IG- und Netzwerkgruppe Europa

Mitreden und agieren statt abwarten und argwöhnen

Verantwortliche von Vorarlberger Interessensgemeinschaften aus Kulturarbeit, Literatur,

Theater, Tanz, Handwerk und Design gründeten gemeinsam die „IG- und Netzwerkgruppe

Europa“ und beteiligen sich aktiv an der Thematik um die mögliche Bewerbung um die

Europäische Kulturhauptstadt 2024.

 

Gruppen-Gründung

Seitens Kulturamtsleitungen in Bregenz, Dornbirn, Hohenems und Feldkirch besteht großes

Interesse an der Kulturhauptstadtthematik und seit rund zwei Jahren finden fortlaufend

Veranstaltungen, Workshops und Diskussionen statt, die sich um eine mögliche Bewerbung einer

der Rheintalstädte um den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt 2024 drehen.

Die Verantwortlichen der IG Kultur Vorarlberg, IG Freie Theater, des literatur: vorarlberg netzwerks,

des netzwerkTanz Vorarlberg und des Amateurtheaterverbandes Vorarlberg trafen zu diesen

Anlässen immer wieder aufeinander und formierten sich 2016 schließlich zu einer eigenständigen

Gruppe. Als Ziel definierten sie, in ihren Funktionen als Interessensvertretung der jeweiligen

Sparten, den Prozess informierend, hinterfragend, korrigierend und Impuls gebend zu begleiten.

 

Ende 2016 initiierten sie einen Austausch mit der Projektgruppe von Kulturperspektiven 2024.

Seitdem finden in regelmäßigen Abständen sowohl interne Vernetzungstreffen der

Gruppenmitglieder als auch Termine mit dem Projektteam der Kulturperspektiven 2024 statt. Die

Informationen und Ideen, die dort entstehen, tragen die Netzwerk-Verantwortlichen in ihre

jeweiligen Sparten und regen in eigenen Veranstaltungen zum Austausch über aktuelle Fragen,

Impulse, Bedenken und Statements an.

 

Den Anfang machten die IG Freie Theater und netzwerkTanz Vorarlberg für ihre Mitglieder Anfang

des Jahres in Dornbirn. Mitte September lud die IG Kultur Vorarlberg in Hohenems autonome

Kulturinitiativen und interessierte Kunst- und Kulturschaffende zum Mitwirken ein und stellte dabei

die impulsgebende Frage: Wie wollen wir unsere Kultur gemeinsam gestalten?

 

Am 16. April 2014 trat ein neuer Beschluss für die Aktion Europäische Kulturhauptstadt durch das

Europäische Parlament und den Rat für den Zeitraum vom 2020 bis 2033 in Kraft. Sich um die

Europäische Kulturhauptstadt bewerbende Städte – und 2024 wird der Titel zum dritten Mal an

Österreich vergeben - erklären sich mit den erweiterten Zielen und Kriterien dieses Beschlusses

einverstanden.

Die Vergabekriterien für die Bewertung der Bewerbungen sind in sechs Kategorien unterteilt und

gewichten den Beitrag zur Langzeitstrategie, die Europäische Dimension, kulturelle und

künstlerische Inhalte, Umsetzungsfähigkeit, Erreichung und Einbindung der Gesellschaft sowie

Verwaltung gleich stark.

 

Statements von einzelnen Mitgliedern der IG- und Netzwerkgruppe:

"Wir möchten mit unseren Aktionen dazu inspirieren, auf einer breiten Basis darüber

nachzudenken, wie eine zukunftsfähige Gesellschaft aussehen soll und um Bewusstsein für die

Bedeutung und die Verantwortung Europas zu schaffen. Akteurinnen und Akteure der Vorarlberger

Kulturlandschaft können so frühzeitig zu erkennen geben, dass ihre vielfältigen Denkansätze und

Potenziale unverzichtbar sind.“ - Barbara Herold, IG Freie Theater (Vorarlberg)

 

„Ich bin zunehmend eingenommen von der Idee, Europa hier in Vorarlberg zu erzählen.

Unterschiedlichste Europaerfahrungen über Inhalte zur Diskussion zu stellen, aber auch zu

hinterfragen, wie das uns Gemeinsame, uns Bindende tragfähiger sowie zukunftsfähig gemacht

werden kann und dabei unserer kulturellen DNA auf den Grund zu gehen (wie das aktuell in Aarhus

passiert), sind spannende Optionen in diesem Prozess. Ein Prozess, der aber nicht unbedingt auf

das Konstrukt Kulturhauptstadt angewiesen ist.“ - Frauke Kühn, literatur: vorarlberg netzwerk

 

„In der Auseinandersetzung mit dem möglichen Bewerbungsprozess beteilige ich mich aus dem

Grund, weil ich Prozesse verstehen, begreifen, Impulse geben möchte.“ - Brigitte Herrmann,

netzwerkTanz Vorarlberg

 

„Derzeit gelingt es uns, miteinander in Kontakt zu sein, in einem offenen Dialog zu stehen und

Diskussionen auf sachlicher Ebene zu führen. Für mich bildet das eine solide Basis für eine gute

Lebenskultur in einem solidarischen Miteinander.“ - Mirjam Steinbock, IG Kultur Vorarlberg

 

Beteiligte Netzwerke und Personen:

IG Kultur Vorarlberg, Mirjam Steinbock (GF und Kulturarbeiterin), Peter Hörburger

(Vorstand IG und GF Spielboden)

IG Freie Theater, Barbara Herold (Bundeslandsprecherin und Regisseurin)

literatur: vorarlberg netzwerk, Frauke Kühn (GF und Kulturmanagerin), Wolfgang Mörth

(Vorstand und Schriftsteller)

Amateurtheaterverband Vorarlberg, Dagmar Ullmann-Bautz (GF und Regisseurin)

netzwerkTanz Vorarlberg, Brigitte Herrmann (GF und Theaterschaffende)

Werkraum Bregenzerwald, Thomas Geisler (GF)

 

Weiterführende Links und Informationen:

Beschluss Nr. 445/2014/EU des Europäischen Parlaments und des Rates

Bewerbungsleitfaden für Städte | Bundeskanzleramt Österreich