7 vor 7 Kulturjournal – Freitag, 05.02.2010 Radio Steiermark

Das Land Steiermark muss bekanntlich sparen, und fährt einen scharfen Sparkurs. Die freie Kulturszene befürchtet, dass sie von den Förderungskürzungen besonders betroffen ist und hat daher SPÖ Kulturlandesrätin Bettina Vollath gestern abend zu einer Diskussion in die Grazer Postgarage eingeladen.

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Zusammenfassung

Das Land Steiermark muss bekanntlich sparen, und fährt einen scharfen Sparkurs. Die freie Kulturszene befürchtet, dass sie von den
Förderungskürzungen besonders betroffen ist und hat daher SPÖ Kulturlandesrätin Bettina Vollath gestern abend zu einer Diskussion in
die Grazer Postgarage eingeladen. Anita Hofer von der IG Kultur Steiermark bringt die Wünsche der freien Szene auf den Punkt: „Das mit den Einsparungen und dem kleinen Budget, das hören wir schon seit Jahren, da ändert sich nichts daran. Im Moment schaut es so aus als würde die Situation noch prekärer werden, aber es gibt durchaus Möglichkeiten, die Wertschätzung der autonomen Kulturarbeit etwas zu erhöhen: Nämlich die eigenen Programme des Kulturressorts nicht mehr zu machen, sondern dieses Geld, das dann frei werden würde, 4 Mio. Regionale, 1,5 Mio. KSG, wo heute die Kulturinitiativen eh so schön gesagt haben, dass sie diese eigentlich nicht brauchen, dass dieses Geld also an die autonome Szene geht.“

Hofer fordert also eine Neuverteilung der Kulturförderungen, denn nur 3% des steirischen Gesamtkulturbudgets würden in die freie Szene fließen, der Großteil gehe an landesnahe Kultureinrichtungen, wie das Joanneum oder die Kulturservicegesellschaft (KSG). Ihr sei vor allem an der kulturellen Breite gelegen, betont Kulturlandesrätin Bettina Vollath und gibt Handlungsbedarf bei der Verteilung der Förderungen zu: „Die Relationen habe ich jetzt so übernommen wie sie sind, es gibt klare Strukturen, die zu finanzieren sind, aber es ist eine Thematik, die ich mir sehr genau anschauen werde, wenn ich länger dieses Resort haben darf, was mir ein großes Anliegen wäre, weil die Relationen wirklich zu hinterfragen sind.“ Vollath verweist einmal mehr auf die angespannte Budgetlage, der Forderung der freien Szene nach einer automatischen Valorisierung der Dreijahresförderverträge erteilt Sie daher eine Absage, betont allerdings: „ Es ist, abgesehen davon, dass die Valorisierung eben in diesen Verträgen nicht enthalten ist, glaub ich, trotzdem in schwierigen Zeiten ein hohes Maß an Planungssicherheit.“

Die jüngste Rechnungshofkritik am Universalmuseum Joanneum, nehme sie ernst, so Vollath. Auch hier gelte es die Förderungen genau zu überprüfen: „Vielleicht ist das Joanneum das Rückgrat und die freie Szene das Fleisch. Mir wäre es lieb, wenn wir nicht gegeneinander ausspielen, sondern sagen wir haben da und dort den Auftrag, bestmöglich zu unterstützen, Relationen allerdings, die kann mich schon anschauen und das habe ich mir auch vorgenommen.“

Ob deswegen künftig mehr Geld in die freie Szene fließt, wie sich das die IG Kultur wünscht, bleibt abzuwarten, denn wie Vollath betont
müssen alle Ressorts sparen.

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