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28.10.2011

Nach dem Ende der Politik

Kulturpolitik ist als Kategorie öffentlichen Handelns kaum mehr sichtbar. Angesichts ökonomistischer Sachzwänge wird Kultur zu einem Thema außerhalb des Widerstreits gesellschaftlicher Ideen. Zugleich verfolgt das gesellschaftliche Postulat der Rechten sehr wohl kulturpolitische Ziele. Kultur wird als "Soft Power" immer mehr zu einem Schauplatz des Wettkampfs von Städten und Regionen, in denen Kunst der Veredelung der Gastronomie und dem Serviceangebot für Tourismus und Immobilienindustrie dient. Kultur verkommt zum Sicherheitsparadigma, schreibt sich in rassistische Diskurse ein und wird zu einem zentralen Leitmotiv von Repression und politischer Verfolgung. Ungeachtet der zunehmenden Komplexität kultureller Praxen und Ausdrucksformen wird in geo-politischen Analysen eine ständige Aufwertung deutlich. Nicht nur wirtschaftliche Zusammenhänge werden von kulturellen Faktoren bestimmt, sondern insbesondere auch globale Konflikte und urbane Auseinandersetzungen. Die Bewusstseins- und Medienindustrie, und damit die kulturtechnologische Erweiterung der Symbolmanipulation, gewinnen weiter an Bedeutung. Machtausübung in modernen Gesellschaften erfolgt vorwiegend über oftmals undurchschaubare Netzwerke von Konventionen, Regeln, interpersonellen Beziehungen und internalisierter Kontrolle. Das macht eine breite Debatte über Kultur als konstitutives Element sozialer Beziehungen und politischer Gemeinschaften schwierig. Wer sind die kulturpolitischen Akteurinnen und Akteure?

Der dritte Band in der Reihe der Texte zur Zukunft der Kulturpolitik untersucht
politische Handlungsräume im kulturellen Feld und diskutiert strategische Perspektiven.

Termin: Do., 3. November 2011, 19.00 Uhr

Ort: KUNSTHALLE wien project space karlsplatz
Treitlstr. 2, 1040 Wien

Es diskutieren:

Konrad Becker (Mitherausgeber, WII)
Elisabeth Mayerhofer (IG Kultur Österreich)
Corinna Milborn (NEWS)
Monika Mokre (IKT, ÖAW)
Andrea Roedig (Autorin)

Moderation: Lisa Mayr (ORF Ö1)

Eine gemeinsame Veranstaltung von World-Information Institute und IG Kultur Österreich

Das Buch:
Konrad Becker, Martin Wassermair (Hrsg.),
Nach dem Ende der Politik. Texte zur Zukunft der Kulturpolitik III,
Löcker Verlag (2011).

Inhaltsverzeichnis und Editorial:
http://world-information.org/wii/kulturpolitik_III-buch_de/


Mit Beiträgen von Franco Berardi Bifo, Konrad Becker, Jodi Dean, Branka Curcic/Zoran Pantelic, Jens Kastner, Thomas Macho, Gerald Raunig, Saskia Sassen, Klaus Schönberger, Christoph Spehr, Felix Stalder und Martin Wassermair.

http://world-information.org/wii
http://t0.or.at/

Die Videodokumention der Veranstaltung findet sich hier

 
 
Assocreation
IG KULTUR Österreich
Gumpendorfer Straße 63b
A-1060 Wien