend die Verabreichung von Speisen und Getränken 
  • Das Präventionskonzept kann auch ein datenschutzkonformes System zur Erfassung von Anwesenheiten und Kontaktdaten auf freiwilliger Basis beinhalten.

Das Vorliegen von Lüftungsanlagen ist keine verbindliche Voraussetzung. Oftmaliges, intensives Lüften wird jedoch dringend empfohlen.  

Das Gesundheitsministerium wird hat dazu folgende Empfehlungen veröffentlicht: Empfehlungen für die inhaltliche Gestaltung eines COVID-19-Präventionskonzeptes für Veranstaltungen im Bereich von Kunst und Kultur (PDF, 190 KB) 
 

Mit einer Bewilligung des Präventationskonzepts von der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde können

  • ab 1. August Veranstaltungen mit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen mit bis zu 1.000 Personen in geschlossenen Räumen und bis zu 1.250 Personen im Freiluftbereich durchgeführt werden.
  • ab 1. September Veranstaltungen mit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen mit bis zu 5.000 Personen in geschlossenen Räumen und bis zu 10.000 Personen im Freiluftbereich durchgeführt werden.

 

In welchen Fällen muss das COVID-19-Präventionskonzept bewilligt werden? 

Für Veranstaltungen ab 1. August mit Indoor über 500 Besucher*innen (bis maximal 1.000 Besucher*innen) und Outdoor über 750 Besucher*innen (bis maximal 1.250 Besucher*innen) muss das COVID-19 Präventionskonzept des Veranstalters/der Veranstalterin durch die für den Veranstaltungsort örtlich zuständige Bezirksverwaltungsbehörde bewilligt werden. 

Ab 1. September erhöht sich die maximale Besucher*innen Anzahl mit entsprechender Bewilligung auf Indoor auf 5.000 Besucher*innen und Outdoor auf 10.000 Besucher*innen.

Die Entscheidungsfrist für die Bewilligung beträgt vier Wochen ab vollständiger Vorlage der Unterlagen. In diesem Verfahren sind auch folgende Umstände als Voraussetzung für die Bewilligung seitens der Behörde zu berücksichtigen:

  1. die epidemiologische Lage im Einzugsgebiet der Veranstaltung,
  2. die Kapazitäten der örtlich zuständigen Gesundheitsbehörde im Falle einer notwendigen Kontaktpersonennachverfolgung aufgrund eines Verdachts- oder Erkrankungsfalls bei der Veranstaltung.

Download: Empfehlungen für die inhaltliche Gestaltung eines COVID-19-Präventionskonzeptes für Veranstaltungen im Bereich von Kunst und Kultur (Version 2 vom 03.06.3030)

Müssen Besucher*innen-Daten erhoben werden? 

Veranstalter*innen sind laut COVID-19-Lockerungsverordnung nicht zwingend verpflichtet, Kontaktdaten zu erheben. Es wird jedoch dringend empfohlen, ein System zur Erfassung der Kontaktdaten der Besucher*innen auf freiwilliger Basis anzuwenden und bis 28 Tage nach der Veranstaltung vorrätig zu halten, um bei Auftreten eines Infektionsfalles die Erhebung der Behörde zu beschleunigen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung des Ausbreitungsrisikos zu leisten.

Hinweis: Letztlich liegt es in der Entscheidung des/der Veranstalter*in, ob Besucher*innen, die der Datenerfassung zum Zwecke der Kontaktnachverfolgung im Falle des Auftretens eines Infektionsfalles verweigern, zugelassen oder abgewiesen werden. Veranstalter*innen können dies in ihrer jeweiligen Hausordnung bzw. den Allgemeinen Geschäftsbedingungen vorsehen. 
Da Haus-/Platz-/Saalordnungen rechtlich gesehen AGBs sind, erlangen diese nur Geltung, wenn sie zwischen den Vertragspartner*innen rechtsgültig, das heißt zumindest stillschweigend, vereinbart wurden. Zu diesem Zweck sollte explizit auf die AGBs hingewiesen werden (z.B. auf der Website, auf Plakaten, bei der Kasse, Aushang im Eintrittsbereich, auf Eintrittskarten, etc.). Auch bei vermieteten Veranstaltungsräumen können die AGBs die Auflage vorsehen, dass der/die Einmieter*in diese Bedingungen an die Besucher*innen seiner Veranstaltungen weiter gibt. 

Empfehlung: da die Letztverantwortung bei dem/der Veranstalter*in liegt, empfehlen wir jedenfalls die Kontaktdaten zu erheben. 

FAQs der Datenschutzbehörde: Datenschutz und Coronavirus
 

Welche Verpflichtung hat der/die Veranstalter*in, auf die Einhaltung der Maßnahmen zu achten?

Der/die Veranstalter*in ist verpflichtet, die Besucher*innen bei der Umsetzung der Eigenverantwortung (Abstandsregeln) durch geeignete Maßnahmen zu unterstützen, entsprechend umsichtig für die Einhaltung zu sorgen und bei wahrgenommenen Missständen diese abzustellen - um eine offenkundige Gefährdung anderer Besucher*innen zu vermeiden. 

Dazu zählen sowohl betriebsspezifische Maßnahmen, beispielsweise:

  • Leitsystem für Besucher*innen-Ströme (Einlass, Auslass)
  • ggf. Maßnahmen, die die Einhaltung an neuralgischen Punkten wie Kasse, Garderobe, Sanitäreinrichtungen, Pausenbuffets etc. erleichtern (z.B. Kennzeichnungen, Bodenmarkierungen, etc.)
  • Sitzplatzzuweisungen, die die Einhaltung der Abstandsregeln ermöglichen
  • Aufstellung von Desinfektionsmöglichkeiten, etc. 

als auch Maßnahmen, die die Besucher*innen informieren und unterstützen, beispielweise:

  • Vorabinformation der Besucher*innen zu den Corona-Vorgaben und Verhaltensregeln (Website, Tickets, etc.)
  • Ausschilderung / Aushang der Verhaltensregeln vor Ort 
  • Schulung der Mitarbeiter*innen, auf die Einhaltung zu achten und bei Verstößen darauf hinzuzweisen
  • Informationsblätte auf Sitzplätzen, etc. 

Da Besucher*innen, die sich nicht an die Corona-Vorgaben halten, andere gefährden, sollten Sie auf jeden Fall einschreiten: Ersuchen sie die Besucher*innen, sich an die Regeln zu halten. Wenn die Besucher*innen trotz Aufforderung dies verweigern, können sie die Person/en bitten zu gehen. Wenn auch dies nicht gelingt, können sie die Verweigerung hinnehmen oder die Polizei rufen. Wir empfehlen aber, es nicht zu einem Streit mit unwilligen Besucher*innen kommen zu lassen. 
In diesem Fall sollte nach der Veranstaltung ein kurzes Gedächtnisprotokoll über den Vorfall angelegt werden. Sie dokumentieren damit, nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt zu haben. Auch wenn die Polizei nicht kommt, ist das Protokoll die richtige Maßnahme. 
 

Sind Pausen bei Veranstaltungen möglich? 

Grundsätzlich sind Pausen während Veranstaltungen erlaubt. Zu beachten ist, dass die 1-Meter Abstandsregel strikt einzuhalten ist - diese gilt im sämtlichen Räumlichkeiten, für Sanitärbereiche, Garderobe, etc. (Konzept zur Steuerung der Besucher*innen-Ströme). Weiteres ist in geschlossenen Räumen ein Mund-Nasen-Schutz zur Minimierung des Ansteckungsrisikos zu tragen. 

Pausenbuffets sind möglich und sind nach den Regelungen der Gastronomie auszurichten. 
 

Können Getränke und Speisen verkauft werden?

Grundsätzlich ja. Die Verpflegung muss im jeweiligen COVID-19-Präventionskonzept der Veranstalter*innen (sofern erforderlich) geregelt werden. Für das Verabreichen von Speisen und den Ausschank von Getränken an Besucher*innen bei Veranstaltungen kommen die Regelungen der Gastronomie zur Anwendung:

  • Abstandsregeln: es gilt grundsätzlich die 1-Meter Abstandsregel zwischen Personen, die nicht in einem gemeinsamen Haushalt leben oder gemeinsam die Veranstaltung besuchen ("Besucher*innen-Gruppe", ohne Beschränkung der max. Anzahl); Tische oder sonstige Verabreichungsplätze sind so einzurichten, dass die Abstandsregel von 1 Meter eingehalten werden kann - sofern nicht andere geeignete Schutzmaßnahmen zur räumlichen Trennung das Infektionsrisiko minimieren.
  • Selbstbedienung ist zulässig, wenn durch besondere hygienische Vorkehrungen das Infektionsrisiko minimiert werden kann. (z.B. vorportionierte und abgedeckte Speisen und Getränke zur Entnahme)
  • Keine Thekenkonsumation: Speisen und Getränke dürfen nicht in unmittelbarer Nähe der Ausgabestelle konsumiert werden;
  • Sperrstunde: 5.00 Uhr morgens bis 1.00 Uhr des folgenden Tages, sofern andere Rechtsvorschriften nicht restriktiver sind. Für geschlossene Gesellschaften (wie z.B. Hochzeiten) gibt es keine Sperrstunde mehr sofern drei Tage vor der Veranstaltung dem/der Betreiber*in der Veranstaltungsstätte die Teilnehmer*innen bekannt gegeben werden.

Diese Regeln gelten grundsätzlich - auch für gewerbliche wie nicht gewerblichen Ausschank, sowie kostenlos ausgegebene Getränke und Speisen. 
 

Welche Personen dürfen nebeneinander sitzen?

Bei Veranstaltungen MIT zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen, gilt der 1m-Mindestabstand nicht für Personen, die im gemeinsamen Haushalt leben und Personen, die gemeinsam eine Veranstaltung besuchen ("Besucher*innen-Gruppen" - unabhängig von der Gruppengröße). Bei Ein- und Auslass ist darauf zu achten, das zwischen Besucher*innen-Gruppen ein Abstand von mindestens einem Meter besteht (und in geschlossenen Räumen alle einen Mund-Nasen-Schutz tragen, bis sie auf ihren Sitzplätzen sind).

Bei Veranstaltungen OHNE zugewiesene und gekennzeichnete Sitzplätze gilt der 1m Mindestabstand nicht für Personen, die im gemeinsamen Haushalt leben - für alle anderen schon (plus zu beachten: in geschlossenen Räumen zusätzlich Maskenpflicht). 
 

Wann ist Sperrstunde? 

Für Veranstaltungen gelten die selben Sperrstundenregelungen wie für die Gastronomie: 
Veranstaltungsstätten dürfen zwischen 05.00 Uhr morgens und 01.00 Uhr des folgendes Tages betreten werden.
Zwischen 1 Uhr und 5 Uhr morgens ist das Betreten der Betriebs- bzw. Veranstaltungsstätte durch Kund*innen/Besucher*innen untersagt. Restriktivere Sperrstunden und Aufsperrstunden aufgrund anderer Rechtsvorschriften bleiben unberührt. 
 

Was gilt alles als Veranstaltung? 

Als Veranstaltungen gelten „geplante Zusammenkünfte und Unternehmungen zur Unterhaltung, Belustigung, körperlichen und geistigen Ertüchtigung und Erbauung. Dazu zählen jedenfalls kulturelle Veranstaltungen, Sportveranstaltungen, Hochzeiten, Filmvorführungen, Ausstellungen, Vernissagen, Kongresse, Angebote der außerschulischen Jugenderziehung und Jugendarbeit, Schulungen und Aus- und Fortbildungen“.
 

Für welche Veranstaltungen gelten diese Vorgaben nicht?

Die oben dargestellten Vorgaben gelten NICHT für: 

  • Veranstaltungen im privaten Wohnbereich,
  • Veranstaltungen zur Religionsausübung (jedoch für Hochzeiten und Begräbnisse)
  • Versammlungen nach dem Versammlungsgesetz 1953, BGBl. Nr. 98/1953. Diese sind unter den Voraussetzungen des genannten Bundesgesetzes zulässig mit der Maßgabe, dass Teilnehmer*innen eine Maske tragen, wenn der 1-Meter Abstand nicht eingehalten werden kann..
  • Zusammenkünfte zu beruflichen Zwecken, wenn diese zur Aufrechterhaltung der beruflichen Tätigkeit erforderlich sind,
  • Zusammenkünfte von Organen politischer Parteien,
  • Zusammenkünfte von Organen juristischer Personen (siehe Sonderbestimmungen für Vereinsversammlungen)
  • Betretungen von Theatern, Konzertsälen und -arenen, Kinos, Varietees und Kabaretts, die mit mehrspurigen Kraftfahrzeugen erfolgen (z.B. Autokino); 
     

Ist Straßenkunst / Straßenmusik wieder erlaubt? 

Grundsätzlich ist unter Einhaltung der Bestimmungen der COVID-Lockerungsverordnung Straßenkunst wieder zulässig. Die jeweiligen örtlichen Bestimmungen sind zu beachten (Genehmigungs- bzw. Anzeigepflichten, etc.).
Beispielsweise ist in Wien die Straßenkunstverordnung zu beachten. Nach Auskunft der MA 36 können Platzkarten wieder beantragt werden (Platzkarten für Juni können bis 15. Mai beantragt werden). An Orten für die Darbietung von Straßenkunst ohne Platzkarte ist Straßenkunst in Wien ab sofort (unter Einhaltung der Straßenkunstverordnung) möglich. Nähere Informationen bei der IG Kultur Wien. Ähnlich ist die Situation in der Stadt Salzburg: Hier ist die entsprechende Straßenmusikanten-Verordnung zu beachten. An jenen Orten, die von der Anzeigenpflicht in der Stadt Salzburg befreit sind, ist Straßenmusik unter Einhaltung der COVID-19 Lockerungsverordnung  wieder zulässig. Nähere Information beim Dachverband der Salzburger Kulturstätten.

 

Welche Regelungen gelten für Museen, Ausstellungen, Archive, Büchereien und Bibliotheken?  

Seit 15. Mai dürfen Museen, Ausstellungen, Archive, Büchereien und Bibliotheken samt deren Lesebereiche wieder für Besucher*innen öffnen. 

Es gibt keine Quadratmeterbegrenzung mehr. Diese ist mit der 4. Novelle der COVID-19 Lockerungsverordnung per 30. Mai 2020 außer Kraft getreten. Die allgemein Bestimmungen für Geschäfte sind anzuwenden: Es gilt die 1-Meter Abstandsregel. Besucher*innen müssen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. 

Ebenfalls zulässig sind Kunstvermittlungsprogramme wie Führungen und Workshops. Diese sind wie Veranstaltungen zu betrachten und es kommen die Regelungen für Veranstaltungen zur Anwendung (zu beachten: gegebenenfalls Maskenpflicht!). 

Auch Veranstaltungen wie Lesungen und Vernissagen sind bei Einhaltung der Regeln für Veranstaltungen wieder zulässig.

TIPP: Der Museumsbund Österreich hat Empfehlungen für Museen erarbeitet: Covid Schutzmaßnahmen für Museen (Stand: 01.06.2020)


Rechtsgrundlage: COVID-19-Lockerungsverordnung
Zusatzinformation: FAQs des Kulturressorts zu Auswirkungen des Coronavirus auf Kunst und Kultur.
 

 

Welche Regeln gelten für Proben, Workshops, Kurse und Unterrichtstätigkeit? 
 

Aktuelle Bestimmungen zu Proben

Proben zu beruflichen Zwecken sind zulässig. Auch hier gilt der 1-Meter-Abstand als Grundregel. Wenn die Eigenart der Tätigkeit es erfordert und andere Schutzmaßnahmen ergriffen werden, kann davon abgesehen werden. Andere Schutzmaßnahmen können sowohl technische (z.B. Mund-Nasen-Schutz) als auch organisatorische (z.B. getrennte Teams) sein.
Bei Bekanntwerden einer SARS-CoV2-Infektion eines Teilnehmers/einer Teilnehmerin müssen in den folgenden 14 Tagen nach Bekanntwerden der Infektion alle Mitwirkende vor jeder Darbietung molekularbiologisch auf das Virus getestet werden.

Proben im Amateur-Bereich sind ebenfalls zulässig, sofern es sich um die Vorbereitung von künstlerischen Darbietungen handelt.

Für Teilnehmer*innen an Proben und Mitwirkende an künstlerischen Darbietungen - unabhängig davon ob es sich um berufliche oder nicht-berufliche Tätigkeit - gelten sinngemäß die Bestimmungen der COVID-19-Lockerungsverordnung zu beruflichen Tätigkeiten: 

§3. Ort der beruflichen Tätigkeit
(1) Am Ort der beruflichen Tätigkeit ist zwischen den Personen ein Abstand von mindestens einem Meter einzuhalten, sofern nicht durch geeignete Schutzmaßnahmen das Infektionsrisiko minimiert werden kann.
(2) Die Verpflichtung zum Tragen von einer den Mund- und Nasenbereich abdeckenden mechanischen Schutzvorrichtung in Bereichen, wo dies nicht ohnehin auf Grund anderer Rechtsvorschriften verpflichtend erforderlich ist, ist nur im Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zulässig. 
(3) Kann auf Grund der Eigenart der beruflichen Tätigkeit der Abstand von mindestens einem Meter zwischen Personen nicht eingehalten werden, ist durch sonstige geeignete Schutzmaßnahmen das Infektionsrisiko zu minimieren, etwa durch technische oder organisatorische Schutzmaßnahmen, wie das Bilden von festen Teams, der Anbringung von Trennwänden oder Plexiglaswänden. 

 

HINWEIS: Zu möglichen Schutzmaßnahmen im Probenbetrieb gibt es Empfehlungen des Gesundheitsministeriums: Empfehlungen für die inhaltliche Gestaltung eines COVID-19-Präventionskonzeptes für Veranstaltungen im Bereich von Kunst und Kultur (Version 2 vom 03.06.3030); Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Tagen eine aktualisierte Version der Empfehlung veröffentlicht wird. 

 

Aktuelle Bestimmungen Workshops, Kursen und Unterrichtstätigkeit 

Workshops, Kurse und Kulturvermittlungsprogramme - sowie allgemein Schulungen, Aus- und Fortbildungen - sind als Veranstaltungen einzustufen. Sie dürfen wieder durchgeführt werden, unabhängig davon, ob es sich um ein kommerzielles oder unentgeltliches Angebot handelt. Es gelten die Regeln für Veranstaltungen

Ergänzend hält die COVID-19-Lockerungsverordnung fest: 

§10. Veranstaltungen
(9) Kann auf Grund der Eigenart einer Schulung, Aus- und Fortbildung 
     1.der Mindestabstand von einem Meter zwischen Personen und/oder
     2. von Personen das Tragen von einer den Mund- und Nasenbereich abdeckenden mechanischen Schutzvorrichtung nicht eingehalten werden,

ist durch sonstige geeignete Schutzmaßnahmen das Infektionsrisiko zu minimieren. Die Verpflichtung zum Tragen einer den Mund- und Nasenbereich abdeckenden mechanischen Schutzvorrichtung gilt nicht für Teilnehmer, während sie sich auf ihren Sitzplätzen aufhalten sowie für Vortragende.
 

Um bei einem Auftreten eines Infektionsfalls die Kontaktkette nachvollziehen zu können und die Einhaltung der Abstandsregeln zu vereinfachen, wird empfohlen geeignete Maßnahmen zu setzen, wie z.B. gleiche Guppenzusammensetzung, überschaubare Gruppengröße, Anmeldesystem, dokumentierte Teilnahme. 

Auch Privat- bzw. Einzelunterricht ist seit 15. Mai unter Einhaltung der Abstands- und Hygienebestimmungen wieder erlaubt.

 


Sonderbestimmungen für Tanztrainings bzw. Tanzworkshops

Für Tanztrainings bzw. Tanzworkshops  sind die Bestimmungen des Sports, als auch die der Veranstaltungen sinngemäß zu berücksichtigen:  

  • Generell gilt beim Betreten der Trainingsräumlichkeiten der Mindestabstand von einem Meter.
  • Bei der Ausübung der "Sportart" muss gegenüber Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, kein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden, wird aber empfohlen.
  • Ist Körperkontakt erforderlich und findet das Training / der Workshop im Rahmen eines Vereins bzw. einer nicht öffentlicher Sportstätte statt, ist ein Präventionskonzept auszuarbeiten. Dieses hat folgende Themen zu beinhalten: 
    • Verhaltensregeln von Teilnehmer*innen und Trainer*innen
    • Vorgaben für Trainingsstruktur
    • Hygiene und Reinigungsplan für Infrastruktur und Material
    • Regelungen zum Verhalten beim Auftreten einer SARS-CoV-2-Infektion
    • Das Präventionskonzept kann auch ein datenschutzkonformes System zur Erfassung von Anwesenheiten und Kontaktdaten auf freiwilliger Basis beinhalten.
  • Bezüglich der Teilnehmer*innen-Zahl sind die Personenobergrenzen von Veranstaltungen zu beachten. 
     

Rechtsgrundlage: COVID-19-Lockerungsverordnung
Zusatzinformation: FAQs des Sportressorts: Sport & Corona 

 

Darf im Kulturverein wieder regulär gearbeitet werden? 

Grundsätzlich ja. Für Vereinsaktivitäten (Veranstaltungen, Vereinsfeste etc.) mit Besucher*innen/Teilnehmer*innen gelten die allgemeinen Bestimmungen. Für Sitzungen und Versammlungen der Vereinsorgane (Vorstandssitzungen, Mitgliederversammlung) gibt es Ausnahmebestimmungen

Zu beachten ist aber, dass der Verein gegenüber seinen Mitgliedern Schutz- und Sorgfaltspflichten hat. Es sollten daher auch im Vereinsbereich die Abstands- und Hygienebestimmungen strikt eingehalten werden, der Verein die Mitglieder entsprechend informieren, Anwesenheiten dokumentieren (zur besseren Nachverfolgung von Kontaktpersonen sollte ein Infektionsfall auftreten) sowie auf die Umsetzung der Vorgaben geachtet werden. 

Rechtsgrundlage: COVID-19-Lockerungsverordnung 
 

Was ist allgemein zu beachten, wenn im Kulturverein gearbeitet wird? 

Für berufliche Tätigkeiten sowie Mitwirkende an künstlerischen Darbietungen allgemein definiert die COVID-19 Lockerungsverordnung folgende Voraussetzungen: 

  • am Ort der beruflichen Tätigkeit ist zwischen den Personen ein Abstand von mindestens einem Meter einzuhalten, sofern nicht durch entsprechende Schutzmaßnahmen das Infektionsrisiko minimiert werden kann. 
  • Die Verpflichtung zum Tragen von einer den Mund- und Nasenbereich abdeckenden mechanischen Schutzvorrichtung in Bereichen, wo dies nicht ohnehin auf Grund anderer Rechtsvorschriften verpflichtend erforderlich ist (bei Kontakt mit Kund*innen), ist nur im Einvernehmen zwischen Arbeitgeber*in und Arbeitnehmer*in zulässig. 
  • Kann auf Grund der Eigenart der beruflichen Tätigkeit der Abstand von mindestens einem Meter zwischen Personen nicht eingehalten werden, ist durch sonstige geeignete Schutzmaßnahmen das Infektionsrisiko zu minimieren. 

Eine Aufforderung, dass berufliche Tätigkeit vorzugsweise außerhalb der Arbeitsstätte erfolgen soll (Home-Office), findet sich in der Verordnung nicht mehr. 
 

Gelten die Veranstaltungsregeln auch für Sitzungen oder Mitgliederversammlungen von Vereinen?  

Nein. Zusammenkünfte von Organen juristischer Personen sind ausgenommen. Die Personengrenzen für Veranstaltungen gelten also nicht für Mitgliederversammlungen oder Vorstandssitzungen von Vereinen. Für rein gesellige Zusammenkünfte von Vereinen gelten jedoch die allgemeinen Veranstaltungsregeln.

Findet die Vereinsversammlung an einem öffentlichen Ort in einem geschlossenen Raum statt, so gilt die Pflicht zur Einhaltung von 1 Meter Mindestabstand und Tragen eines Mund-Nasenschutzes für Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben. Die eigene Vereinsräumlichkeiten sind nicht als öffentlicher Ort einzustufen, auch nicht angemietete Räume, die ausschließlich dem Verein für seine Versammlung zur Verfügung stehen und zu dem nur geladene Vereinsmitglieder Zutritt haben. 

Jedoch hat der Verein gegenüber seinen Mitgliedern Schutz- und Sorgfaltspflichten, wie etwa RA Dr. Höhne betont. Entsprechend sollte auch im Vereinsbereich die Abstands- und Hygienebestimmungen bis auf Weiteres eingehalten werden und der Verein auf deren Umsetzung achten. 

Hinweis: Zur Erleichterung für Vereine wurden Sonderbestimmungen erlassen, die bis 31.12.2020 virtuelle Sitzungen ermöglichen, auch wenn sich dazu keine Regelung in den Vereinsstatuten findet. Ebenso wurde die Möglichkeit geschaffen Versammlungen, an denen mehr als 50 Personen teilnahmeberechtigt sind, bis zum Jahresende 2021 zu verschieben. Details zu den neuen Richtlinien für Vereine während der COVID-19 Krise findet ihr hier
 

 

Unter welchen Bedingungen dürfen sonstige Kulturbetriebe wieder öffnen?

Kultureinrichtungen, die als Betriebsstätten des Handels und Dienstleistungsunternehmen einzustufen sind, dürfen unter folgenden Bedingungen den Kund*innen-Bereich wieder öffnen: 

  • Ein Meter Mindestabstand: Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, haben einen Abstand von mindestens einem Meter zueinander einzuhalten
  • Sonderbestimmungen für Dienstleistungen: Kann auf Grund der Eigenart der Dienstleistung (z.B. Berufsfotografie, Filmproduktion) der Mindestabstand von einem Meter zwischen Kund*innen und Dienstleiter*innen und/oder von Kund*innen das Tragen von einer den Mund- und Nasenbereich abdeckenden mechanischen Schutzvorrichtung nicht eingehalten werden, ist diese Dienstleistung nur zulässig, wenn durch sonstige geeignete Schutzmaßnahmen das Infektionsrisiko minimiert werden kann. 
  • Finden in Betriebsstätten Veranstaltungen statt, so sind die Regelungen für Veranstaltungen sinngemäß anzuwenden.

Diese Quadratmeterbegrenzung (pro Kund*in müssen 10m2 zur Verfügung stehen) ist mit 30. Mai 2020 außer Kraft getreten. 

 

Was heißt das für die Praxis im Kulturbereich? 

Aus dem Kulturbereich ist damit eine Öffnung für beispielsweise kleine Buchläden, gewerblich betriebene Galerien, Werkstätten, Ateliers, Ton- oder Fotostudios, Fachgeschäfte für Künstler/innenbedarf, Papier- und Schreibwaren, Kostüm- und Requisitenbedarf, Musikfachhandel etc. wieder möglich - sofern sie die oben genannten Bedingungen bzw. Voraussetzungen erfüllen. 
 

 

Was passiert, wenn Verbote missachtet werden? 

Bei Missachtung der Verhaltens- oder Unterlassungspflichten drohen Verwaltungsstrafen bis zu € 3.600 (für Besucher*innen) oder € 30.000 (für Veranstalter*innen bzw. Inhaber*innen von Betriebsstätten, die unzulässig betreten werden). Darüber hinaus sind auch Schadenersatzpflichten denkbar, wenn sich ein*e Besucher*in ansteckt. 

HINWEIS: Die COVID-19 Lockerungsverordnung hält jedoch fest, dass Sicherheitsorgane (z.B. Polizei) von Maßnahmen absehen sollen, wenn der gesetzmäßige Zustand durch gelindere Mittel hergestellt werden kann oder diese Maßnahmen nicht verhältnismäßig wären. Bei der Entscheidung, ob von einer Maßnahme abzusehen ist, ist auf Basis der epidemiologischen Gefahrensituation im Zusammenhang mit COVID-19, insbesondere anhand der von den örtlich zuständigen Gesundheitsbehörden zur Verfügung gestellten Informationen, zu berücksichtigen. 

 

Was passiert mit bestehenden Verträgen, die aufgrund des Veranstaltungsverbots nicht eingehalten werden können? Wer trägt die Kosten? 

Grundsätzlich liegt bei Veranstaltungen, die behördlich verboten wurden, ein Fall von „höherer Gewalt“ vor. Zunächst ist zu prüfen, ob die abgeschlossen Verträgen diesbezügliche Bestimmungen enthalten und etwa das Risiko einer Absage aufgrund „höherer Gewalt“ einer bestimmten Vertragspartei zuordnen (vor allem hinsichtlich Rückzahlungen oder Ersatzterminen). In den meisten Fällen wird es keine solche Regelung geben. In diesem Fall ist eine einvernehmliche Lösung zu suchen, die die Nachteile für alle Beteiligten möglichst gering hält, etwa durch Einigung auf einen Ersatztermin. Ist dies nicht möglich bzw. kann die Veranstaltung nicht zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden, führt dies zur Vertragsaufhebung (der Vertrag "zerfällt"). Das bedeutet, dass die eingegangenen Verpflichtungen hinfällig sind und bereits erfolgte (An-)Zahlungen rückabgewickelt werden müssen. 

Beispielsweise entfällt für Veranstalter*innen die Verpflichtung zur Zahlung der Gage für Auftritte, für Künstler*innen entfällt die Verpflichtung zum Auftritt. Bereits geleistete Anzahlungen an den*die Künster*in  sind zurückzuzahlen, sofern noch keine Leistung erbracht wurde. 

Informationsblatt der Rechtsanwaltskanzlei BRAUNEIS KLAUSER PRÄNDL zum Thema.
 

HINWEIS: Neu ist, dass bereits verkaufte Eintrittskarten nicht mehr automatisch rückerstattet werden müssen. Stattdessen kann ein Gutschein ausgestellt werden (Details hier). 

TIPP: Mit der Kampange #NoRefundForCulture wollen wir die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren, dass viele Kulturveranstalter*innen aktuell aufgrund der Veranstaltungsverbots finanziell mit dem Rücken zur Wand stehen. Die Kampagne ruft dazu auf, das Geld für bereits erworbene Kulturveranstaltungen nicht zurückzufordern, wenn es sie die jeweilige Person leisten kann. Hier findet ihr Infos zur Kampagne.  

 

Wie verhält es sich bei Verträgen, bei denen Teile der vereinbarten Leistung bereits erbracht wurden? 

Wurde im Rahmen eines Werkvertrags das Werk (z.B. Graphiken, Bühnenbilder, etc.) bereits erbracht und abgenommen, so ist diese Leistung wie vertraglich vorgesehen zu entlohnen, auch wenn das Werk nicht mehr zum intendierten Zweck verwendet werden kann. Wurden allerdings erst Teile der Leistung erbracht, bei denen noch keine Abnahme erfolgt ist, besteht kein Anspruch. Im Hinblick auf bereits stattgefundene Probentätigkeiten, die vor Wegfall des Vertrags erbracht wurden, ist die Lage komplizierter und lässt sich nicht pauschal beantworten. Proben dienen dem Ziel der Aufführung, entfällt diese, besteht auch kein Bedarf an weiteren Proben mehr. Dies wäre juristisch als einheitliches „Werk“ zu betrachten, das nicht „teilbar“ ist – in diesem Fall entfällt grundsätzlich der Entgeltanspruch der Werknehmer*in.  Ob bereits geleistete Probenarbeit zu bezahlen sind, ist aber stets im Einzelfall zu überprüfen, da in dem zugrundliegende Vertrag die allgemeinen Regelungen abänderbar sind.   

Informationsblatt der Rechtsanwaltskanzlei BRAUNEIS KLAUSER PRÄNDL zum Thema Werkverträge.
 

HINWEIS: Bei öffentlich geförderten Kulturprojekten wurde bislang stets versichert, so etwa seitens des Kulturressorts des Bundes: „Leistungen und Vorhaben, die nicht mehr durchgeführt werden, können bis zum Ausmaß der bereits entstandenen Verpflichtungen im Rahmen der bereits zugesagten Förderung anerkannt werden. Ein schriftlicher Kostennachweis ist dafür erforderlich.“ – Anzumerken ist, dass sich diese Information aktuell nicht mehr in den „FAQs: Auswirkungen des Coronavirus auf Kunst und Kultur“ des BMKOES findet, sondern darauf verwiesen wird: „Wie mit bestimmten vertraglichen Verpflichtungen umzugehen ist, hängt vom Einzelfall ab (Art der Leistung, Stadium der Erfüllung, Verwertbarkeit für andere Vorhaben) und muss primär von Ihnen beurteilt werden.“ 

 

Gibt es Entschädigungen für entgangene Einnahmen? Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es? 

Das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport hält dazu fest: "Einen generellen Anspruch auf Entschädigung für entgangene Einnahmen gibt es derzeit nicht." 

TIPP: Nachdem der Einnahmen- bzw. Einkommensausfall für viele Kulturvereine sowie Künstler*innen und Kulturarbeiter*innen eine existenziell bedrohende Lage darstellen kann, haben wir eine Überblicksseite mit Infos zu allen bestehenden Unterstützungsmöglichkeiten und Sonderregelungen für Betroffene aus Kunst und Kultur hier zusammengestellt. Wir sind im kontinuierlichen Austausch mit Politik und Verwaltung über die Weiterentwicklung dieser Maßnahmen, insbesondere muss auch für gemeinnützige Kulturvereine eine Soforthilfe geschaffen werden. 

 

Wie es mit geförderten Projekten, die nun nicht durchgeführt werden können? 

WICHTIG ist, dass die fördernde Stelle bzw. die fördernden Stellen unverzüglich davon schriftlich in Kenntnis gesetzt wird, wenn geförderte Veranstaltungen, Vorhaben, oder Projekte nicht oder nicht im geplanten Umfang durchgeführt werden können oder wesentlich gegenüber dem im Förderantrag geschilderten Vorhaben abgeändert werden müssen.

Es besteht eine Informationspflicht seitens der Fördernehmer*innen! Für alle Bundesförderungen gilt laut Allgemeiner Rahmenrichtlinie über die Gewährung von Förderungen, dass Förderwerber*innen "aus eigener Initiative unverzüglich Ereignisse melden müssen, welche die Durchführung der geförderten Leistung verzögern oder unmöglich machen oder deren Abänderung erfordern würden."  

Für Kunst- und Kulturförderungen des Bundes gelten folgende Regelungen:  

"Bei Absagen von Veranstaltungen/Projekten: Bitte informieren Sie umgehend die zuständige Fachabteilung. Wir bemühen uns, unbürokratisch eine praktikable und treffsichere Lösung für jeden Förderfall zu finden. Unser Ziel ist, dass Veranstalterinnen und Veranstalter im Hinblick auf die Förderung durch eine Absage weder besser noch schlechter gestellt wird als bei der geplanten Abhaltung der Veranstaltung. 
Wir ersuchen Sie, im Falle von notwendig gewordenen Absagen, Aufzeichnungen zu führen und alle diesbezüglichen Dokumentationen und Nachweise für die Abrechnung bereitzuhalten.
Erst nach Prüfung Ihrer Abrechnungsunterlagen und Feststellung der Plausibilität kann eine endgültige Auskunft erteilt werden. Grundsätzlich werden Sie ersucht, schadensmindernde Maßnahmen zu setzen und die Kosten möglichst gering zu halten. Wie mit bestimmten vertraglichen Verpflichtungen umzugehen ist, hängt vom Einzelfall ab (Art der Leistung, Stadium der Erfüllung, Verwertbarkeit für andere Vorhaben) und muss primär von Ihnen beurteilt werden.

Bei Verschiebungen von Veranstaltungen/Projekten: Kann ein Vorhaben zeitlich und/oder inhaltlich nicht wie geplant durchgeführt werden, ersuchen wir Sie, die zuständige Fachabteilung zu informieren, damit eine Umwidmung vorgenommen werden kann. Sind mit der Verschiebung/Änderung Mehrkosten verbunden, bemühen wir uns, im Rahmen der budgetären Möglichkeiten mit Ihnen eine Lösung zu erarbeiten. Beachten Sie, dass sämtliche bereits entstandenen Kosten belegt werden müssen.

Bei Jahresförderungen: Auch wenn bedingt durch die Corona-Krise nicht alle Aktivitäten stattfinden, kann die Jahresförderung im vollem Umfang ausbezahlt werden. Damit soll die Aufrechterhaltung des Betriebs und die Weiterbeschäftigung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichergestellt werden."
 

FAQ-Seite des Bundesministerium zu FAQ: Auswirkungen des Coronavirus auf Kunst und Kultur 

Um Rechtssicherheit für alle Betroffenen herzustellen, haben wir einen Fragenkatalog an Vizekanzler Werner Kogler und Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek überreicht: die Antworten auf unsere Fragen.  

 

Empfehlung für Kulturvereine: 

Bei öffentlich geförderten Aktivitäten ist die fördernde Stelle bzw. die fördernden Stelle unverzüglich zu kontaktieren und über notwendige Absagen, Änderungen oder Verschiebungen zu informieren (Details siehe oben). 

Weiteres wichtig ist die gründliche Dokumentation bereits getätigter Ausgaben, des Einnahmenentgangs, allfällige Rückerstattungen, Stornierungen von Auträgen, etc. Beispielsweise: Welche Veranstaltungen mussten abgesagt werden? Wie viele Tickets mussten rückerstattet werden? Welche Aufträge wurden aufgrund des Veranstaltungsverbots storniert? Welche Sponsoren sind abgesprungen? Welche Einnahmen sind durch die Betriebsschließungen zusätzlich entfallen? Welche Folgekosten sind durch Absagen und Verschiebungen entstanden? Etc.

 

Wir laden alle betroffenen Kulturvereine und Kulturarbeiter*innen ein, bei Fragen Kontakt aufzunehmen: 
Tel.: 01/ 503 71 20 oder per E-Mail: beratung@igkultur.at.

Zu Fragen und Maßnahmen in den einzelnen Bundesländern, stehen Euch auch die Kolleg*innen in den Landesorganisationen unterstützend zur Seite. Die Kontaktdaten findet ihr hier: BurgenlandKärntenNiederösterreichOberösterreichSalzburgSteiermarkTirolVorarlbergWien

 

 

Alle Angaben erfolgen trotz sorgfältiger Bearbeitung ohne Gewähr und basieren auf dem Wissenstand des Zeitpunkts der Veröffentlichung. Eine Haftung der IG Kultur Österreich ist ausgeschlossen.  

 

 

Weiterführende Informationen 

Information des Kulturministeriums: FAQ Auswirkungen des Coronavirus auf Kunst und Kultur

Aktuelle Maßnahmen und Informationen des Gesundheitsministerium zum Coronavirus 

Übersicht über Gesetzte, Verordnungen und Erlässe im Zusammenhang mit dem Coronavirus 

 

 

IG Kultur Interessenvertretung Mitglied werden

 

 

Mitglieder der IG Kultur erhalten Zugang zum internen Bereich der Website mit Sonderninformationen, mit dem Montagsmelder zusätzlich einen exklusiven Sondernewsletter mit einer Übersicht aktueller Neuerungen und können außerdem das Beratungsangebot kostenfrei in Anspruch nehmen. 

Hier eine Übersicht der Vorzüge einer Mitgliedschaft und der Serviceleistungen. Initiativen, die im zeitgenössischen Bereich tätig sind, können jederzeit Mitglied werden!

 

 

 

 

 

Ähnliche Artikel