Protest gegen das Ende des Jugendkulturvereins ECHO

Migrantische Selfempowerment-Projekte müssen auch in Wien strukturelle Eigenständigkeit bewahren können

Migrantische Selfempowerment-Projekte müssen auch in Wien strukturelle Eigenständigkeit bewahren können


"Es ist unfassbar: In Wien werden Millionen für kulturelle Repräsentationszwecke ausgegeben, während zeitgleich wichtigen Selfempowerment-Projekten für junge Migrantinnen und Migranten das Geld zur Gänze gestrichen wird!" Mit größtem Unverständnis reagiert die IG Kultur Österreich auf die Nachricht, dass der Jugendkulturverein ECHO ab sofort keine städtische Förderung mehr erhalten soll.

"Es ist ungeheuerlich, dass dringend notwendige Plattformen auf diese Weise zerschlagen werden", zeigt sich IG Kultur-Vorsitzender Bernhard Amann verärgert. Die Vorgehensweise der Stadt Wien steht in einem klaren Gegensatz zu Trends in der EU, die zur Sicherstellung der kulturellen Diversität eine Stärkung von unabhängigen zivilgesellschaftlichen Strukturen empfiehlt. Mit der Streichung der Finanzierungsmittel werden Initiativen, die mit Aktivitäten gegen Rassismus und Ausgrenzung ein umfassendes Know-how und Glaubwürdigkeit entwickelt haben, ihrer selbstbestimmten Grundlagen beraubt.

"Am Beispiel des Vereins ECHO wird deutlich, dass die Eigenständigkeit einer kritischen Jugend- und Kulturarbeit in Wien immer stärker eingeschränkt wird. Die Stadt will derlei Projekte offensichtlich in magistratische Dachmarken zwangseingliedern, um Kontrolle auszuüben." Die IG Kultur Österreich wird diese Entwicklung keinesfalls stillschweigend hinnehmen. "Wir fordern Bürgermeister Häupl auf, in der Migrationspolitik tatsächlich andere Wege zu beschreiten als die Bundesregierung und sozio-kulturelle Zentren wie ECHO nachhaltig zu sichern", so Amann abschließend.

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