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12.04.2010
Frauenreferentin in Tirol betrachtet feministische Projekte als Freizeitbeschäftigung

Die Streichung der Subventionen für engagierte feministische Einrichtungen und Projekte durch Landesrätin Patricia Zoller-Frischauf wirft Licht auf die verfestigten patriachalen Politiken im Bundesland Tirol. Besonders pikant sind die Begründungen der Frauenreferentin, wenn sie von nicht förderungswürdigen "Hobbyvereinen" spricht. Siehe Stellungnahme der TKI

Der im Sommer 2010 zu erwartende Frauenbericht 2010 der Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek wird belegen, dass es bei der Gleichstellung von Frauen wenig Fortschritte gegeben hat. Frauen haben zwar bei der Bildung aufgeholt und sind häufiger erwerbstätig. Die Einkommensschere geht jedoch weiter auf und die Beteiligung von Männern an der unbezahlten Arbeit ist nicht gestiegen.

Ein Gradmesser der Verteilungsgerechtigkeit ist eben weiterhin die sogenannte Frauenfrage: Feminisierung von Berufssegmenten bedeutet immer noch Prestigeverlust, Verminderung der Aufstiegschancen, niedrigeres Lohnniveau, etc... Dies gilt besonders auch für das Feld der Kulturarbeit.

Die IG Kultur Österreich versteht sich auch als Streiterin für Partizipation an den Rand gedrängter Gruppen ohne identitäre oder essentialistische Begehrlichkeiten bedienen zu wollen, gleichwohl sie konkret Diskriminierung aufgrund geschlechtlicher oder heteronormativer Einteilungen aufzeigen und bekämpfen will.

Daher schließen wir uns dem Protest gegen die Streichung der Förderungen an und fordern eine Erhöhung der Budgetmittel für feministische Projekte sowie eine Frauenreferentin, die nicht Gesellschaftsstrukturen bedient, welche Ungleichheiten weiter fortschreiben.

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