Bild mit KI – Visuals für Kulturprojekte erstellen
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Bild-KI kann Kulturorganisationen dabei unterstützen, visuelle Ideen schneller zu entwickeln, vorhandenes Bildmaterial aufzubereiten und erste Entwürfe für Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen oder Projektkonzepte zu erstellen. Gerade bei knappen Zeit- und Budgetressourcen kann das hilfreich sein.
Entscheidend bleibt aber die menschliche Prüfung: Passt das Bild zur Organisation, zum Anlass, zur Zielgruppe und zur eigenen Haltung? Bild-KI ist kein Ersatz für gestalterische Entscheidung, sondern ein Werkzeug, das bewusst eingesetzt werden muss.
„Nur weil man Bilder generieren kann, heißt das nicht unbedingt, dass man das auch sollte, sondern man muss schon mit Sinn und Verstand rangehen und vor allem auch mit einem Anspruch an Ästhetik.“
Basiswissen
Was Bild-KI kann – und wo sie scheitert
Viele Bild-KI-Systeme erzeugen Bilder, indem sie aus künstlichem Bildrauschen schrittweise erkennbare Formen entwickeln. Sie „verstehen“ die dargestellte Situation nicht wie ein Mensch, sondern errechnen wahrscheinliche Bildmuster.
Das erklärt typische Fehler: Hände wirken unnatürlich, Schatten passen nicht zur Lichtquelle, Kleidung ergibt keinen Sinn, Schrift ist fehlerhaft oder Details im Hintergrund sind unlogisch. Deshalb sollten KI-Bilder vor Veröffentlichung immer genau geprüft werden.
Für die Praxis sind drei Funktionen besonders relevant:
In-Painting
Einzelne Bildbereiche werden nachträglich verändert, etwa um störende Details zu entfernen.
Upscaling
Bilder werden hochauflösender gemacht, etwa bei altem Archivmaterial. Das Ergebnis sollte auf Verfälschungen geprüft werden.
Out-Painting
Ein Bild wird über seine ursprünglichen Ränder hinaus erweitert, etwa für Website-Header, Plakate oder Social-Media-Formate.
Praxisbaustein
Die Prompt-Pyramide
Die Prompt-Pyramide hilft, Bildideen so zu beschreiben, dass Ergebnisse gezielter steuerbar werden. Ein guter Bildprompt enthält möglichst klar:
1. Medium: Foto, Illustration, Skizze, Plakat, Smartphone-Foto
2. Subjekt: Wer oder was ist zu sehen?
3. Aktivität: Was passiert?
4. Umgebung: Wo findet die Szene statt?
5. Licht und Details: Tageszeit, Perspektive, Kleidung, Materialität
6. Atmosphäre und Stil: dokumentarisch, roh, ruhig, experimentell, analog
Ein möglicher Arbeitsablauf:
1. Ausgangsidee formulieren
Zuerst in Alltagssprache beschreiben, welches Bild gebraucht wird.
2. Prompt strukturieren
Die Idee entlang der Prompt-Pyramide konkretisieren.
3. Ergebnis prüfen
Details, Hintergrund, Licht, Körper und Schrift kontrollieren.
4. Gezielt nachbessern
Konkrete Änderungen verlangen, etwa „weniger perfekt“, „mehr dokumentarisch“, „trüber Tag“ oder „keine Straßenbahn im Hintergrund“.
5. Varianten vergleichen
Mehrere Ergebnisse erzeugen und bewusst auswählen.
Komplexere Prompts funktionieren häufig besser auf Englisch. Ein Promptbot oder eine Text-KI kann helfen, eine kurze deutsche Beschreibung in einen präziseren Bildprompt zu übertragen.
Beispielprompt:
Erstelle einen präzisen Bildprompt auf Englisch auf Basis dieser Idee: [deutsche Bildidee einfügen] Nutze folgende Struktur: - medium - subject - activity - environment - light and details - atmosphere and style Ziel: Das Bild soll für die Öffentlichkeitsarbeit eines gemeinnützigen Kulturvereins geeignet sein. Wichtig: Der Stil soll dokumentarisch, glaubwürdig und nicht wie glatte Werbung wirken. Vermeide stereotype Darstellungen und markiere Annahmen.
Miniworkshop
Echt oder KI?
Dieser Miniworkshop wurde aus den Inhalten der Einheit abgeleitet und für die Online-Dokumentation weiterentwickelt. Er eignet sich für Teamtreffen, Redaktionssitzungen oder interne Fortbildungen.
Ziel
Typische KI-Fehler erkennen und Bildmaterial kritischer prüfen.
Dauer
15 bis 25 Minuten.
Material
5 bis 10 Bilder, gemischt aus echten Fotos und KI-generierten Bildern.
Ablauf
1. Bilder zeigen
Bilder nacheinander kurz zeigen.
2. Spontan einschätzen
Gemeinsam oder einzeln einschätzen lassen: echt oder KI?
3. Auflösen und Details prüfen
Auflösung besprechen und Details gemeinsam ansehen.
4. Fehler analysieren
Besprechen, welche Fehler übersehen wurden und wo KI-Bilder besonders glaubwürdig wirkten.
5. Checkliste ableiten
Eine kurze interne Checkliste für künftige Bildfreigaben entwickeln.
Typische Prüfpunkte sind Hände, Augen, Zähne, Schatten, Schrift, Kleidung, Gegenstände und Hintergrunddetails. Fehler verstecken sich oft nicht im Bildzentrum, sondern am Rand.
Der Workshop ist kein Ratespiel um der Technik willen. Er hilft Teams, bewusster zu entscheiden, welche Bildqualität sie veröffentlichen möchten.
! Praxischeck: Veranstaltungsfotos anonymisieren
Bild-KI kann technisch dabei unterstützen, Gesichter in Veranstaltungsfotos zu ersetzen oder zu verfremden. Das kann eine mögliche Bearbeitungsoption sein, wenn geprüft werden soll, ob ein Bild ohne erkennbare Personen veröffentlicht werden kann.
Vor einer Veröffentlichung sollten folgende Fragen geklärt werden:
- Sind Personen erkennbar?
- Liegen Einwilligungen oder andere tragfähige Grundlagen für die Veröffentlichung vor?
- Reicht ein anderer Bildausschnitt, Unschärfe oder Verpixelung?
- Verändert die KI-Bearbeitung die Aussage des Bildes?
- Könnte das bearbeitete Bild als dokumentarisches Foto missverstanden werden?
- Was sagen die Nutzungsbedingungen des Tools über hochgeladene Fotos?
KI-gestützte Anonymisierung ist keine pauschale Lösung für Datenschutzfragen. Bei sensiblen Kontexten, Minderjährigen, politischen Veranstaltungen oder konflikthaften Situationen ist besondere Vorsicht notwendig.
Praxisbaustein
Bildformate erweitern
Out-Painting kann helfen, vorhandenes Bildmaterial für unterschiedliche Formate nutzbar zu machen: etwa wenn ein quadratisches Foto als breites Website-Bild gebraucht wird oder auf einem Plakat Platz für Text fehlt.
Ein einfacher Ablauf:
1. Originalbild auswählen
Ein Bild wählen, bei dem Rechte, Einwilligungen und geplanter Nutzungskontext geklärt sind.
2. Zielformat festlegen
Etwa Website-Header, Social-Media-Format, Plakat oder Newsletter-Bild.
3. Bild platzieren
Das Original so positionieren, dass Raum für Layout oder Text entsteht.
4. Leere Bereiche ergänzen lassen
Die KI füllt fehlende Bildbereiche.
5. Ergebnis prüfen
Kanten, Schatten, Personen, Architektur, Hintergrundlogik und Bildaussage kontrollieren.
Das Verfahren spart keine Qualitätskontrolle. Wenn die Erweiterung unplausibel wirkt oder das Bild irreführend verändert, sollte es nicht verwendet werden.
Praxisbaustein
Skizzen visualisieren
Sketch-to-Image-Tools können grobe Skizzen in ausgearbeitete Visualisierungen übertragen. Das kann hilfreich sein, um Raumideen, Bühnenkonzepte, Ausstellungsskizzen oder Projektideen im Team und gegenüber Partner*innen anschaulicher zu machen.
Solche Bilder sollten als Entwürfe verstanden werden. Sie dürfen nicht mehr Genauigkeit vortäuschen, als tatsächlich vorhanden ist.
Beispielprompt:
Nutze diese Skizze als Ausgangspunkt für eine Visualisierung. Ziel: Die Visualisierung soll eine erste Raum- oder Bühnenidee verständlicher machen. Bitte beachte: - Die Proportionen sollen grob erhalten bleiben. - Das Ergebnis soll als Entwurf erkennbar bleiben. - Es soll keine technische Ausführungsplanung vortäuschen. - Unklare Elemente sollen nicht frei erfunden, sondern als Annahme behandelt werden. Stil: [skizzenhaft / konzeptionell / atmosphärisch / sachlich]
Praxistipps für den Alltag
Iterativ arbeiten
Gute Ergebnisse entstehen meist durch mehrere Varianten, gezielte Korrekturen und bewusste Auswahl.
Gegen den glatten KI-Look steuern
Begriffe wie „trüber Tag“, „Smartphone-Foto“, „natürliches Licht“, „dokumentarisch“ oder „nicht perfekt ausgeleuchtet“ können helfen, austauschbare Werbeästhetik zu vermeiden.
Bildsprache prüfen
KI-Bilder können dominante visuelle Muster reproduzieren. Deshalb sollte reflektiert werden, welche Vorstellungen von Publikum, Körpern, Räumen, Alter, Geschlecht oder Herkunft sichtbar werden.
Sensible Materialien zurückhaltend hochladen
Bei Fotos, Skizzen, Entwürfen, unveröffentlichtem Material oder personenbezogenen Daten sollten Nutzungsbedingungen, Speicherorte und Trainingsoptionen geprüft werden.
Interne Regeln festlegen
Hilfreich ist zu klären, welche Tools wofür genutzt werden, wer Zugriff hat, welche Daten hochgeladen werden dürfen und wann eine Freigabe nötig ist. Dafür bieten die erläuterten KI-Leitlinien der IG Kultur für Kulturvereine eine Orientierung.
FAQ
Genannte Tools und Ressourcen aus der Einheit
Die folgenden Tools und Ressourcen wurden in der Einheit genannt. Die Liste dokumentiert besprochene Werkzeuge und ist keine allgemeine Empfehlung oder abschließende Bewertung. Vor einer Nutzung sollten Zweck, Datenschutz, Kostenmodell, Nutzungsrechte, Barrierefreiheit und organisatorische Verantwortung geprüft werden.
Kernressourcen aus der Einheit
Freepik AI Image Generator
https://www.freepik.com/ai/image-generator
Genannt für Bildgenerierung und Bildbearbeitung, unter anderem für Varianten, Referenzbilder und KI-gestützte Bildfunktionen.
Adobe Firefly
https://www.adobe.com/products/firefly.html
Genannt für generative Bildbearbeitung und Bildgenerierung im Adobe-Umfeld.
Vizcom
https://www.vizcom.ai/
Genannt für die Umwandlung von Skizzen in detailliertere Visualisierungen und Konzeptbilder.
Piktid / EraseID
https://piktid.com/ai-face-generator/
Genannt für KI-gestützte Bearbeitung und Ersetzung von Gesichtern in Bildern. Vor Nutzung sind Datenschutz, Persönlichkeitsrechte und Nutzungsbedingungen besonders sorgfältig zu prüfen.
Bild-KI Promptbot
https://chatgpt.com/g/g-osnYqfv18-bild-ki-promptbot
Genannt als Hilfsmittel zur Erstellung strukturierter Bildprompts auf Basis der Prompt-Pyramide.
Marketing-KI Blog: Bildgeneratoren im Vergleich 2025
https://marketing-ki.de/ki-im-einsatz/ki-bildgeneratoren-im-test-2025-midjourney-flux-firefly-co-im-grossen-vergleich/
Genannt als Überblick zu verschiedenen Bildgeneratoren. Der Beitrag dokumentiert den Stand 2025.
Weitere erwähnte Tools
ChatGPT
https://chatgpt.com/
Genannt im Zusammenhang mit Bildgenerierung und Unterstützung beim Formulieren von Prompts.
Midjourney
https://www.midjourney.com/
Genannt für künstlerisch geprägte Bildgenerierung und Stilsteuerung.
Flux / Black Forest Labs
https://blackforestlabs.ai/
Genannt als Bildmodell, das auch in anderen Tools eingebunden sein kann.
Leonardo AI
https://leonardo.ai/
Genannt als weiteres Bild-KI-Tool.
ElevenLabs
https://elevenlabs.io/
Genannt im weiteren Kontext von KI-gestützten Audio- und Voice-over-Anwendungen.
HeyGen
https://www.heygen.com/
Genannt als Tool für KI-Avatare und Videoübersetzung.
Runway
https://runwayml.com/
Genannt im Zusammenhang mit Video-KI.
Kling AI
https://klingai.com/
Genannt im Zusammenhang mit Video-KI.
Weitere erwähnte Tools
ComfyUI
https://www.comfy.org/
Genannt als komplexere Oberfläche für Bild-Workflows mit hoher Einstiegshürde.
Miro
https://miro.com/
Genannt als digitales Board für Sammlung, Austausch und gemeinsames Arbeiten während der Einheit.
CapCut
https://www.capcut.com/
Genannt als Videobearbeitungs-App mit KI-Funktionen.
Suno
https://suno.com/
Genannt im weiteren Kontext von KI und Audio.
Napkin.ai
https://www.napkin.ai/
Genannt als Tool für visuelle Konzepte und einfache grafische Darstellungen.
DeepL
https://www.deepl.com/
Genannt als Unterstützung für Übersetzungen, etwa bei englischen Prompts.
Google Übersetzer
https://translate.google.com/
Genannt als weiteres Übersetzungstool.
Hinweis: Diese Seite dokumentiert das Webinar #5 „Bild mit KI – Visuals für Kulturprojekte erstellen“ mit Georg Neumann vom 22.05.2025. Die Inhalte wurden KI-gestützt aufbereitet, geben zentrale Impulse der Einheit wieder und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Genannte Tools und Ressourcen sind keine Empfehlungsliste und sollten vor Nutzung aktuell geprüft werden. Rechtliche Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung.