Voneinander lernen – KI in der Kulturpraxis

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Im ersten Community Lab von Praxis-KICK stand der Austausch über konkrete KI-Erfahrungen im Arbeitsalltag gemeinnütziger Kulturorganisationen im Mittelpunkt. Besprochen wurden Anwendungen für Dokumentation, Öffentlichkeitsarbeit, Protokolle, Förderkonzepte und Recherche.

Eine zentrale Erfahrung: KI kann entlasten, funktioniert aber nicht von selbst. Gute Ergebnisse entstehen, wenn vorhandenes Wissen, brauchbare Quellen, klare Anweisungen und menschliche Kontrolle zusammenkommen.

 

Warum das für Kulturorganisationen relevant ist


In kleinen gemeinnützigen Kulturorganisationen fallen viele Schreib-, Dokumentations- und Verwaltungsaufgaben neben der eigentlichen Kulturarbeit an. KI kann hier helfen, vorhandenes Material schneller zu strukturieren: etwa für Jahresberichte, Website-Rückblicke, Social-Media-Texte, Protokolle oder Förderkonzepte.

Entscheidend ist nicht, möglichst viele Tools zu nutzen. Wichtiger ist, wiederkehrende Aufgaben zu erkennen, gute Arbeitsweisen zu entwickeln und im Team zu klären, welche Daten und Inhalte überhaupt mit KI bearbeitet werden sollen.

 

Basiswissen

Quellenbasiert arbeiten


Viele Beispiele aus dem Lab zeigen: KI ist besonders dann nützlich, wenn sie mit konkretem Material arbeitet. Das können alte Jahresberichte, Projektbeschreibungen, Begrüßungsnotizen, Transkripte, Website-Texte, Newsletter oder Fördercalls sein.

Tools wie NotebookLM bündeln solche Quellen und erstellen daraus Zusammenfassungen, Berichte oder Audio-Überblicke. Die Ergebnisse sind dadurch stärker an vorhandenes Material gebunden. Trotzdem bleibt Prüfung notwendig: Wenn Quellen fehlen oder unvollständig sind, kann KI falsche Ergänzungen erzeugen oder Zusammenhänge überinterpretieren.

Für die Praxis heißt das: Je besser das Ausgangsmaterial, desto brauchbarer der Entwurf. KI ersetzt kein Organisationswissen, kann aber helfen, es schneller nutzbar zu machen.

 

Zentrale Grundfragen vor der Nutzung

Vor dem Einsatz von KI sollten drei Fragen geklärt werden:
 

Welche Aufgabe soll unterstützt werden?

Etwa Dokumentation, Zusammenfassung, Textüberarbeitung, Recherche oder Kriterienabgleich.
 

Welche Quellen dürfen verwendet werden?

Interne Protokolle, personenbezogene Daten oder vertrauliche Projektinformationen sollten nicht unüberlegt in externe Systeme hochgeladen werden.
 

Wer prüft das Ergebnis?

KI-Ergebnisse brauchen fachliche, redaktionelle und gegebenenfalls rechtliche Kontrolle. Diese Verantwortung bleibt bei der Organisation.

Für interne Regeln, Datenschutz, Kennzeichnung und Governance empfiehlt sich die Orientierung an den erläuterten KI-Leitlinien der IG Kultur für Kulturvereine.

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Miniworkshop

Vom Event zum Bericht


Dieser Baustein wurde aus den Inhalten des Community Labs abgeleitet und für die Online-Dokumentation weiterentwickelt.

Nach Veranstaltungen braucht es oft mehrere Formen der Dokumentation: kurze Website-Texte, Förderberichte, Jahresberichte oder interne Zusammenfassungen. Der im Lab besprochene Workflow zeigt, wie aus vorhandenem Material ein erster Berichtsentwurf entstehen kann.

Ziel

Aus Rohmaterial einer Veranstaltung wird ein strukturierter Entwurf für einen Bericht, eine Website-Dokumentation oder eine interne Nachbereitung.

Geeignet für

Der Ablauf ist hilfreich, wenn bereits Material vorhanden ist, aber Zeit für die Ausarbeitung fehlt. Besonders geeignet ist er bei Veranstaltungen mit mehreren Programmpunkten, Redebeiträgen oder Diskussionen.

Benötigtes Material

Nützlich sind Notizen, Programmtexte, Transkripte von Begrüßungen oder Redebeiträgen, schriftliche Vortragsfassungen und ein älterer Bericht als Stil- und Strukturvorlage.


Schritt 1: Quellen sammeln

Alle verfügbaren Materialien werden in einem neuen Notebook oder Projekt gesammelt. Wichtig ist, dass die Quellen die Veranstaltung tatsächlich abbilden. Je weniger Material vorhanden ist, desto größer ist das Risiko falscher Ergänzungen.

Vor dem Hochladen sollte geprüft werden, ob das Material personenbezogene, vertrauliche oder sensible Informationen enthält.


Schritt 2: Stilreferenz ergänzen

Ein alter Jahresbericht oder eine frühere Dokumentation kann als zusätzliche Quelle dienen. So bekommt die KI Orientierung für Aufbau, Länge und Tonalität.

Die Stilreferenz sollte nur als Form- und Sprachbeispiel dienen. Aktuelle Inhalte müssen aus den neuen Quellen stammen.


Schritt 3: Berichtsentwurf erstellen lassen

Beispielprompt:

Erstelle auf Basis der hochgeladenen Quellen einen Entwurf für einen Bericht zur Veranstaltung.

Orientiere dich in Aufbau, Länge und Tonalität am hochgeladenen Vorjahresbericht.

Wichtig:
- Verwende nur Informationen, die in den Quellen enthalten sind.
- Erfinde keine Programmpunkte, Namen, Zahlen oder Bewertungen.
- Markiere Stellen, bei denen Informationen fehlen oder unklar sind.
- Formuliere sachlich und konkret.
- Vermeide werbliche Übertreibungen.


Schritt 4: Fakten prüfen

Der Entwurf muss sorgfältig kontrolliert werden: Namen, Programmpunkte, Zahlen, Zeitangaben, Zuordnungen und Bewertungen. Besonders kritisch sind Abschnitte, zu denen wenig Material vorhanden war.

Hilfreiche Prüffragen:

  • Stammen alle Aussagen aus den Quellen?
  • Sind Namen, Funktionen und Organisationen korrekt?
  • Stimmen Datum, Ort, Programmteile und Reihenfolge?
  • Sind Zahlen und Teilnahmedaten geprüft?
  • Sind Bewertungen oder Wirkungsbehauptungen belegt?
  • Gibt es Stellen, an denen die KI Lücken gefüllt hat?


Schritt 5: Für verschiedene Formate anpassen

Ein geprüfter Berichtsentwurf kann für Website, Jahresbericht, Förderbericht oder interne Dokumentation weiterbearbeitet werden. Länge, Tonalität und Zielgruppe sollten jeweils angepasst werden.

Beispielprompt:

Nutze den geprüften Berichtsentwurf und erstelle daraus drei Fassungen:

1. eine kurze Website-Dokumentation mit maximal 1.500 Zeichen
2. eine sachliche Fassung für einen Förderbericht
3. eine interne Zusammenfassung mit offenen Punkten und To-dos

Wichtig:
- Erhalte alle Fakten.
- Erfinde keine neuen Informationen.
- Passe nur Länge, Struktur und Tonalität an das jeweilige Format an.
- Markiere Stellen, die vor Veröffentlichung geprüft werden müssen.

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Praxisbaustein

Öffentlichkeitsarbeit im eigenen Stil vorbereiten


KI-Texte wirken schnell austauschbar, wenn sie ohne klare Vorgaben erstellt werden. Für Kulturorganisationen ist Sprache aber Teil der eigenen Haltung und Beziehung zu Zielgruppen. Im Lab wurde daher ein Weg besprochen, wie KI besser an den eigenen Stil angepasst werden kann.


Schritt 1: Zielgruppen klären

Ein vorhandener „Über uns“-Text oder eine Projektbeschreibung wird analysiert. Die KI kann daraus Vorschläge für primäre und sekundäre Zielgruppen ableiten.

Beispielprompt:

Analysiere diesen Text unserer Organisation.

Welche Zielgruppen werden direkt oder indirekt angesprochen?

Bitte unterscheide zwischen:
- primären Zielgruppen
- sekundären Zielgruppen
- möglichen neuen Öffentlichkeiten
- Gruppen, die möglicherweise nicht ausreichend angesprochen werden

Formuliere das Ergebnis als Arbeitsgrundlage für Öffentlichkeitsarbeit.

Wichtig:
Erfinde keine Daten über reale Personen. Markiere Annahmen als Annahmen und vermeide stereotype Zuschreibungen.

Text:
[Text einfügen]

Das Ergebnis sollte im Team geprüft und nachgeschärft werden. Zielgruppenanalysen aus KI sind keine gesicherte Publikumsforschung, sondern Arbeitsmodelle.


Schritt 2: Bestehende Texte analysieren

Newsletter, Website-Texte oder Social-Media-Posts können genutzt werden, um den eigenen Stil beschreiben zu lassen: Tonalität, Satzlänge, Begriffe, Ansprache, Struktur und Begriffe, die vermieden werden sollen.

Beispielprompt:

Analysiere die folgenden Texte unserer Organisation hinsichtlich:
- Tonalität
- Satzlänge
- Wortwahl
- Ansprache
- Struktur
- wiederkehrender Begriffe
- Begriffe oder Formulierungen, die vermieden werden sollten

Erstelle daraus ein kurzes Stil-Briefing für künftige Öffentlichkeitsarbeit.

Wichtig:
Beschreibe nur, was in den Texten erkennbar ist. Erfinde keine Haltung oder Zielgruppen, die nicht aus dem Material ableitbar sind.

Texte:
[Texte einfügen]


Schritt 3: Regeln festlegen

Aus Zielgruppenprofil und Stilanalyse entsteht ein kurzer Regelsatz. Dieser kann in einem Custom GPT hinterlegt oder bei neuen Chats als Einstiegsprompt verwendet werden.

Der Regelsatz kann Sprache, Tonalität, Zielgruppen, Textlängen, Genderung, gewünschte Struktur und No-Go-Begriffe enthalten.

Beispielprompt:

Arbeite mit folgendem Kommunikationsrahmen:

Zielgruppen:
[Zielgruppen einfügen]

Tonalität:
[Stil-Briefing einfügen]

Regeln:
- sachlich und zugänglich formulieren
- keine werbliche Übertreibung
- keine neuen Fakten ergänzen
- unklare Stellen markieren
- Gendersternchen verwenden
- keine stereotypen Zielgruppenbilder erzeugen
- Texte auf Verständlichkeit und Kürze prüfen

Aufgabe:
[Aufgabe einfügen]


Ergebnis

Die KI erhält nicht nur eine Aufgabe, sondern auch einen Rahmen. Dadurch werden Texte konsistenter und müssen weniger stark nachbearbeitet werden. Die redaktionelle Verantwortung bleibt bei der Organisation.

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Praxistipps aus dem Lab


Hilfreich ist es, Chats bewusst zu benennen, damit sie später auffindbar bleiben. Gute Prompts, Stilregeln oder Prüffragen sollten intern gesammelt werden, wenn Aufgaben regelmäßig wiederkehren.

Für Sitzungen können Transkripte genutzt werden, um Zusammenfassungen, Entscheidungen oder To-dos zu erstellen. Vorab sollte geklärt werden, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Aufzeichnung möglich ist und ob alle Beteiligten informiert sind.

Auch Perspektivwechsel können nützlich sein: Ein Text wird etwa aus Sicht einer Förderstelle, einer Gemeinde, einer Zielgruppe oder einer kritischen Leser*in geprüft. So werden Unklarheiten sichtbar, bevor ein Text nach außen geht.

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Genannte Tools und Ressourcen aus der Einheit


Die folgende Liste dokumentiert Tools und Ressourcen, die im Community Lab genannt wurden. Sie ist keine allgemeine Empfehlungsliste. Vor der Nutzung sollten Kosten, Datenschutz, Nutzungsbedingungen, Barrierefreiheit, Aktualität und Eignung für den eigenen Arbeitskontext geprüft werden.
 

NotebookLM
https://notebooklm.google/
Im Lab genannt für quellenbasiertes Arbeiten, Veranstaltungsdokumentation, Zusammenfassungen und Audio-Überblicke.

ChatGPT / Custom GPTs
https://chatgpt.com/
Im Lab genannt für Texterstellung, Zielgruppenanalyse, Stilvorgaben und eigene Assistenten.

Text KI Promptbot von Vroni Hackl
https://chatgpt.com/g/g-1iuSQIUZF-text-ki-promptbot-vom-ki-marketing-bootcamp
Im Lab genannt zur Analyse des eigenen Sprachstils auf Basis bestehender Texte. Vor Nutzung sollte geprüft werden, ob der GPT weiterhin öffentlich erreichbar ist.

Bild KI Promptbot
https://chatgpt.com/g/g-osnYqfv18-bild-ki-promptbot
Im Lab genannt zur Entwicklung und Verfeinerung von Prompts für Bild-KI. Vor Nutzung sollte geprüft werden, ob der GPT weiterhin öffentlich erreichbar ist.

Sally.io
https://www.sally.io/de
Im Lab genannt für Transkription und Protokolle aus Besprechungen. Vor Nutzung sollten Datenschutz, Aufzeichnungsvoraussetzungen und Einverständnisse geprüft werden.

Freepik
https://www.freepik.com/
Im Lab genannt für grafische Elemente, Bilder und schnelle Visualisierungen.

Perplexity
https://www.perplexity.ai/
Im Lab genannt für quellenbasierte Recherche und Rechercheprojekte. Auch bei Tools mit Quellenangaben müssen Aussagen anhand der Originalquellen geprüft werden.

Manus AI
https://manus.im/
Im Lab als Tool für Brainstorming und Namensfindung genannt. Für sensible Daten ist besondere Vorsicht geboten.

Saferinternet.at
https://www.saferinternet.at/
Als Ressource zu digitaler Kompetenz, sicherer Internetnutzung und Medienbildung genannt.

Zoom
https://zoom.us/
Im Kontext von Online-Besprechungen und Aufzeichnungen als mögliche Grundlage späterer Auswertungen genannt.

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Hinweis: Diese Seite dokumentiert das Community Lab #1 „Voneinander lernen – KI in der Kulturpraxis“ vom 30.09.2025. Die Inhalte wurden KI-gestützt aufbereitet, geben zentrale Impulse der Einheit wieder und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Genannte Tools und Ressourcen sind keine Empfehlungsliste und sollten vor Nutzung aktuell geprüft werden. Rechtliche Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung.