FP-Minister Haupt verhindert Jugendinitiative gegen Rassismus

<p><b>Ignoranz der Bundesregierung ist offenkundig politisches Programm</b><br /> <br /> <br /> "Noch in der Vorwoche hat amnesty international die Häufung rassistischer Polizeiübergriffe in Österreich schwer beklagt. Doch die Bundesregierung verhält sich nicht nur teilnahmslos, sondern erklärt ihre Ignoranz offenkundig zum politischen Programm!". Die IG Kultur Österreich verurteilt die aktuelle Entscheidung von FP-Sozialminister Herbert Haupt, einer jugendlichen

Ignoranz der Bundesregierung ist offenkundig politisches Programm


"Noch in der Vorwoche hat amnesty international die Häufung rassistischer Polizeiübergriffe in Österreich schwer beklagt. Doch die Bundesregierung verhält sich nicht nur teilnahmslos, sondern erklärt ihre Ignoranz offenkundig zum politischen Programm!". Die IG Kultur Österreich verurteilt die aktuelle Entscheidung von FP-Sozialminister Herbert Haupt, einer jugendlichen Antirassismus-Initiative trotz hochkarätiger Anerkennung in letzter Minute die Finanzierung zu verweigern.

Zu den Hintergründen: Die Innsbrucker Arbeitsgemeinschaft "Antirassistische Initiative" plante im Mai 2004 eine Veranstaltungsreihe, die vom österreichischen Kuratorium für das EU-Programm "Jugend" empfohlen wurde. Dieses Gremium, das aus den Landesjugendreferaten, dem Sozialministerium und von Jugendorganisationen zusammengesetzt ist, erachtete das Konzept der Initiative als "besonders förderungswürdig". FP-Sozialminister Haupt, dessen Ressort der Auszahlung dieser dezentral verwalteten EU-Mittel zustimmen muss, verweigerte ohne Angabe von Gründen die Unterschrift und machte die Veranstaltung damit unmöglich.

"Dieses Verhalten", erklärt IG Kultur-Vorsitzender Bernhard Amann, "spiegelt eine Grundhaltung der Regierung wider". Was zur Zeit im EU-Wahlkampf als "Patriotismus" gegen kritische Stimmen ins Treffen geführt wird, zeigt in der Verweigerung von Fördermitteln für wichtige antirassistische Initiativen sein wahres Gesicht. "Bundeskanzler Schüssel und sein Kabinett können die Hände nicht in Unschuld waschen! Gemeinsam mit anderen Organisationen werden wir uns auch weiter kompromisslos dafür einsetzen, dass der schwarz-blauen Politik und der rassistischen Praxis hierzulande ein jähes Ende bereitet wird", so Bernhard Amann abschließend.

Antirassistisches Positionspapier der IG Kultur Österreich

Ähnliche Artikel

Ein Puzzle in den Parteifarben der aktuellen Bundesregierung - rot, türkis und pink Vor fast exakt einem Jahr ist die Bundesregierung ihr Amt angetreten. Die kulturpolitische Agenda war ambitioniert, stand jedoch von Anfang an unter Budgetvorbehalt. Welche Maßnahmen wurden seither auf den Weg gebracht – und wie schlagen sie sich im Alltag der Kulturarbeit nieder? Eine Zwischenbilanz mit Fokus auf die freie Kulturarbeit.
Ein traurig dreinschauendes zerbrochenes Sparschwein ©️ AdobeStock Ein Förderantrag wird abgelehnt. Die Begründung: nicht das Projekt, nicht die Qualität, nicht die Relevanz – sondern allein das fehlende Budget. Es sei schlicht kein Geld da, alle müssten sparen. Gibt es hier neben Fluchen und Weinen irgendetwas, dass man tun kann – z. B. rechtliche Möglichkeiten, gegen die Absage vorzugehen?
Kulturvereine werden durch die Sparmaßnahmen aktuell mit zusätzlichen Existenzsorgen konfrontiert. Vor allem auf Gemeindeebene stehen hohe Kürzungen im Raum, die dem prekär arbeitenden Kultursektor schwer zusetzen. Dass es hier nicht nur um persönliche Existenznöte seitens Künstler:innen und Kulturvereinen geht, sondern Kommunen, Land und Staat mit weitreichenden Folgen konfrontiert werden, bleibt unterschätzt.