Erinnerungspolitik

Wo gehts hier zum Ulrichsberg?

Kärnten ist Kärnten und deutsch bleibt deutsch - ein Bild, dass die KärntnerInnen nicht nur in der Ortstafelfrage transportieren, sondern ebenso in der identitätsstiftenden Traditionspflege des sogenannten Abwehrkampfes. Willkommen sind ausschliesslich TouristInnen - insbesondere jene, die kommen, weil es kaum sonst wo einen Ort gibt, an dem ehemalige SoldatInnen der NS-Armeen (egal ob Wehrmacht oder SS oder ...) fast ohne Störung der alten Zeit gedenken können:

Privatisiert und eingestampft!

Martin Wassermair "Die Geschichte gehört vor allem dem Tätigen und Mächtigen," schrieb schon Friedrich Nietzsche den nachfolgenden Generationen in die Lehrbücher, "dem, der einen großen Kampf kämpft, der Vorbilder, Lehrer, Tröster braucht und sie unter seinen Genossen und in der Gegenwart nicht zu finden vermag." Wer als Leitfigur historische Dimension verdient, ist in Österreich selten Gegenstand kritischer Debatten. Noch weniger diskutiert wird die Frage, ob die

Österreich 2005: Kulturpolitische Kontinuitäten der Nachkriegszeit

"Nach den Schrecken des NS-Regimes forderten 1945 viele auch in Österreich eine tiefgreifende Erneuerung in Kultur und Gesellschaft. Doch eine solche Erneuerung war von den politischen Eliten nicht gewollt!" Zu diesem Ergebnis kam am Donnerstag, 5. Mai 2005, eine Diskussionsveranstaltung unter dem Titel "Österreich 2005: Kulturkampf ohne Ende?", zu der die IG Kultur Österreich und die KUPF OÖ in das Zeitgeschichte Museum Ebensee geladen hatten. Anhand

display your dissent: Ergebnis der öffentlichen Jury-Sitzung

Am Samstag, 30. April 2005, wurde im minus2005 Kurzfilm-Wettbewerb ein Siegerprojekt gekürt. In einer öffentlichen Sitzung trafen die Jurymitglieder Ruth Beckermann (freie Autorin, Filmschaffende), Barbara Eppensteiner (Programmintendantin Community TV Wien), Araba Evelyn Johnston-Arthur (PAMOJA, Diagonale 05) und Christoph Weihrich (Sixpack Film) nach mehr als 5 Stunden eine knappe Mehrheitsentscheidung. Unter den 36 eingereichten Filmen wurde ausgewählt: Karfreitag 2005 Der Filmwettbewerb wurde von der IG Kultur Österreich

display your dissent! Der Kampf um die Bilder im Gedankenjahr 2005

Martin Wassermair Hannes Androsch, ehemals Finanzminister und Hoffnungsträger der Sozialdemokratie, machte bereits 2004 auf den Mattscheiben und im Blätterwald lautstark darauf aufmerksam. Zu Beginn des darauf folgenden Jahres sollte sein vor Pathos triefender Appell vor allem den Wankelmütigen noch einmal ordentlich ins Stammbuch geschrieben sein: Wer patriotisch gesinnt ist, müsse die schwarz-blaue Bundesregierung unter Kanzler Wolfgang Schüssel bei ihren Bemühungen zum Staatsvertragsjubiläum unterstützen. Die Unterzeichnung des

Jubiläumsjahr ist Bestandteil der national-konservativen Wende

"Die bevorstehenden Staatsfeierlichkeiten machen schon jetzt deutlich, dass das Jahr 2005 in erster Linie der Selbstinszenierung einer von der ÖVP dominierten Bundesregierung dient!" Die IG Kultur Österreich beobachtet die Entwicklung bereits seit Monaten aus einer kritischen Perspektive und sieht sich in den Befürchtungen bestätigt: Das so genannte Jubiläumsjahr ist wesentlicher Bestandteil des seit 2000 andauernden national-konservativen Wendeprojekts. "Die zweifelhafte Darstellung einer heroischen Nachkriegsgeschichte, die bewusste Ausblendung

Represent What? Represent Whom?

Von Markus Griesser Unter dem Titel "Öffentliche Kulturförderung und politische Repräsentation - Diskussion am Beispiel des österreichischen Jubiläumsjahres 2005" lud am Freitag, dem 19. November 2004, das Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM) in Kooperation mit der Forschungsgesellschaft für kulturökonomische und kulturpolitische Studien ( FOKUS ) zu einer Podiumsdiskussion in die Räumlichkeiten der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Als ReferentInnen hatte man eine

Jubiläumsjahr 2005: Vorsorgen, nicht stramm stehen!

Von Martin Wassermair Österreich im Februar 2004: Anlässlich des 70-jährigen Gedenkens an die gewaltvolle Zerschlagung der Ersten Republik notierte der Leiter des Wiener Instituts für Zeitgeschichte in einem Zeitungskommentar, dass der Diktator Engelbert Dollfuß "durchaus Empathie" verdiene (Der Standard, 18.2.2004). Kurz zuvor war schon der bekannte Revisionist Gottfried Karl Kindermann in Wien zu Gast, um auf Einladung Andreas Khols in den Festsälen des Nationalrats über die

WahlPartie 2002

Die Wahlpartie ist keine Partei, keine Gruppe und kein Verein, sondern eine Kampagne anlässlich der Nationalratswahlen 2002. Sie wird getragen von Organisationen und Institutionen wie u.a. ANAR (Austrian Network Against Racism), BEIGEWUM, eipcp, gettoattack, IG Kultur Österreich, Klub Zwei, MAIZ. Die Wahlpartie schließt an eine ähnliche Kampagne zu den Wiener Wahlen 2001 an. Heute wie damals geht es darum, Themen von Diskriminierung im öffentlichen und medialen