Custom-KI-Assistent*in für die Kulturarbeit erstellen

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Viele Kulturorganisationen arbeiten mit kleinen Teams, knappen Ressourcen und vielen parallelen Aufgaben. KI-Tools können hier unterstützen: etwa beim Strukturieren, Formulieren, Kürzen oder Vorbereiten wiederkehrender Texte.

In dieser Praxis-KICK-Einheit ging es darum, wie aus einzelnen Prompts ein wiederverwendbarer KI-Assistent entstehen kann. Ein solcher Custom GPT arbeitet mit festen Instruktionen, einem beschriebenen Aufgabenbereich und – je nach Einrichtung – mit hinterlegten Wissensdokumenten. So können wiederkehrende Aufgaben einheitlicher vorbereitet werden.

Wichtig bleibt: Ein KI-Assistent ersetzt keine fachliche, politische oder redaktionelle Entscheidung. Er liefert Entwürfe, Varianten und Strukturvorschläge. Prüfung und Verantwortung bleiben bei den Menschen in der Organisation.

„Überall [in Kulturorganisationen] ist viel mehr Arbeit als Zeit vorhanden.“

 

Warum das Thema für Kulturorganisationen relevant ist


Ein Custom KI-Assistent lohnt sich vor allem dort, wo ähnliche Aufgaben regelmäßig wiederkehren: Newsletter, Website-Texte, Veranstaltungsankündigungen, Social-Media-Entwürfe, Projektbeschreibungen oder interne Vorlagen.

Der Nutzen entsteht nicht durch das Tool allein, sondern durch gute Vorbereitung. Je klarer Aufgabe, Zielgruppe, Tonalität, Wissensbasis und Grenzen beschrieben sind, desto brauchbarer werden die Ergebnisse.

Für gelegentliche Fragen reicht oft ein guter Prompt. Ein eigener Assistent ist dann sinnvoll, wenn ein bestimmter Arbeitsprozess öfter gebraucht wird und im Stil der Organisation wiederholbar sein soll.

 

Basiswissen

In Kürze
 

Prompt

Ein Prompt ist eine einzelne Anweisung an ein KI-Tool. Gute Prompts benennen Ziel, Kontext, Materialbasis, Format und Grenzen.
 

Context Engineering

Beim Context Engineering bekommt die KI einen wiederverwendbaren Rahmen: Welche Rolle soll sie einnehmen? Für welche Organisation arbeitet sie? Welche Sprache passt? Welche Informationen darf sie nutzen? Was soll sie vermeiden?

Prompt Engineering

Beim Prompt Engineering wird eine einzelne Anweisung genauer formuliert: mit Ziel, Zielgruppe, Format, Tonalität und No-Gos.
 

Custom GPT

Ein Custom GPT ist eine personalisierte Version von ChatGPT. Dort können feste Instruktionen, Gesprächsstarter und ausgewählte Wissensdokumente hinterlegt werden. So muss nicht jede Aufgabe neu erklärt werden.

 

 

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Miniworkshop

Einen Custom GPT einrichten


Ziel

Ein KI-Assistent wird für eine konkrete, wiederkehrende Aufgabe vorbereitet – zum Beispiel für Newsletter, Projekttexte oder redaktionelle Überarbeitung.


Schritt 1: Aufgabe festlegen

Am Anfang steht eine klare Frage: Welche Aufgabe soll der Assistent regelmäßig unterstützen?

Beispiele:

  • Newsletter aus vorhandenen Informationen vorbereiten
  • Veranstaltungsankündigungen in einheitlichem Stil formulieren
  • Projekttexte kürzen
  • Social-Media-Varianten aus einem längeren Text ableiten
  • Texte auf Verständlichkeit und Dopplungen prüfen

Je genauer die Aufgabe ist, desto leichter lässt sich der Assistent steuern.


Schritt 2: Rolle beschreiben

Der Assistent braucht eine Rolle, die zur Organisation passt.

Beispiel für eine Rollenbeschreibung:

Du unterstützt eine gemeinnützige Kulturorganisation bei der redaktionellen Überarbeitung von Texten.

Du formulierst:
- sachlich
- verständlich
- praxisnah
- kompakt
- nicht werblich übertrieben

Du achtest auf:
- klare Struktur
- gute Lesbarkeit
- respektvolle Sprache
- nachvollziehbare Argumentation
- die Perspektive gemeinnütziger Kulturarbeit

Du vermeidest:
- erfundene Fakten
- ungeprüfte rechtliche Aussagen
- überzogene Versprechen
- stereotype oder diskriminierende Sprache

Hilfreich ist eine Rollenbeschreibung, die Aufgabe, Kontext und Qualitätsanspruch verbindet.


Schritt 3: Zielgruppe und Tonalität festlegen

Der Assistent sollte wissen, für wen ein Text gedacht ist und wie er klingen soll. Mögliche Angaben sind: Kulturarbeiterinnen, Besucherinnen, Förderstellen oder Kooperationspartner*innen; sachliche und zugängliche Sprache; kompakter Stil; keine unnötigen Fachbegriffe; Perspektive gemeinnütziger Kulturarbeit.

Diese Angaben können dauerhaft in den Instruktionen stehen.

Beispiel:

Zielgruppen können je nach Auftrag sein:
- Kulturarbeiter*innen in gemeinnützigen Kulturorganisationen
- Besucher*innen ohne Fachvorwissen
- Förderstellen
- Kooperationspartner*innen
- interne Teams oder Vorstände

Passe Tonalität und Detailgrad an die jeweilige Zielgruppe an.

Grundton:
sachlich, klar, zugänglich, nicht übertrieben werblich, politisch sensibel.


Schritt 4: No-Gos definieren

No-Gos beschreiben, was der Assistent vermeiden soll. Dazu gehören etwa erfundene Fakten, ungeprüfte rechtliche Aussagen, sensible oder vertrauliche Daten, überzogene Versprechen sowie stereotype oder diskriminierende Sprache.

Beispiel:

Vermeide:
- neue Fakten, die nicht im Ausgangsmaterial stehen
- erfundene Quellen, Links, Zahlen oder Namen
- pauschale rechtliche Aussagen
- werbliche Übertreibungen
- diskriminierende oder stereotype Formulierungen
- die Verarbeitung personenbezogener oder vertraulicher Daten ohne ausdrücklichen Hinweis
- Aussagen, die wie eine Empfehlungsliste oder Rechtsberatung wirken

Wenn Informationen fehlen, stelle Rückfragen oder markiere die Stelle als „zu prüfen“.

Klare No-Gos sparen Nacharbeit und verringern problematische Ergebnisse.


Schritt 5: Gesprächsstarter anlegen

Gesprächsstarter sind vorbereitete Startfragen für häufige Aufgaben.

Beispiele:

Überarbeite diesen Newslettertext auf Verständlichkeit und Kürze.

Formuliere aus diesem Langtext einen kurzen Website-Teaser.

Prüfe diesen Text auf unklare Stellen und Dopplungen.

Schlage eine Gliederung für diese Projektbeschreibung vor.

Erstelle drei Social-Media-Varianten aus diesem Veranstaltungstext, ohne neue Informationen zu ergänzen.


Schritt 6: Wissen sorgfältig auswählen

Custom GPTs können mit hochgeladenen Dokumenten arbeiten. Dafür eignen sich vor allem Unterlagen, die bereits öffentlich sind oder intern bewusst freigegeben wurden: Website-Texte, Leitbilder, Styleguides, alte Newsletter oder allgemeine Projektbeschreibungen.

Sensible personenbezogene Daten, Mitgliederlisten, interne Finanzinformationen, Konfliktunterlagen oder nicht öffentliche Strategiepapiere sollten grundsätzlich nicht in ungeprüfte Cloud-Systeme hochgeladen werden. Vor der Nutzung braucht es klare interne Regeln.

Prüffragen für Wissensdokumente:

  • Ist das Dokument öffentlich oder intern ausdrücklich freigegeben?
  • Enthält es personenbezogene Daten?
  • Enthält es vertrauliche Finanz-, Personal- oder Strategieinformationen?
  • Ist klar, wer Zugriff auf den Custom GPT hat?
  • Ist klar, ob und wie die hochgeladenen Inhalte verarbeitet werden?
  • Muss eine gekürzte, anonymisierte oder bereinigte Version erstellt werden?

 

Schritt 7: Testen und nachschärfen

Ein Assistent ist selten im ersten Versuch fertig. Sinnvoll ist ein Test mit echten, aber unproblematischen Beispielen.

Prüffragen:

  • Trifft der Assistent die gewünschte Tonalität?

  • Sind die Ergebnisse konkret genug?

  • Werden Fakten erfunden oder zu stark interpretiert?

  • Werden No-Gos eingehalten?

  • Ist die Ausgabe praktisch weiterverwendbar?

  • Werden fehlende Informationen als Rückfragen markiert?

Danach werden Instruktionen gekürzt, ergänzt oder präzisiert.

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! Praxischeck: Ist ein Prompt gut vorbereitet?


Dieser Check hilft auch ohne eigenen Custom GPT.

Ein guter Prompt klärt:

ROLLE: Aus welcher Perspektive soll die KI arbeiten?
ZIEL: Was soll entstehen?  
ZIELGRUPPE: Für wen ist der Text oder die Auswertung gedacht?
FORMAT: Soll die Antwort als Liste, Tabelle, Kurztext, Gliederung oder Entwurf kommen?
MATERIALBASIS: Welche Informationen dürfen verwendet werden?
NO-GOs: Was soll vermieden werden?
 

Beispielprompt:

Überarbeite den folgenden Veranstaltungstext für die Website einer gemeinnützigen Kulturorganisation.

Zielgruppe:
kulturinteressierte Besucher*innen ohne Vorwissen

Ton:
sachlich, einladend und kompakt

Aufgabe:
- Kürze Wiederholungen.
- Verbessere Verständlichkeit.
- Erhalte alle Fakten.
- Erfinde keine Informationen.
- Markiere unklare Stellen mit Rückfragen.

Text:
[Text einfügen]

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Praxisbaustein

Zielgruppen-Personas aus vorhandenen Texten


Ein KI-Assistent kann besser arbeiten, wenn Zielgruppen klar beschrieben sind. Dafür können bereits veröffentlichte Texte genutzt werden, etwa die „Über uns“-Seite, Veranstaltungsbeschreibungen oder Projekttexte.

Beispielprompt:

Ich füge dir Texte unserer Website ein.

Analysiere diese Texte und erstelle daraus drei plausible Zielgruppen-Personas für unsere Kommunikation.

Beschreibe je Persona kurz:
- mögliche Interessen
- Bedürfnisse
- mögliche Barrieren
- passende Ansprache
- passende Kommunikationskanäle

Wichtig:
- Erfinde keine konkreten Daten über reale Personen.
- Markiere Annahmen als Annahmen.
- Vermeide stereotype Zuschreibungen.
- Nutze nur die bereitgestellten Texte.

Texte:
[Texte einfügen]

Die Personas sollten anschließend geprüft und angepasst werden. Sie sind keine gesicherten Aussagen über das Publikum, sondern ein Arbeitsmodell für Kommunikation. Stereotype Annahmen sollten bewusst vermieden werden.

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Team-Praxis

Eine Prompt-Bibliothek anlegen


KI-Kompetenz entsteht nicht nur individuell. Gerade in kleinen Teams kann es hilfreich sein, gute Prompts gemeinsam zu sammeln.

Ein einfaches geteiltes Dokument reicht. Zu jedem Prompt wird kurz notiert:

  • Wofür wird er verwendet?
  • Welcher Kontext ist nötig?
  • Welches Format funktioniert gut?
  • Welche No-Gos müssen ergänzt werden?
  • Was hat gut funktioniert?
  • Wo war die Nacharbeit größer als erwartet?

So wird sichtbar, wo KI tatsächlich entlastet – und wo die Nacharbeit größer ist als der Nutzen.

Beispielstruktur:

Titel des Prompts:
[Name]

Einsatzbereich:
[z. B. Newsletter, Website, Antrag, Social Media]

Prompt:
[Text einfügen]

Benötigter Kontext:
[Welche Informationen müssen ergänzt werden?]

No-Gos:
[Was soll vermieden werden?]

Erfahrung:
[Was funktioniert gut? Was muss geprüft werden?]

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FAQs
 

Braucht jede Organisation einen eigenen Custom GPT?

Nein. Für viele Aufgaben reichen gute Prompts oder eine gemeinsame Prompt-Bibliothek. Ein Custom GPT lohnt sich vor allem bei wiederkehrenden Aufgaben, stabiler Tonalität und klaren Abläufen.

Darf ein Custom GPT mit internen Dokumenten arbeiten?

Nur nach sorgfältiger Prüfung. Geeignet sind vor allem veröffentlichte oder ausdrücklich freigegebene Dokumente ohne personenbezogene oder vertrauliche Inhalte. Sensible Daten, Mitgliederlisten, interne Finanzdaten, Personalinformationen oder nicht öffentliche Strategiepapiere sollten grundsätzlich nicht in ungeprüfte Cloud-Systeme hochgeladen werden.

Wie zuverlässig sind Fakten und Quellen aus KI-Tools?

Nur eingeschränkt. KI kann überzeugend klingende, aber falsche Angaben erzeugen. Fakten, Quellen, Links, Zitate und rechtliche Aussagen müssen mit verlässlichen externen Quellen geprüft werden.

Ist Perplexity besser als ChatGPT?

Das hängt von der Aufgabe ab. In der Einheit wurde Perplexity vor allem für quellenbasierte Recherche genannt. ChatGPT wurde als breiter einsetzbares Werkzeug für Textarbeit, Strukturierung, Variantenbildung und Custom GPTs behandelt.

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Genannte Tools und Ressourcen aus der Einheit


Die folgende Liste dokumentiert Tools und Ressourcen, die in der Einheit genannt wurden. Sie ist keine allgemeine Empfehlungsliste. Vor einer Nutzung sollten Zweck, Datenschutz, Kostenmodell, Rechtefragen, Aktualität und organisatorische Verantwortung geprüft werden.
 

ChatGPT / Custom GPTs
https://chatgpt.com/
Genannt als zentrales Werkzeug für Textarbeit, Strukturierung und die Erstellung eigener Custom GPTs.

OpenAI-Hilfe: GPTs erstellen und bearbeiten
https://help.openai.com/de-de/articles/8554397-gpts-erstellen-und-bearbeiten
Hilfeseite zur Einrichtung, Konfiguration und Bearbeitung von GPTs.

Perplexity
https://www.perplexity.ai/
Genannt als Tool für quellenbasierte Recherche und schnelle Orientierung mit Quellenangaben.

Mistral Vibe, vormals Le Chat
https://chat.mistral.ai/
https://mistral.ai/products/vibe/
Genannt als europäische KI-Alternative. Zum Zeitpunkt der Einheit wurde das Tool als Le Chat geführt; inzwischen wird es als Mistral Vibe bezeichnet.

European AI Atlas
https://www.aiatlas.eu/
Genannt als Ressource zur Orientierung über europäische KI-Services.

LM Studio
https://lmstudio.ai/
Genannt im Zusammenhang mit lokalen KI-Modellen und der Möglichkeit, Sprachmodelle lokal auszuführen.

Gemini
https://gemini.google.com/
In der Einheit als weiteres KI-Modell bzw. Beispiel im Kontext unterschiedlicher Modelltypen erwähnt.

Text-KI Prompt Bot von Vroni Hackl
Genannt als Ressource aus der Praxis. Ein geprüfter öffentlicher Direktlink lag in der Dokumentation nicht vor; der Eintrag sollte vor Veröffentlichung ergänzt oder gestrichen werden.

Tool-Liste von David Röthler
https://bit.ly/tools_davidroethler
Genannt als umfangreiche, laufend aktualisierte Sammlung von KI-Tools.

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Hinweis: Diese Seite dokumentiert das Webinar #8 „Deine Custom-KI-Assistentin“ mit Christine Daller, BA vom 01.10.2025. Die Inhalte wurden KI-gestützt aufbereitet, geben zentrale Impulse der Einheit wieder und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Genannte Tools und Ressourcen sind keine Empfehlungsliste und sollten vor Nutzung aktuell geprüft werden. Rechtliche Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung.