Rechnungshof bestätigt – KSG verschleudert Kulturgelder

Das Kulturbudget schrumpft, immer mehr Kulturschaffende leben unter der Armutsgrenze, während die KSG (Kulturservicegesellschaft des Landes Steiermark) mit Fördergeldern überschüttet wird und nicht genug Hände hat, um sie auszugeben!

Das Kulturbudget schrumpft, immer mehr Kulturschaffende leben unter der Armutsgrenze, während die KSG (Kulturservicegesellschaft des Landes Steiermark) mit Fördergeldern überschüttet wird und nicht genug Hände hat, um sie auszugeben!

Der Rechnungshof kritisiert die Verschwendung und Verschleierung von öffentlichen Geldern. Horrende Summen wurden für Mieten, Büroanschaffungen und externe Dienstleistungen ausgegeben. Wobei die Auslagerung von Aufgaben der Geschäftsführung an externe BeraterInnen nicht nachvollziehbar ist, da die KSG genügend Personalressourcen, nämlich 6 Angestellte, zur Verfügung hat, um diese Aufgaben selbst zu erfüllen. Insgesamt hat die KSG mehr als 2 Drittel ihrer Fördergelder für den Aufbau und Erhalt ihrer eigenen Struktur- und Verwaltungskosten ausgegeben.

Darüber hinaus hat sie von den 3,6 Millionen Euro, die sie von 2010 bis 2013 erhalten hat, jedes Jahr beträchtliche Summen zurückbehalten, also Rücklagen gebildet. Bis zum Jahr 2013 sind über 200.000 Euro „geparkt“ worden. Es ist völlig unverständlich, warum eine öffentliche Einrichtung Vermögen anhäuft, wo doch an anderen Stellen viel zu wenig Geld da ist. – Nicht auszudenken, wie viele Kulturschaffenden mit diesem Geld arbeiten hätten können!

Wir fragen uns: hat der Aufsichtsrat das alles nicht gesehen? Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten immerhin 5.300 Euro für 5 Stunden Arbeit im Jahr, der Vorsitzende sogar 8.000 Euro. Oder sind die Kriterien der Wirtschaftlichkeit und der Sparsamkeit, die für alle anderen FördernehmerInnen gelten, bei der KSG außer Kraft gesetzt?

Das selbstdefinierte Ziel der KSG, nämlich den Kunst- und Kulturschaffenden „Hilfe zur Selbsthilfe“ anzubieten, wird mit diesem Gebaren ad absurdum geführt. Anstatt eine sinnvolle Serviceeinrichtung aufzubauen, die sich mit den Wirklichkeiten auseinandersetzt, nämlich der Armut unter den Kunst- und Kulturschaffenden, ist die KSG zu einer sinnlosen Maschinerie verkommen, die Kulturgelder zweckentfremdet.

Seit 2010 weist die IG Kultur unermüdlich darauf hin, dass der Nutzen der KSG für die Kulturschaffenden fragwürdig ist. Mit dem Ergebnis des Rechnungshofes sind wir nunmehr gezwungen, unsere Forderung von 2010 zu wiederholen:

Die KSG muss abgeschafft werden! Ihr bisheriges Budget wird demnach frei für Förderungen von Kunst- und Kulturschaffenden.

Ähnliche Artikel

Rückblick 2014

SCHLUSS MIT LUSTIG! Förderskandal in OÖ!