alternativen zum verlust der kulturpolitik

Frau Sokup, wo bist du?

Der Kunstminister ist zurück! Wir brauchen seine geschärften Sinne, um das sozialdemokratische an der österreichischen Kulturpolitik aufzuspüren. Doch auch er tappt im Dunkeln! Dank an Gernot Plass! ALTERNATIVEN ZUM VERLUST DER KULTURPOLITIK: Alle Artikel wurden im Sammelband "Es geht schon! Eine Artikelserie der IG Kultur Österreich zu Alternativen zum Verlust der Kulturpolitik. Sommer 2011 - Sommer 2012" veröffentlicht.
Foto: ©Patrick Kwasi

Alternativen zum Verlust der Kulturpolitik

Was bedeutet es für eine Kulturpolitik, wenn die selben Fragen und Probleme noch immer aktuell sind, die sich bereits vor Jahren dringend gestellt haben? Über ökonomische Zwänge, prekarisierte Arbeitsverhältnisse, das Desinteresse der Politik und alte neue Forderungen.

Umverteilung ist eine Alternative!

Die Artikelserie „Alternativen zum Verlust der Kulturpolitik“, der IG Kultur Österreich, die im Sommer 2011 gestartet wurde wird nun, ein Jahr und 25 Artikel später, abgeschlossen. Es liegt damit eine Sammlung an Handlungsfeldern vor, die als Grundlage für eine kulturpolitische Weichenstellung in Richtung Zukunft genützt werden könnte. Wenn man nur wollte. So kurz ist in Österreich der Weg von konkreten Alternativen zum Konjunktiv, zum Irrealen. Denn

Die engen Grenzen der Kunst

Anmerkungen zu Fresh Circus, Paris, April 2012 Der geförderten Kunst und Kultur kommen allmählich die Rezipient_innen abhanden, wenn von Tourist_innen überrannten großen (Musik-)Institutionen einmal abgesehen wird. Deshalb ist Kulturvermittlung zu einem zentralen Thema österreichischer Kulturpolitik avanciert, wo nun unter intensivem Einsatz von Ressourcen für Institutionen und deutlich geringerem Mittelaufwand für die involvierten Künstler_innen versucht wird, ein jüngeres Publikum und besonders ein solches mit Migrationshintergrund für die

Internationale Kulturpolitik zwischen Dialog, Selbstpräsentation und Ausgrenzung

Mit Schlagwörtern wie "interkultureller Dialog" und "Kulturen verbinden" haben sich die europäischen Kulturinstitute dem Zeitgeist angepasst, zumindest am Papier. In der Praxis dominiert die Selbstdarstellung.Von der österreichischen Außenkulturpolitik werden ganze Regionen, wie der afrikanische Kontinent, ausgeblendet. Dies ist zumindest ehrlich, da die herrschenden Immigrations- und Visa-Regime ohnehin keinen gleichberechtigten Dialog erlauben. Kultureller Dialog mit wem? Die Proteste der Zivilgesellschaft in den Ländern Nordafrikas und der arabischen

Kulturpolitik machen – für eine Verteilungsdebatte, jetzt!

Am 7. Juli 2011 hat der Nationalrat die Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur mittels Entschließung ersucht, „...für den Fortbestand der Kulturinitiativen abgesicherte Grundlagen zur Situation der Kulturinitiativen und ihrer Mitarbeiter/innen erarbeiten zu lassen und zu veröffentlichen.“ [1] Auf meine Nachfrage am 8. März 2012, wie es um dieses Projekt stehe, antwortete Claudia Schmied, die Einkommensproblematik der Kulturarbeiter/innen sei nicht über das Kunstbudget zu lösen. Vielmehr

Umverteilung jetzt!

Stellungnahme der IG Kultur Österreich zum Sparpaket und den geplanten Änderungen der Förderpraxis Das Kunst- und Kulturfeld sieht sich im Kontext des „Spar“paketes nicht nur mit äußerst unsicheren Perspektiven, sondern auch mit einem Ministerialentwurf über ein „koordiniertes Förderwesen“ konfrontiert, der zumindest erstaunt. Der Ministerialentwurf aus dem Finanzministerium, der an alle Ressorts erging, wurde entweder völlig ohne Bedacht auf den Kunst- und Kulturbereich erstellt oder es stehen

Die Wissensgesellschaft und ihre freien Idioten

Im post-industriellen Zeitalter tritt Wissen an die Stelle von Arbeit. Wollte man eine kurze, bündige Quintessenz diverser Ideen zum Wesen der so genannten Informations- oder Wissensgesellschaft ziehen, käme wohl dieser Satz heraus. In den manchmal versponnenen Theorien, beispielsweise Daniel Bells oder Manuel Castells, klingt es magisch und doch plausibel, dass der Wohlstand der ersten Welt künftig auf "knowledge based economies" beruht, in denen "Wissen" zu einer Schlüsselressource wird, zur neuen Produktivkraft schlechthin.

Kunst irrt!

Urheberrecht war eines der Kernthemen des österreichischen Kulturrats bei seiner Gründung im Jahr 1999, neben Künstlersozialversicherung, Steuerrecht für Kulturschaffende und Medienfragen. Umso verwirrender mag es für die Öffentlichkeit sein, wenn sich im Kulturrat engagierte Persönlichkeiten und Organisationen zu einem solchen Kernthema in entgegengesetzte Richtungen bewegen und auf ihren Wegen jeweils schon recht weit gekommen zu sein scheinen. Die Forderungen der Initiative „Kunst hat Recht“ (mit initiiert

Gipsy Dreams - von Träumen, Strategien und der Angst

„Roma-Träume – Gipsy Dreams - Romano Suno“ heißt eines der Alben von Harri Stojka, einem der wenigen prominenten Menschen dieser Erde, der sich zu seiner Roma-Herkunft bekennt. Aber träumen, das können die Roma schon lange nicht mehr. Nur Albträume, aus denen es kein Erwachen gibt: Morde an Roma in Ungarn, Verfolgung und Hetze in Bulgarien, Abschiebungen in Frankreich, ethnische Registrierung und Zwangsräumung von Roma-Camps in Italien...