Kunst- und Kulturstrategie Kärnten|Koroška 2030 | Strategija za umetnost in kulturo Koroške 2030
Die Kunst- und Kulturstrategie Kärnten|Koroška 2030 ist beschlossen. Nach einem zweijährigen partizipativen Prozess definiert sie Ziele und Maßnahmen für die Zukunft von Kunst und Kultur in Kärnten|Koroška.
In der 50. Folge von KIKK OFF za kulturo spricht Ana Grilc mit Brigitte Winkler-Komar (Abteilung Kunst und Kultur des Landes Kärnten), Elena Stoißer (IG KiKK) und Yulia Izmaylova (VADA) über die Entstehung der Strategie, ihre Schwerpunkte und die Herausforderungen bei der Umsetzung. Welche Chancen eröffnet die Strategie für Kunst- und Kulturschaffende? Und wie kann Kulturpolitik in Kärnten|Koroška nachhaltig gestaltet werden? Das erfahren Sie in dieser Jubiläumsausgabe.
Nachlese
Kunst- und Kulturstrategie Kärnten|Koroška 2030: Beteiligung, Visionen und konkrete Schritte
Nach einem zweijährigen partizipativen Prozess wurde im Frühjahr die Kunst- und Kulturstrategie Kärnten|Koroška 2030 präsentiert. In der aktuellen Ausgabe von Kickoff za kulturo sprachen wir mit Brigitte Winkler-Komar (Leiterin der Abteilung Kunst und Kultur des Landes Kärnten), Elena Stoißer (IG KiKK) und Yulia Izmaylova (Verein VADA) über die Entstehung der Strategie, ihre Schwerpunkte und die Herausforderungen ihrer Umsetzung.
Rund 1.400 Personen beteiligten sich an Workshops, Zukunftsforen und Kulturwerkstätten. Für Brigitte Winkler-Komar war einer der größten Erfolge, Menschen aus unterschiedlichen Regionen und Bereichen der Kulturszene miteinander in Kontakt zu bringen. Der Prozess habe neue Kooperationen ermöglicht und gezeigt, wie wichtig Beteiligung für die Entwicklung kulturpolitischer Strategien ist.
Auch Elena Stoißer betont die Bedeutung des partizipativen Ansatzes. Kulturstrategien könnten nur dann wirksam sein, wenn sie gemeinsam mit den Akteur:innen der Kulturszene entwickelt werden. Darüber hinaus habe der Prozess dazu beigetragen, Kunst und Kultur stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und auch kulturferne politische Entscheidungsträger:innen für die Vielfalt der Kulturlandschaft Kärntens|Koroškas zu sensibilisieren.
Yulia Izmaylova schilderte die anfängliche Skepsis vieler freier Kulturschaffender. Die Sorge sei groß gewesen, erneut viel Zeit und Expertise einzubringen, ohne dass daraus verbindliche Verbesserungen entstehen. Gleichzeitig betonte sie die Wichtigkeit der Mitwirkung: Nur durch Beteiligung könne die freie Szene ihre Anliegen einbringen und Veränderungen anstoßen. Positiv bewertet sie insbesondere, dass Themen wie Fair Pay und soziale Absicherung in der Strategie klar benannt werden.
Ein zentrales Anliegen der Strategie ist die Anerkennung der Mehrsprachigkeit Kärntens|Koroškas als kulturelle Stärke. Die Strategie wurde zweisprachig veröffentlicht, Veranstaltungen wurden begleitet übersetzt und mittlerweile stehen auch Förderformulare auf Slowenisch zur Verfügung. Damit wird die sprachliche Vielfalt des Landes nicht nur anerkannt, sondern aktiv gefördert.
Darüber hinaus hebt die Strategie die kulturelle Vielfalt, die Lage im Dreiländereck und die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg als besondere Stärken des Landes hervor. Auch die Verbindung von Kultur und Tourismus spielte im Beteiligungsprozess eine wichtige Rolle. Aus diesem Wunsch nach stärkerer Sichtbarkeit entstanden bereits erste Kooperationen mit der Kärnten Werbung.
Ein weiteres Schwerpunktthema betrifft kulturelle Räume. Viele Initiativen suchen nach geeigneten Orten für ihre Arbeit, während gleichzeitig bestehende Räume nicht vollständig ausgelastet sind. Das Projekt „Index of Spaces“, das von der IG KiKK mitentwickelt wird, soll künftig einen Überblick über verfügbare Kulturräume bieten und Kooperationen erleichtern.
Die Strategie umfasst insgesamt 24 Ziele und 67 Maßnahmen. Einige davon wurden bereits umgesetzt, darunter kostenlose Rechtsberatungen für Kulturschaffende, Informationsveranstaltungen zu EU-Förderungen sowie Workshops zu Social Media und digitaler Sichtbarkeit. Gleichzeitig wurde in der Sendung deutlich, dass die Umsetzung kritisch begleitet werden muss. Yulia Izmaylova wies darauf hin, dass zusätzliche Beratungs- und Weiterbildungsangebote zwar hilfreich seien, jedoch oft auch zusätzlichen Arbeitsaufwand für Kulturschaffende bedeuten.
Bis 2030 sollen die Maßnahmen schrittweise umgesetzt werden. Für die Beteiligten steht fest: Die Kunst- und Kulturstrategie Kärnten|Koroška 2030 ist kein abgeschlossenes Dokument, sondern ein Arbeitsauftrag für die kommenden Jahre. Ob die formulierten Ziele erreicht werden, wird eine kontinuierliche Umsetzung und regelmäßige Evaluierung zeigen.
Nachlese in Leichter Sprache
Kunst- und Kulturstrategie Kärnten|Koroška 2030 vorgestellt
In der Radiosendung Kickoff za kulturo ging es um die neue Kunst- und Kulturstrategie Kärnten|Koroška 2030.
Zu Gast waren Brigitte Winkler-Komar vom Land Kärnten, Elena Stoißer von der IG KiKK und Yulia Izmaylova vom Verein VADA.
Die Strategie wurde in einem großen Beteiligungsprozess entwickelt. Rund 1.400 Menschen haben mitgemacht. Sie haben ihre Ideen und Erfahrungen eingebracht.
Brigitte Winkler-Komar sagt: Besonders wichtig war, dass sich viele Menschen aus Kunst und Kultur kennenlernen konnten. Dadurch sind neue Kontakte und Kooperationen entstanden.
Elena Stoißer betont: Gute Kulturpolitik entsteht gemeinsam mit den Menschen, die Kultur machen. Viele Menschen haben sich durch den Prozess erstmals genauer mit Kunst und Kultur beschäftigt.
Yulia Izmaylova berichtet, dass es auch Zweifel gab. Viele Kulturschaffende fragten sich, ob ihre Arbeit später wirklich zu Verbesserungen führen wird. Trotzdem sei die Beteiligung wichtig gewesen. Nur so können Anliegen der freien Kulturszene gehört werden.
Ein wichtiger Punkt der Strategie ist die Mehrsprachigkeit. Die Strategie wurde auf Deutsch und Slowenisch veröffentlicht. Auch Förderanträge gibt es inzwischen in beiden Sprachen.
Weitere Themen sind kulturelle Räume, bessere Zusammenarbeit, Fair Pay und soziale Absicherung für Kulturschaffende. Außerdem soll Kultur stärker sichtbar werden und enger mit dem Tourismus zusammenarbeiten.
Einige Maßnahmen wurden bereits umgesetzt. Dazu gehören kostenlose Rechtsberatung, Informationen zu EU-Förderungen und Workshops zu Social Media.
Die Strategie enthält 24 Ziele und 67 Maßnahmen. Diese sollen bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden.
Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich die Kunst- und Kulturszene in Kärnten|Koroška durch die neue Strategie verändert.