Workshopbericht: Across Europe and Beyond
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„Across Europe and Beyond“ ist der dritte Workshop der Reihe „EU Kulturpolitik“, die vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur ins Leben gerufen wurde. Über 70 TeilnehmerInnen diskutierten Fragen zu Mobilität von Kulturschaffenden, zu den rechtlichen Rahmenbedingungen, zu den Chancen und Hindernissen. Eine Videodokumentation und die Präsentationen können unten abgerufen werden.
Hanspeter Huber (BMUKK, Leiter der Sektion für Internationale Angelegenheiten und Kultus) eröffnete die Veranstaltung und betonte, dass kulturelle Mobilität kein Selbstweck ist, sondern den Kulturschaffenden ermöglichen soll, die eigenen Arbeit zu kontextualisieren und in einen interkulturellen Dialog zu treten. Unter diesem Aspekt ist dem BMUKK insbesondere die Förderung der Mobilität von kleinen Produktionen und Projekten ein besonderes Anliegen. Yvonne Gimpel (Österr. UNESCO-Kommission) verwies auf das „Übereinkommen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“, das
seit 2007 in Kr
aft ist. Elisabeth Mayerhofer (IG Kultur Österreich) betonte, dass die Einwanderungsgesetze vieler europäischer Staaten dem Grundgedanken der Union zuwiderlaufen und auf Abschottung setzen.
Der Input der auf Mobilitätsfragen spezialisierten Rechtsanwältin Doris Einwallner zeichnete den europarechtlichen Rahmen für Mobilität nach, bestätigte insgesamt aber die Tendenz zur Abschottung. Allerdings wies sie auf die nationalen Handlungsspielräume hin, die der 
europäische Gesetzesrahmen offen lässt und die es zugunsten der Erleichterung der Mobilität von Kulturschaffenden
zu nutzen gälte. Franz Schmidjell (Wiener Institut für internationalen Dialog und Zusammenarbeit) zeigte anhand von konkreten Beispielen auf, wie hoch die Mobilitätshürden für Kulturschaffende aus den Ländern des globalen Südens sind, ein Befund, den Karl Regensburger (ImPulsTanz) bestätigte und auf die Kosten verwies, die VeranstalterInnen durch verzögerte Verfahren und
unnachvollziehbare Ablehnungen entstehen. 
Sabine Kock (IG Freie Theaterarbeit, Kulturrat Österreich) äußerte den Wunsch nach einem „Mobility Point“, der als One-stop-shop den administrativen Aufwand für VeranstalterInnen und KünstlerInnen reduzieren würde. Werner Weber (BKM Deutschland) unterstrich die
Wichtigkeit, sich bereits vor Inkrafttreten von gesetzlichen Regelungen auf politischer Ebene zu einzubringen.
In den Berichten aus den EU-Arbeitsgruppen zum Thema stellte Bert Holvast (Federation of Artists Organizations Niederlande) die Ergebnisse der ersten ExpertInnengruppe
vor, die 2010 erstmals präsentiert wurden. Zur zweiten, aktuellen Arbeitsgruppe berichtete Gabriele Gerbasits (IG Kultur Österreich) von best practices in Schweden und Irland und verglich diese mit der österreichischen Situation. Im letzten Teil wurden konkrete Projekte vorgestellt: Werner
Weber präsentierte das Online-Handbuch zur Mobilität, das Ende 2012 auf deutscher Bundesebene erscheinen wird, Marie Le Sourd (On the Move) präsentierte die Aktivitäten von „On the Move“ auf europäischer Ebene und Luis Prada (European Network of Cultural Centres) stellte das Austauschprogramm „Bridges between Cultural Centres“ vor, ein Austauschprogramm nicht nur für KünstlerInnen,
sondern für KulturarbeiterInnen im weiteren Sinn.



