zukunftsmusik: oder ohne geld koa musi!

der herr hörfunkchef zeigt über eine Ö3 belangsendung wie musiker_innen oder neue österreicher_innen aussehen, die – laut dem universal-chef – auf dem sender selbst kein abspielforum haben. es wird mit zahlen argumentiert, der austropop schwer beleidigt, die quote vehement gefordert. jahrelang dieselbe diskussion.

anfang juni 2008 findet im parlament eine enquete zum thema „zukunftsmusik“ statt. angeleuchtet werden „aktuelle herausforderungen und musikalische entwicklungsperspektiven in österreich“. erstmals ist platz für internationale rahmenbedingungen und musikalische grundrechte: das recht aller menschen auf freien musikalischen ausdruck und gerechte bezahlung! das unterschreiben wir sofort, wenn auch noch niederlassungsrecht dazukommt, ohne dass die ganze zeit von wertschöpfung, kreativkapital, umwegrentabilität und „werte sichern“ gesprochen wird, und wenn der mensch auch nicht-männlich und nicht-weiß sein darf!

über den großen block der bildung sehen wir hinweg, zuviel liegt in den musikschulen im argen und popmusik in der schule lernen? eventuell noch nach noten, wie mia zabelka heiter einwirft? so kinder, wir lernen heute „born to be wild“. brrrrrrrrrrrrrrm der herr philharmoniker beklagt die mangelnde ausbildungsqualität der österreichischen nachwuchsmusiker. was soll denn mit dem orchester passieren, wenn der österreichische dialekt verloren geht? in kritiken wird den philharmonikern ja oft eher eine österreichische langsamkeit attestiert. ja spielen denn die ausländer(Innen) schneller und besser? geld fließt wenn, dannin die klassik, und e- und u- feiern eine kleine party, sie scheinen wohl doch nicht zueinanderzupassen. die blasmusik und der chorgesang gegenüber dem fußball eklatant benachteiligt und unterdotiert. ausnahmefall kärnten. da wird uns in breitem dialekt die schönheit der kärntner gesangsvereine nahegelegt, auf die wir bitte stolz sein können! wie wir wissen, können die menschen in kärnten keine fünf minuten ohne gesang aushalten. leilei!

wenn’s für die unterhaltungsindustrie ums eingemachte geht, haben frauen weniger präsenz, in der bildung und im ehrenamt braucht man sie schließlich. electric indigo ist die einzige vertreterin auf zwei panels die sich um medien und standortentwicklung drehen. der herr hörfunkchef zeigt über eine Ö3 belangsendung wie musiker_innen oder neue österreicher_innen aussehen, die – laut dem universal-chef – auf dem sender selbst kein abspielforum haben. es wird mit zahlen argumentiert, der austropop schwer beleidigt, die quote vehement gefordert. jahrelang dieselbe diskussion. herr morak beklagt sein damaliges leid – sendeverbot auf Ö3 – und fordert, dass in österreich kein/e künstler_in bittstellen gehen muss! er zitiert BRITTA: boheme oder obdachlosigkeit? was er uns zu erzählen vergisst: wer wäre in seinen augen demnach kunstarbeitend? und warum soll in unserer gesellschaft überhaupt jemand bittsteller_in sein?

als musikerin aus dem DIY- und feministischen kontext kommend, finde ich mich von den jeweiligen lobbyisten nicht vertreten, ich darf mich aber auch zu wort melden. ich lasse die zeit für die wortmeldung verstreichen und schaue mir lieber die anwesenden an.

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