Das Projekt FULCRUM stellt sich vor
Gemeinsam mit Projektpartner*innen aus Belgien, Deutschland, Estland, Lettland und Italien zielte das Projekt FULCRUM zwischen 2024 - 2026 darauf ab, soziokulturelle Initiativen dabei unterstützen, zukunftsfit zu werden. Dazu wurde ein Austausch- und Weiterbildungsprogramm entwickelt, in dem notwendige Skills vermittelt und Initiativen bei zukunftsrelevanten Transformationsprozessen begleitet wurden.
Hintergrund, Projektidee, Zielgruppe
Verknappung finanzieller Mittel, geringe Mobilitätsbereitschaft, Publikumsschwund – in einer Zeit multipler Krisen sind Kulturinitiativen mit einem veränderten Kulturverhalten konfrontiert. Gleichzeitig zwingt die globale Umweltkrise zu einer raschen und radikalen Umstellung auf umweltfreundliche Arbeits- und Betriebsweisen. Wollen Initiativen zukunftsfit sein, müssen sie die Art und Weise, wie sie tagtäglich arbeiten grundlegend überdenken.
Wir richten uns gezielt an Mitarbeitende von Initiativen mit einem soziokulturellen Ansatz, für die solche Transformationsprozesse eine strukturelle Herausforderung darstellen. Ihre kleinen, aber hoch motivierten Teams setzen sich typischerweise aus Fachleuten und Freiwilligen zusammen, nehmen eine Vielzahl operativer Aufgaben wahr und verfügen nur selten über die Mittel, sich an Programmen zur Kompetenzentwicklung zu beteiligen – auch wenn ein grundsätzliches Bewusstsein und die Bereitschaft da ist.
Mit dem internationalen Projekt „FULCRUM“ wollten wir soziokulturelle Zentren zukunftsfit und handlungsfähig machen (fulcrum = engl. für Dreh- und Angelpunkt bzw. Hebelwirkung – etwas, das Handlungsfähigkeit verleiht). Gemeinsam mit Projektpartner*innen aus Belgien, Italien, Estland, Lettland und Deutschland entwickelte die IG Kultur daher ein maßgeschneidertes Weiterbildungsprogramm zur Vermittlung der notwendigen Kompetenzen, um die eigenen Zukunftsbedürfnisse zu identifizieren und Transformationsprozesse auf praktische, in der eigenen Struktur machbare Schritte umzulegen.
Was fand konkret statt?
Im Frühjahr 2024 startete ein ein-einhalbjähriger europaweiter Austauschprozess unter Mitarbeitenden von Kulturinitiativen zu Visionen und Skills für eine zukunftsfähige, nachhaltige Soziokultur:
- Visionen und Erwartungen an eine zukunftsfitte Soziokultur – 5. März 2024, online
- Wege zu einer gerechteren, nachhaltigeren Kulturarbeit – 11. Februar 2025, online
- Wirkung und Wahrnehmung soziokultureller Arbeit – 4. Dezember 2025, online
Konzeption und Koordination: Cult!
Insgesamt beteiligten sich weit über 100 Mitarbeitende von Kulturinitiativen aus Europa an diesem Austausch, welcher in der Erarbeitung und Präsentation eines gemeinsamen Europäischen Manifests mündete.
Im Herbst 2024 fand in Wien und Turin zweieinhalb-tägige Weiterbildungen zu folgenden Themen stattfinden:
- „Publikumsentwicklung & Community Building“
September 2024 in Wien
Konzeption und Koordination: IG Kultur Österreich - „Ökologische Nachhaltigkeit“
Oktober 2024 in Turin
Konzeption und Koordination: Dire Fare Baciare, Italien und Bundesverband Soziokultur e.V., Deutschland
Neben der Aneignung von theoretischem Wissen und der Vernetzung vor Ort, wurden die ausgewählten Teilnehmenden in mehreren digitalen „Learning Labs“ bei der nachfolgenden Umsetzung in der Praxis begleitet und unterstützt.
Aus Österreich nahmen an dem Trainingsprogrammen Mitarbeitende von acht Kulturinitiativen teil: OKH Vöcklabruck, JazzIt Musik Club Salzburg, Frauenhetz – Feministische Bildung, Kultur und Politik, bodi end sole Hallein, p.m.k. – plattform mobile kulturinitiativen, ARGEkultur, Das LOT/ ECHOLOT und Verein Innenhofkultur.

Kurz gefasst...
FULCRUM ist ein dreijähriges Erasmus+ Projekt für Mitarbeitende in soziokulturellen Zentren und bietet Teilnehmenden die Möglichkeit zu:
Lernen – in zwei maßgeschneiderten Trainingsprogrammen in Wien und Turin werden die notwendigen Kompetenzen für eine nachhaltige Publikumsentwicklung, einen stabilen Communityaufbau sowie die Reduktion der eigenen Umweltauswirkungen vermittelt und praktisch erprobt.
Vernetzen und Vorstellen – in drei Brainstorming-Sessions entwickeln Kulturarbeiter*innen aus ganz Europa Zukunftsvisionen für die Soziokultur und zeigen Wege auf, diese gemeinsam zu erreichen.
Weitertragen – in der internationalen Abschlusskonferenz in Brüssel und crossmedialen Berichten werden die wichtigsten Ergebnisse der Trainings und Brainstorming-Sessions weitergetragen.
Projektpartner*innen:
Unsere Zusammenarbeit stützt sich auf das Fachwissen mehrerer Netzwerke von Kulturzentren mit Sitz in Belgien, Österreich, Deutschland, Estland, Lettland und Italien:
- cult! netwerk cultuurhuizen (Belgien)
- European Network of Cultural Centres (ENCC)
- Association des Centres culturels de la Communauté française de Belgique (Belgien)
- IG Kultur Österreich
- Latvijas Kulturas darbinieku biedriba (Lettland)
- Eesti Rahvamajade Uhing (Estland)
- Dire Fare Baciare (Italien)
- Bundesverband Soziokultur e.V. (Deutschland)
