Das Projekt / Evaluierung

Über KICK_ KI Community Kultur

KICK_ KI Community Kultur ist eine Fortbildungsreihe der IG Kultur Österreich zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der gemeinnützigen Kulturarbeit. Im Zentrum steht die Frage, wie KI-Tools unter realen Arbeitsbedingungen sinnvoll, verantwortungsvoll und selbstbestimmt genutzt werden können.

Die Fortbildungsreihe verbindet praxisnahe Wissensvermittlung, individuelle Transferbegleitung, offene Austauschformate und kritische Reflexion. Sie richtet sich an Kulturarbeiter*innen in gemeinnützigen Kulturvereinen – insbesondere an kleinere Organisationen mit begrenzten zeitlichen, personellen und finanziellen Ressourcen.

Ziel ist nicht nur Tool-Wissen, sondern die Übersetzung in den Arbeitsalltag: Wie kann KI bei Öffentlichkeitsarbeit, Projektmanagement, Förderanträgen, Verwaltung, Textarbeit, Bildproduktion, Dokumentation oder internen Abstimmungsprozessen unterstützen? Und welche rechtlichen, ethischen, organisatorischen und gesellschaftlichen Fragen müssen dabei mitgedacht werden?


Das Projekt auf einen Blick

11 Webinare

mit 399 Teilnahmen und 218 Feedbackformularen

25 Coachings

als individuelle Transferbegleitung

5 Community Labs

mit 55 Teilnahmen in offenen Austausch- und Vertiefungsformaten

71 Bewerbungen

für die Teilnahme an der Fortbildungsreihe

93 Organisationen

teilnehmende Kulturorganisationen, davon 30 im Kernprogramm

43 Rückläufe

in der Enderhebung durch EDUCULT

 

Was wurde umgesetzt?

KICK_ KI Community Kultur wurde als mehrstufiges Programm umgesetzt. Grundlage war eine österreichweite Ausschreibung mit Bedarfserhebung. Die Rückmeldungen der teilnehmenden Kulturorganisationen flossen direkt in die Konzeption der Webinarreihe ein.

Die 11 Webinare behandelten konkrete Anwendungen im Arbeitsalltag ebenso wie Fragen des verantwortungsvollen KI-Einsatzes. Themen waren unter anderem Öffentlichkeitsarbeit, Textarbeit, Bildproduktion, Projektmanagement, Förderanträge, Recherche, Dokumentation, Custom-KI-Assistent*innen, Ethik, Governance und KI-Leitlinien.

Die individuellen Coachings unterstützten den Transfer in konkrete Arbeitsprozesse – etwa bei Förderberichten, Protokollen, redaktionellen Aufgaben, internen Abläufen oder Fragen zu Datenschutz und Urheberrecht.

Die 5 Community Labs boten Raum für Austausch, Peer-Learning und Reflexion. Dort wurden praktische Erfahrungen ebenso verhandelt wie gesellschaftliche, politische und kulturpraktische Fragen zum Einsatz von KI.


Die Enderhebung wurde von EDUCULT durchgeführt. Sie zeigt, dass KICK_ KI Community Kultur zu mehr Orientierung, Anwendungssicherheit und bewussterer Nutzung von KI beigetragen hat.

Besonders deutlich ist der Wissenszuwachs: Vor der Teilnahme bewerteten 48,9 Prozent der Befragten ihren Wissensstand zu KI als sehr gering oder gering. Nach der Teilnahme bewerteten 41,9 Prozent ihren Wissensstand als hoch oder sehr hoch.

Selbseinschätzung des KI-Wissens
Abbildung: Selbsteinschätzung des KI-Wissens vor und nach der Teilnahme.

Die häufigsten Einsatzbereiche liegen in der Textarbeit, Ideenfindung, Recherche und Öffentlichkeitsarbeit. 79,1 Prozent der Befragten nutzen KI im Bereich Textarbeit. Gleichzeitig zeigt die Evaluierung, dass KI-Wissen in vielen Organisationen noch nicht strukturell verankert ist: 85,7 Prozent stimmen zu, dass Wissen zu KI derzeit vor allem bei einzelnen Personen liegt.

Einsatzbereiche von KI

Abbildung: Bereiche, in denen KI von den Befragten eingesetzt wird.

Abbildung: Einschätzung zur organisatorischen Verankerung von KI-Wissen.

62,8 Prozent der Befragten stimmen zu, dass KI Arbeitsprozesse verbessert. Viele beschreiben KI als punktuelle Entlastung im Arbeitsalltag – vor allem bei Texten, Übersetzungen, Kommunikation, Strukturierung und administrativen Aufgaben. Zugleich bleibt klar: Gute Ergebnisse brauchen präzise Aufgabenstellungen, kritische Prüfung und menschliche Nachbearbeitung.

Zentrale Hürden bleiben fehlende Zeit- und Personalressourcen, rechtliche Unsicherheiten, Kosten, technische Fragen und Skepsis im Team. Mehr als die Hälfte der Befragten wünscht sich finanzielle Mittel und Zeit für die Erprobung von KI. Ebenso genannt werden Erfahrungsaustausch, rechtliche Klärung, Fortbildungen, Micro-Grants, Beratung und weitere Coachings.

Erschwernisse
Abbildung: Hürden für KI-Nutzung in Kulturorganisationen.

Zentrale Erkenntnisse

KI kann Kulturarbeit punktuell entlasten – etwa bei Textarbeit, Recherche, Dokumentation, Förderberichten oder interner Strukturierung. Damit daraus tatsächlich Unterstützung wird, brauchen Kulturvereine Zeit zum Ausprobieren, rechtliche Orientierung, kritische Prüfung und gemeinsame Regeln.

Digitale Transformation ist daher keine reine Tool-Frage. Sie braucht Rahmenbedingungen, die gemeinnützige Kulturvereine nicht zusätzlich belasten, sondern ihre Handlungsfähigkeit stärken: durch finanzierte Zeit, Beratung, Austausch und Unterstützung bei der organisationsbezogenen Umsetzung.

 

Stimmen aus dem Projekt

„Ich glaube kaum, dass einer von unseren Kulturvereinen das Budget und die Ressourcen hat, so viele Tools zu bedienen und sich in so viele Tools einzulesen.“

„Die Integration von KI in den Arbeitsalltag geschieht langsam, aber stetig. Sie kann in Betrieben mit flacher Hierarchie nicht von oben herab geplant oder koordiniert werden.“

 

Fragen zum Projekt und Kooperationsanfragen

Die Erfahrungen aus KICK_ KI Community Kultur können auch für weitere Bildungs-, Beratungs- und Austauschformate interessant sein – etwa für Kulturvereine, Netzwerke, Interessenvertretungen, Bildungseinrichtungen oder kulturpolitische Zusammenhänge.

Fragen zum Projekt, zu Materialien, zu möglichen Kooperationen oder zur Übertragbarkeit einzelner Formate können gerne an office@igkultur.at gerichtet werden.