Kulturrisse 02/04

Popmusikerinnen und Ladyfeste. Versuch einer Positionsbestimmung

Diskussionen, wie sie der britische Melody Maker 1991 noch unter der zweifelhaften Schlagzeile "Can Women Do the Rock’n’Roll?" führte, sind mittlerweile obsolet. Denn keine Musikzeitschrift und kein Radio würde es heute noch wagen, so an die Frage nach der Position von Frauen in der Rock- und Popmusik heranzugehen.

Black Culture – White Nature?

Einige KritikerInnen bezweifeln mittlerweile die Gültigkeit der Begriffe "Black Music", "afroamerikanische Musik" oder "white Music", zumal die Wurzeln der zeitgenössischen Rock- und Popmusik sowohl in der europäischen als auch in der afrikanischen Kultur zu verorten seien.

Anti-Rassismus in der Praxis aus Schwarzer migrantischer Sicht

In der weißen Mehrheitsgesellschaft stehen AfrikanerInnen symbolisch für (oft unerwünschte) Zuwanderung. Auch wenn sie schon lange Zeit in Österreich leben oder dort geboren sind, werden sie von Mehrheitsweißen als ZuwanderInnen gesehen. Häufig sind sie mit negativen Einstellungen und Vorurteilen konfrontiert.

VorRisse

Rassismus und Sexismus sind auf komplexe Art miteinander verknüpft. Erst durch das Zusammenwirken auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen entfalten sie die Macht, Frauen und MigrantInnen in bestimmter Weise zu markieren, um sie dann ein- oder auszuschließen.

Wahrnehmung von Schwarzen Frauen afrikanischer Herkunft in der Kulturarbeit

Schwarze Frauen empfinden die von den Medien transportierten Bilder über Afrika als eine massive Verletzung, die als positiver und als negativer Rassismus erlebt wird. Positiver Rassismus zeigt sich z.B. an Bildern von schönen afrikanischen Frisuren und Kleidern, die als exotisches Anderes vorgeführt werden. Der negative Rassismus wird an Bildern deutlich, die Schwarze Menschen ausschließlich im Kontext von Armut oder AIDS präsentieren, oder wie im Fall Schwarzer Frauen, im Kontext von Unterdrückung oder Genitalverstümmelung.