Kulturarbeit und Globalisierungskritik — IG Kultur

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Kulturarbeit und Globalisierungskritik

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Eine Konferenz untersucht die Rolle von Kulturarbeit in den Kontexten der Globalisierungskritik

Der Begriff Transversalität entstammt den Werkzeugkisten der französischen Philosophen Michel Foucault, Gilles Deleuze und Félix Guattari. Aus den historischen Kontexten des Mai 1968 entwickelt, soll er hier eine neue, ahierarchische Praxis der Vernetzung beschreiben, die seit Seattle, Göteborg und Genua schwache Konturen einer politischen Bewegung entwickelt.

Das heterogene Aufbegehren gegen die ökonomische Globalisierung durchbricht die Enge einzelner Disziplinen oder Felder. Transversalität verweist neben der Betonung dieser Widerstände als transnationale Aktionsformen also auch auf ihre transsektorale, felderübergreifende Beschaffenheit zwischen politischem Aktivismus, Theorieproduktion und künstlerischen Interventionen.

Effekte der Transversalität sind nicht zuletzt auch in Österreich in immer größerem Ausmaß auszumachen. Mediale Strukturen wie Freie Radios, nomadische wie die VolxTheaterKarawane oder antirassistische wie das NoBorder-Netzwerk wenden sich nicht mehr nur an spezifische Subkulturen, sondern erreichen eine Vielheit von ‘Szenen’, und damit auch temporäre Allianzen des Minoritären.

Auch von neuen Subjektivierungsweisen könnte gesprochen werden in der ‘Querverbindung zwischen verschiedenen aktiven Punkten’ (Deleuze). Das politische Geschehen soll schließlich nicht alleine Medien-Intellektuellen, wie sie der Mainstream gerne sieht und braucht, überlassen bleiben. Kulturschaffende, KünstlerInnen, TheoretikerInnen und AktivistInnen vernetzen ihre Kompetenzen und Strategien. Im Typus der 'Activist Scholars’ oder 'Activist Artists’ überlagern sich diese als alltägliche (Arbeits-)Praxis.

Das politische Handeln ist somit nicht mehr nur Begleitmaßnahme zum angestammten Brotberuf. Gleichzeitig ermöglicht die Zusammenarbeit in neuen Formen von Kollektiven, Plattformen oder frei verfügbaren Labels, in Österreich vor allem im Kontext des Regierungswechsels im Februar 2000, Strategien des Widerstandes entgegen traditioneller zentralistischer Ansätze oder eines Sprechens für alle und vor allem für andere.

Mit der dreitägigen Konferenz TRANSVERSAL. Kulturarbeit und Globalisierungskritik der IG Kultur Österreich und des eipcp (European Institute for Progressive Cultural Policies) wird versucht, die Konturen und Widersprüchlichkeiten dieses heterogenen Feldes anhand konkreter Beispiele vor allem aus dem deutschsprachigen Raum auszuloten.

In drei Themenblöcken (3 Sektionen) werden die strukturellen Auswirkungen der Cultural Industries und eines angeblich globalisierten Kunstfelds ebenso zur Debatte stehen, wie lokal-transversale Strategien der Kulturarbeit von MigrantInnen sowie aktuelle transnationale Praxen zwischen Symbolpolitik, Kommunikationsguerilla und theatralen Interventionen.

Über die direkte Vermittlung dieser Themen in den Vorträgen und Diskussionen hinaus wird durch die Kooperation mit Radio Orange und der Monatszeitschrift MALMOE auch eine mediale Offensive gestartet. Oliver Ressler kuratiert für die Veranstaltung ein Videoprogramm über globale Protestbewegungen, DJ-Lines runden die Abende ab.


30. April bis 2. Mai 2002
Kunsthalle Exnergasse/WUK, A-1090 Wien


Aktuelle Informationen und Programmdetails unter:
transversal@igkultur.at

 
 
AKKU kulturzentrum
IG KULTUR Österreich
Gumpendorfer Straße 63b
A-1060 Wien