protestsong-contest oder protest-songcontest

wie ist es möglich, dass urheber_innen den unterschied zwischen urheberrecht und leistungsschutzrecht nicht kennen?

oder: wer hat recht? die kunst? sven regener ist übrigens ganz schön angepisst!

die musikerin anja plaschg aka soap&skin ist derzeit sehr präsent. neues album, beeindruckende rezensionen und auch verkaufszahlen, neue fotos, neues image, freundliche interviews und auch noch eine zotterschokolade – mit blut und blauer kornblume drin –, und sie gibt fantastische hochamt gleichende konzerte. wie komme ich jetzt eigentlich auf soap&skin, die scheinbar gerade alles richtig macht und überall zur richtigen zeit am richtigen ort bzw. in der richtigen intervention zuhause ist? ich finde plaschg auf der initiator_innenliste der initiative für das recht auf geistiges eigentum: kunst hat recht. unvorstellbar. und dann unverständlich der film von harald sicheritz: musik hat recht. die band papermoon im studio zeigt hier, was dabei rauskommt, wenn leute keine eigenen songideen haben. in diesem songausschnitt klingt nichts nach etwas, das frau noch nicht schon gehört hat. und alles so schön ruhig und harmonisch.

sven regener von element of crime ist da anders: sven ärgert sich – ärgert sich laut und findet gehör –, nebstbei kickt er die urheber_innenrechtsdebatte auf facebook an. erste runde für sven. laut, nicht ganz uncharmant der grant und teilweise nachvollziehbar – bis auf einige viele details, die fernab vom emotions-tamtam auseinanderdividiert werden könnten. und das subventionierte kunststatement aus dem mund eins alten rockers, der das burgtheater mit freunden bespielt, ist da schon fast etwas zu frivol.

atom tm zieht den vergleich: cloud = klaut! wobei sich viele an dem eigentumsbegriff abarbeiten. ist es überhaupt möglich, ein musikstück zu stehlen? die konzerne stehen schon bereit bzw. ihre anwält_innen und schicken abstruse und teure verwarnungen aus – angeblich ohne das wissen der urheber_innen. wen interessieren die schon? wie ist es möglich, dass urheber_innen den unterschied zwischen urheberrecht und leistungsschutzrecht nicht kennen?

da sagen deichkind: regelt euren scheiß! leider geil!

es raschelt, und es tut sich was, für einige stunden, einige tage – die köpfe rauchen –, aber es bleibt alles im harmonisch grünen bereich! das ist so, wie beim protestsong-contest mitzumachen und eigentlich gar nicht genau zu wissen, wo man/frau da gerade mitspielt. o-ton: mein label hat gesagt, ich soll einen song einschicken, und damit war ich in der engeren auswahl. aha?

nein, es geht nicht nach baku, ins unterhaltungszentrum des grauens. fast hätte ich die zweifelhafte ehre gehabt, lukas plöchl im club 2 gegenüber zu sitzen und wäre sicher als fadärschin des landes – spaßverderberin – lebenslang gebrandmarkt. das bin ich derzeit nur im songcontest-universum, weil ich gesagt habe: theatrale inszenierung bei songinterpretation finde ich todlaaaaangweilig. keine wut zu haben, finde ich todlangweilig. gibt es überhaupt einen song, eine komposition, eine geschichte, eine figur, einen sexy schlachtgesang oder sonstirgendwas, das wir uns zusammenbasteln, das nicht schon irgendwann mal in unseren kopf reingezogen ist?

ich zitiere hier noch einen kollegen aus seinem facebook-kommentar – doc nachtstrom: klar, da weiß man gar nicht, wo man anfangen soll, sich aufzuregen :-) aber bleiben wir doch bei der musik. man muss sich halt auch fragen, WARUM den leuten musik heutzutage so wenig wert ist – hat da nicht die industrie mit ihren mistigen, überteuerten produkten eben schuld daran? und wenn ich als teenie jeden DSDS-song sofort als klingelton reingedrückt bekomme, wie soll ich dann noch den wert eines komponierten songs erkennen?

Ähnliche Artikel

Presseaussendung: Am Montag, 2. März 2026, lädt die Österreichische UNESCO-Kommission gemeinsam mit der IG Kultur Vorarlberg zum öffentlichen UNESCO-Talk „Regenerative Kulturarbeit zwischen Krise und Transformation“ ins Theater am Saumarkt Feldkirch ein. Im Zentrum steht die Frage, wie Kunst und Kultur als regenerative Kraft gesellschaftliche und ökologische Transformationsprozesse unterstützen können und welche Rahmenbedingungen es dafür braucht. Impulse kommen von Klimabotschafterin Lea Brückner, der kulturpolitischen Sprecherin Daniela Koweindl, Autorin Sarah Kuratle, Musiker Andreas Paragioudakis, Biosphärenpark-Manager Matthias Merta und Kulturmanagerin Sabine Benzer. Bereits am Nachmittag findet im Palais Liechtenstein Feldkirch der Workshop "Künstlerische Freiheit und Satire" statt. Der Eintritt zu beiden Programmpunkten ist frei.
Am Montag, 2. März 2026, laden die IG Kultur Vorarlberg und die Österreichische UNESCO-Kommission zu einem diskursiven Abend im Theater am Saumarkt. Mit künstlerischen Impulsen und Einblicken von Expert:innen aus Kunst, Kultur, Umwelt und Politik werden regenerative Aspekte in Kunst und Kultur beleuchtet. Zu Gast sind Klimabotschafterin und Musikerin Lea Brückner, Autorin Sarah Kuratle, Interessensvertreterin der Bildenden Kunst Daniela Koweindl, Kulturmanagerin Sabine Benzer vom Theater am Saumarkt, Musiker Andreas Paragioudakis und Matthias Merta vom Biosphärenpark Großes Walsertal.
Inspiriert vom Call der oberösterreichischen KUPFzeitung zum Thema Senf wurde uns bewusst: Wir haben in Vorarlberg mit "Lustenauer Senf" ein kulturaffines Familienunternehmen, das auch mit dem Lustenauer "W*ORT" befreundet ist. Da liegt ein Austausch über Senf, Kultur und gewürzte Kompositionen aus beidem doch sehr nahe. Und auch wenn sich die Akteur:innen beider Einrichtungen schon lange kennen, erfuhren sie im Laufe des Gesprächs Neues über liegengebliebene Instrumente, Leidenschaften im Dunklen, den „heimeligen“ Geschmack der Erinnerung und über die große Verantwortung, ein Familienunternehmen zu führen.