Vermittlungsinitiative des BMUKK: 400.000 EUR Zusatzförderung für die Bundesmuseen
Das BMUKK setzt den großen kulturpolitischen Erfolg des freien Eintritts in die Bundesmuseen fort und setzt 400.000 EUR aus, die über KulturKontakt ausgeschüttet werden; Konzepte für die Kunstvermittlung in den Bundesmuseen können bis 31.12.2012 eingereicht werden.
Allein: Einreichberechtigt sind nur die acht in Wien befindlichen Bundesmuseen (außer dem Heeresgeschichtlichen Museum), als Zielgruppe besonders erwähnt sind „bisher wenig erreichte“ Schulen (berufsbildende Schulen, Schulen außerhalb Wiens). Von Fahrtkosten für die wenig erreichten Klassen ist nicht die Rede, dafür werden Honorare für die Lehrer_innen, die die „maßgeschneiderten Zusatzangebote“, „die über das Regelangebot der ÖBM hinausgehen“, entwickeln sollen gleich explizit ausgeschlossen. Geht ja auch im Handumdrehen und die Unausgelastetheit der Lehrer_innen wird vom Boulevard ja auch permanent bestätigt. Und wem das wirklich wichtig ist, die/der opfert auch gerne mal ein bisschen Freizeit.
Was ist von einer solchen Ausschreibung zu halten? Handelt es sich dabei um puren Zynismus einer völlig abgedrifteten politischen Kaste oder sind die Anforderungen und der Aufwand einer zeitgemäßen Kunstvermittlung tatsächlich noch nicht bis ins Ministerium vorgedrungen? Hat sich noch niemand ernsthaft mit dem Umstand auseinander gesetzt, dass eine nachhaltige Kunstvermittlung nicht aus einmaligen Programmen in den Institutionen der Repräsentationskunst besteht, sondern auch und vor allem aus einem geographisch und sozial zugänglichen Kunst- und Kulturangebot, das auch eigenes Ausprobieren ermöglicht.
Aber es ist müßig, über die Gründe hinter solchen Entscheidungen zu spekulieren, Faktum ist, dass es einen weiteren eindrucksvollen Beweis des politischen Unwillens liefert sich ernsthaft mit zeitgenössischer Kunst und ihrer Vermittlung auseinanderzusetzen, auch wenn ausgewiesene Expert_innen dem Ministerium mit ihrer Expertise geradezu nachlaufen. Doch die Ministerin ist schneller auf dem Weg in die Abgehobenheit der Presseaussendungen und Sonderführungen.
Auf Kosten der zeitgenössischen Kunstproduktion und –vermittlung und – zu guter Letzt – des gesamten Kunstfeldes, dem somit immer mehr junges Publikum abhanden kommt.
http://bmukk.gv.at/ministerium/vp/2012/20120910.xml
http://www.kulturkontakt.or.at/bundesmuseen
