Für Kultur um 6

Für Kultur um 6

 

Für Kultur um 6 ist eine öffentliche Kampagne, die im September 2017 von einigen Vorarlberger Vereinen, Verbänden und Netzwerken - darunter die IG Kultur Vorarlberg - ins Leben gerufen wurde. Einen Höhepunkt erreichte die Kampagne mit dem am 28. April veranstalteten maniFEST für Kultur um 6 auf dem Dornbirner Marktplatz. Ein filmischer Einblick hierFotos vom maniFEST hier.

Anlass für die Kampagne gab die von ORF Landesdirektor Markus Klement veranlasste Verschiebung der Radiosendung "Kultur um 6" auf nach 20 Uhr, die heftigen Protest bei Kunst- und Kulturschaffenden und beim Publikum auslöste.

Ziel ist, eine vertiefende und für ein Publikum erreichbare Kultur- und Medienberichterstattung sowie unabhängigen Journalismus zu unterstützen. Die Intiator_innen fordern die Rückverlegung der Radiosendung auf 18 Uhr sowie eine öffentliche Stellungnahme des Landesdirektors zu den Entwicklungen in der Kulturberichterstattung und Kulturredaktion im ORF Vorarlberg.

 

Chronologie der Ereignisse im ORF Vorarlberg und der Kampagne "Für Kultur um 6":

  • 2012 wird Markus Klement zum ORF Landesdirektor bestellt. Kurz nach dessen Amtsantritt verlässt der Leiter der Kulturabteilung, Mag. Manfred Welte, das Unternehmen. Seine Nachfolgerin, Mag. Jasmine Ölz, wird nicht mehr als Leiterin, sondern nur mehr als Koordinatorin bestellt. Sie verantwortet darüber hinaus als Sendeverantwortliche neu eingeführte Fernsehsendungen.
  • 2014 streicht Landesdirektor Klement ersatzlos die erfolgreiche Hörfunksendung „Einfach klassisch“, die von Bettina Barnay moderiert und jeweils sonntags von 9 bis 10 Uhr ausgestrahlt wurde. Hörerinnen und Hörer protestieren heftig, aber vergeblich.
  • Im November 2016 wird Kulturredakteurin Mag. Carina Jielg von Landesdirektor Klement ohne Begründung als Kuratorin von „Kunst im Funkhaus“ abgesetzt. Jielg konnte ihr für 2017 fertiggestelltes und vereinbartes Programm nicht mehr durchführen, den dafür bereits beauftragten Künstler_innen musste abgesagt werden. Dagegen erhoben Vorarlberger Kulturschaffende und IGs, wie auch die IG Kultur Vorarlberg, und Eva Bimlinger, Rektorin der Akademie der Bildenden Künste in Wien, mehrmals öffentlich, allerdings vergeblich, scharfen Protest.
  • Im September 2017 verschiebt Landesdirektor Klement die Radio Vorarlberg-Sendung „Kultur nach 6“ auf nach 20 Uhr.
  • Im Oktober 2017 protestieren die IG- und Netzwerkgruppe Vorarlberg, die Plattform gegen den Kulturabbau im ORF, die IG Autorinnen Autoren und die Grazer Autorinnen Autorenversammlung in öffentlichen Briefen gegen diese Entscheidung.
  • Am 9. November 2017 starten die IG- und Netzwerkgruppe Vorarlberg und die Plattform gegen den Kulturabbau im ORF eine Online-Petition, die mit 8. Mai 2018 auslief und 2.448 Unterschriften sowie zahlreiche Kommentare zum Erhalt der Kulturberichterstattung und Kulturredaktion im ORF Vorarlberg aus einer breiten Bevölkerung erhielt.
  • Am 27. November 2017 veranstalten die Initiator_innen eine von gut 300 Menschen besuchte öffentliche Publikums- und Podiums-Diskussion im vorarlberg museum Bregenz. ORF Landesdirektor Markus Klement bleibt der Diskussion trotz Einladung fern und lässt sich von Chefredakteur Gerd Endrich vertreten.
  • Ende 2017 verlieren drei Mitarbeiter_innen der Kulturredaktion ihre Funktionen: Dr. Ingrid Adamer, seit etwa 30 Jahre bestens ausgewiesene Fachfrau für bildende Kunst, Mag. Claus Karitnig, der seit 2001 höchst kompetent vor allem für Musiksendungen zuständig war, sowie Mag. Raffaela Rudigier, seit zehn Jahren in allen Bereichen der Kultur tätig. Die ORF-Kulturredaktion im Landesstudio verkleinerte sich damit wesentlich.
  • Am 26. Januar 2018 verweigert ORF Landesdirektor Klement in einem Gespräch mit drei Stellvertretenden der IG- und Netzwerkgruppe Vorarlberg die Rückverlegung der Radiosendung und schlägt erneut die Einladung zu einer öffentlichen Diskussion aus.
  • Ende Februar 2018 entscheiden sich die Initiator_innen der Kampagne "Für Kultur um 6" für eine öffentliche Veranstaltung in Dornbirn im April und starten zur Finanzierung ein Crowdfunding. Zahlreiche Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur, Bildung, Architektur und Gesellschaft sprechen sich in Videobotschaften für die Kampagne aus.
  • Das maniFEST für Kultur um 6 am 28. April 2018 auf dem Dornbirner Marktplatz erreicht eine Beteiligung von gut 70 Künstlerinnen und Künstlern und ein Publikum von rund 1000 Menschen. Gefeiert wird für die Vielfalt der Kultur und das Recht auf Kulturberichterstattung und unabhängigen Journalismus. Kunst- und Kulturschaffende sowie Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen erinnern den ORF-Landesdirektor daran, den Kulturauftrag, das Publikum und die Kulturschaffenden ernst zu nehmen. Das Vorarlberger Medienunternehmen Russmedia berichtet zurückhaltend, der ORF Vorarlberg ignoriert die Veranstaltung sogar komplett in seiner Berichterstattung.

 

 

Eine Initiative von:

IG Kultur Vorarlberg, www.igkultur-vbg.at

IG Freie Theater Vorarlberg,www.freietheater.at

Landesverband Amateurtheater Vorarlberg, www.lva-theaterservice.at

Literatur:vorarlberg netzwerk, www.literatur-vorarlberg-netzwerk.at

netzwerkTanz Vorarlberg, www.netzwerktanz.at

Plattform gegen den Kulturabbau im ORF