Round Table über die kulturelle Befindlichkeit von Graz im Vorwahljahr

Jour Fixe am 23. Jänner 2007 bei Radio Helsinki. Round Table mit Werner Miedl (ÖVP), Karl-Heinz Herper (SPÖ), Georg Fuchs (KPÖ), Maxie Uray-Frick (FPÖ) und Sigrid Binder (Die Grünen)

Jour Fixe am 23. Jänner 2007 bei Radio Helsinki

Round Table mit Werner Miedl (ÖVP), Karl-Heinz Herper (SPÖ), Georg Fuchs (KPÖ), Maxie Uray-Frick (FPÖ) und Sigrid Binder (Die Grünen)
23. Jänner 2007, 18 bis 20 Uhr bei Radio Helsinki, Griesgasse 8, 8010 Graz

Live-Übertragung auf Radio Helsinki

Einleitung und Vorstellung der KandidatInnen seitens des Obmanns von Radio Helsinki, Robert Suchar und der IG Kultur Steiermark, Michael Petrowitsch.

M. Petrowitsch schickt voraus, dass auch ein/e VertreterIn des BZÖ eingeladen wurde, aber trotz Bemühungen, kein Kontakt hergestellt werden konnte.

Petrowitsch spricht die Themen an, die aus Gründen der Aktualität angesprochen werden sollten: Verhältnis Freie Szene vs. Großen (Evaluierung in der Freien Szene, Kürzung bei den Freien auf der anderen Seite - Anhebung der Freien Bühnen um 0,75 %), Stagnierung in Graz nach 03, z. B. im Gegensatz zu südslawischen Städten wie Skopje, Tirana, Laibach und Belgrad, in Graz fehlt es an Stadtentwicklungskonzepten für die Zukunft.

Werner Miedl, Michael Petrowitsch
Werner Miedl, Michael Petrowitsch

M. Petrowitsch: Ich beginne die Diskussion mit Herrn Miedl: Ich schicke ein Zitat von Ihnen voraus: „Schule und Kultur sollen die Menschen im Kopf und im Herzen bilden. Hierfür möchte ich Ansprechpartner und Motor für neue Perspektiven sein.“ Perspektiven gäbe es genug: Wahlen 08 und Linz 09. Wie sehen Sie die Zukunft?

W. Miedl: Die Zukunft ist eine positive für Graz in bezug auf die Kultur. Das gilt nicht für alle. Mittel, die geringer geworden sind, müssen gerecht verteilt werden. Steuergeld soll nach möglichst objektiven Kriterien vergeben werden. Das ist nicht immer einfach. Das Geld ist weniger geworden im heurigen Jahr. Das tut mir persönlich sehr weh. Aber ich sage auch, das ist das letzte Jahr, bei dem mit mir gespart wurde. Ich mache nicht mehr mit bei einem Sparkurs, wo zu Lasten der Kulturschaffenden in dieser Stadt gespart wird. Ich sage auch warum: Wir hatten ein recht ambitioniertes Programm. Wir haben in den verschiedensten Sparten gespart. Meine Quote war 6 % weniger. Ich bin draufgekommen, dass nachdem der Gemeinderatsbeschluss im Budget gefallen war, die Kulturschaffenden eigentlich im Vergleich zu anderen Gruppen unbotmäßig drangekommen sind und da spiele ich nicht mehr mit.

M. Petrowitsch: Kann man das konkretisieren?

W. Miedl: Grundsätzlich war angedacht, dass wir für die nächsten drei Jahre 18% einzusparen gehabt hätten, um so das Budget zu konsolidieren. Ich bin jetzt nach diesem durchaus schmerzhaften Schritt draufgekommen, dass ein weiteres Einsparen nur durch ein wirkliches Hineinschneiden in die Substanz möglich wäre. Das würde für mich zu viel zerstören. Dann wäre die Struktur zerstört. Ich bin in eine Gesamtverantwortung für die nächsten drei Jahre eingebunden.

Zur Situation mit den Vereinigten Bühnen und Theaterholding: Eine völlig neue Kulturpolitik, die mir neu ist. Ich trage zwar für alles die Verantwortung, aber habe nur marginal mit entschieden. Evaluierung ergab, dass vorgeschlagen wurde – ohne Stimmen der ÖVP - eine Erhöhung ab 2008 um 0,75%. Und das obwohl das Evaluierungsergebnis war, dass dieses zusätzliche Geld nicht garantiert, dass 2014 der große Crash ausbleibt, wenn man keine anderen Sparpotentiale ausnutzt. Ich habe mit dem Gemeinderat gerungen: Ich halte diese Lösung nicht für erstrebenswert. Denn da geht das meiste Geld hin, das die Stadt bei den Kultursubventionen zu vergeben hat. In dieser Frage ist der Kulturausschuss nicht einmal gefragt worden. Das ist am Gemeinderat vorbeigeschwindelt worden und somit war der Gemeinderat selbst ohne Befassung des Fachausschuss mit dieser Aufstockung des Geldes konfrontiert. Ich habe in den Finanzausschuss hineinreklamiert und habe mich ziemlich allein gesehen. Ich habe mich eingesetzt, dass dieser Schritt nicht gesetzt wird, weil diese Strukturveränderung folgendes bedeutet: Ab 2008 wird für den Dom im Berg, Kasematten und Orpheum eine neue Holding bestellt. Und diese drei Bühnen sind eine der wenigen Möglichkeiten, wo ich den Kulturschaffenden Angebote machen kann – ohne finanzielle Mittel, die immer weniger werden. Wenn das jetzt unter einem völlig neuen Gesichtspunkt vergeben wird, fehlt mir eine weitere Möglichkeit, den Kulturtreibenden entgegenzukommen. Das ist eine fatale Entwicklung: Einerseits geht den Kulturschaffenden eine Ressource ab, anderseits fließt Geld in einen zusätzlichen Overhead, ins Management. Geld, das wahrlich im Bereich der Kulturschaffenden abgeht. Ich werde dagegen kämpfen.

M. Petrowitsch: Herr Karl-Heinz Herper, Sie sagen, „eine faire, ausgewogene und sozial gestaltete Sanierung der Stadtfinanzen schaffen als gesunde Grundlage, auch in den kommenden Jahren offensiv für die öffentliche Hand wirksam zu sein, Investitionen zu tätigen und die Verwaltungs- bzw. Politikmodernisierung in Graz voranzutreiben.“ Wie darf man das verstehen?

K. Herper: Der objektive Befund ist, dass seit dem Abgang der Personen Stingl und Strobl in Bezug auf Kulturpolitik eine Art von Stellenwertsenkung stattgefunden hat. Klar ist auch, dass seit 2003 mit hohem Mittelseinsatz von Stadt, Land und Bund dem damaligen Kulturaufschwung im Wesentlichen ein Kulturabsturz gefolgt ist. Zum einen durch fehlendes Budget, zum anderen, weil es keine klaren Linien gab, wie es weiter geht – v. a. in den Jahren danach. Es fehlte jeder Ansatz schon in den Vorbereitungen zu 03, wie es danach weiter geht. Das ist ein altes Leiden von Kulturhauptstätten und Graz im besondern. Was setzt man Linz gegenüber: Vorbereitung mit anderen Kulturhauptstätten, um Erfahrungen auszutauschen.

Zum Herrn Miedl sage ich, dass er eingeordnet ist mit der SPÖ in einer gemeinsamen Stadtregierung und er trägt Verantwortung mit an dem Konsolidierungskurs bis 2010. Er trägt alle Entscheidungen mit. Dass er jetzt ankündigt, dass bei ihm nicht gekürzt wird, kann er ankündigen. 2008 gibt es ein Provisorium im Budget, das wird fortgeführt von 2007. Nach den Wahlen kann man über eine Neuverteilung reden und über eine Schwerpunktsetzung in der Kultur über mehrere Jahre. Darüber kann man reden. Zum anderen ist der Bürgermeister der Theaterreferent. Freue mich, dass die Intendanten in der Zukunft weiblich sein werden. Da erwarte ich mir eine Veränderung in der Männlichkeitskultur.

Ich kann und gebe ad hoc keine Versprechen ab. Das Programm für 2007 steht fest, alles andere ist ein Provisorium. Die Wahlen können die Karten neu verteilen. Das ist abzuwarten. Derzeit kann man nicht zaubern.

Sigrid Binder, Karl-Heinz Herper
Sigrid Binder, Karl-Heinz Herper

M. Petrowitsch: Sigi Binder ist die nächste. Auch hier ein Zitat am Anfang: „Auch eine Stadt hat eine Außenpolitik. Graz als kulturelle und gesellschaftliche Drehscheibe Süd-Ost hat die Chance, aktive und solidarische Friedenspartnerschaften gerade mit den Städten Sloweniens, Kroatiens, Bosnien-Herzegowinas, Serbiens, Montenegros, Mazedoniens und des Kosovo aufzubauen.“ Wäre das eine grundsätzliche Chance, in kulturellen Belangen geopolitisch aktiv zu sein?

S. Binder: Ich möchte meine Wertschätzung denjenigen ausdrücken, die unterschwierigsten Bedingungen Kultur schaffen. Mir fehlt nach 03 die Nachhaltigkeit. Mir fehlt auch die kulturpolitische Schwerpunktsetzung. Ich weiß nicht, was das Kulturkonzept dieser Stadt ist. Wir haben den Einsparungen nie zugestimmt. Immer steht Hickhack im Vordergrund, ohne, dass ein konstruktiver Weg bestritten wird. Trotz schlechter Situation, geht mir in der Kultur auch ab, wie geht man mit Menschen um, z. B. mit den VigilantInnen. Hier fehlt es an Gesprächskultur, Sensibilität etc. Auch das ist ein Ausdruck von Kultur.

Zum Zitat möchte ich sagen, dass Südosteuropa durchaus eine Chance ist. Aber die anderen Städte laufen uns längst den Rang ab. Wir waren Kulturhauptstadt, man sieht noch die Tafel, aber man fragt sich, wo geht es hin? Du hast anfangs zitiert Skopje, Laibach, Tirana u. s. w., das zeigt dort ist ein Aufbruch. Dieser Aufbruch könnte bei uns genauso sein. Wir haben Seismographen, die reagieren auf gesellschaftliche Zustände und Phänomene im Theaterbereich und bildnerischen Bereich, von dem nie geredet wird. Da gäbe es vieles zu tun.

M. Petrowitsch: Von der KPÖ ist Georg Fuchs hier. Auch ein Zitat von Dir:„Grazer Kulturinitiativen zu fördern bringt auf lange Sicht weit mehr, als sich um teures Geld mit den Namen so genannter Großen der internationalen Szene zu schmücken.“ Ist das alles? Müssen wir das Geld nur umverteilen?

G. Fuchs: Geld umzuverteilen wird nicht reichen. Das Problem ist, dass wir auch nach 08 in ähnlichen finanziellen Problemen stecken werden. Die Probleme werden nicht besser. Die Sanierung ist ein Phantasieprodukt der Stadtregierung. Die Situation wird vor 2011 bis 2014 nicht entschärft, so dass ernsthaft mehr Geld für Kultur ausgegeben werden kann. So sehe ich das jetzt. Auch wenn Miedl sein Versprechen einhalten kann und nicht sparen wird nach 08, wird es weniger Geld für die Freie Szene geben. Denn es gibt einen großen Kunstbetrieb, die Theaterholding, in den der Großteil des Geldes fließt. Beim Land sind das ca. 45%, bei der Stadt kenne ich die Zahlen nicht genau. Auf jeden Fall glaube ich nicht, dass die Freie Szene mehr Geld bekommt. Der Hauptansatz ist, dass wir, wenn wir wieder eine neue Kulturpolitik haben wollen, die nicht nur auf einen Hochkulturbetrieb setzt, dann müssen wir uns was ausdenken. Das geht nicht nur mit einem Antrag. Man muss schauen, wie man umverteilen kann.

M. Petrowitsch: Was wäre denn ein utopischer Gegenentwurf zu 2009 oder für die Zukunft? Wenn nicht Wahlen wären, was wäre dann euer Programm?

G. Fuchs: Ein Gegenentwurf wäre, dass für die Bühnen die gleichen Spielregeln gelten wie für alle anderen. Dann wäre eine ganz andere Verteilung möglich.

M. Petrowitsch: Aber das sind zu einem hohen Prozentsatz Angestellte?

G. Fuchs: Die Arbeitsverhältnisse sind auch dort prekär. Es gibt nur wenige Ausnahmen. Die Kulturpolitik der Stadt wird auch davon abhängen, ob man dort eine Lösung finden kann. Weil sich die ÖVP und die SPÖ vorhin schon gestritten haben, wer für Privatisierungen ist. Ich kann mich erinnern, dass die ÖVP im Beirat für Kasematten und Dom im Berg sehr wohl zugestimmt hat. Dann ist sie zurückgepfiffen worden. Das ist eine grundsätzliche Frage: Politik verfolgt die Stoßrichtung, verantwortungsvolle Bereiche auszugliedern. Dann gibt es keine Kontrolle mehr, aber aufgeblähte Verwaltungen. Der Output ist nicht so glorreich, wie es vorher angekündigt worden ist. Das ist ein allgemeines Phänomen, und nicht nur auf Graz bezogen. Beispiele sind Museum Angewandter Kunst oder Joanneum.

M. Petrowitsch: Mag. Uray-Frick auch von Ihnen ein Zitat: „Als Kontrollpartei werden wir darauf achten, dass mit den Steuergeldern sparsam, sinnvoll und wirtschaftlich umgegangen wird.“ Wird in Zukunft so gehaushaltet werden, dass die Kultur in der Stadt noch weiter – jetzt schon Einsparungen von 10% - oder wird es wieder bergauf gehen? Als zweites interessiert mich, wie geht es in Zukunft weiter und wie könnten wir uns geopolitisch positionieren?

M. Uray-Frick: Vorweg möchte ich sagen: Generell halte ich es nicht für gescheit, wenn ein Kampf zwischen Hochkultur und Freier Szene stattfindet. Ich denke, es ist beides gleich notwendig.

Einer der Grundfehler war sicher, dass man nach 03 in ein tiefes Loch gefallen ist. Da muss ich mir mit die Schuld geben, da ich damals auch in Regierungsfunktion war. Wir haben nur von der Nachhaltigkeit gesprochen, aber offenbar nur geredet und sonst ist nicht passiert. Der Schwung, die Chance – das ist alles vertan. Ich glaube nicht, dass es was bringt, mit Kulturhauptstädten in Kontakt zu bleiben, um zu lernen. Die kommen zu uns, um aus unseren Fehlern zu lernen. Die Ansätze, wie sie beim Sparen erfolgen, sind nicht gut. Die Stadt sollte sich auf ihre ureigensten Aufgaben konzentriert. Was muss sich die Stadt leisten? Und Kultur muss sich jede Stadt leisten – nicht nur Graz. Viele Dinge, die wir uns leisten, auf die könnte verzichtet werden. Und, was Herr Miedl sagt, mit mir nicht, das sagt jeder Stadtrat. So wird es nicht gehen, und Geld ist nicht beliebig vermehrbar. Ich habe die Evaluierungen schon unter Buchmann für einen Blödsinn gehalten. Das hat immer so einen subjektiven Touch und ist schwierig. Dann gibt es Sachen, wie viele Leute kommen hin. Dann hat man Musikantenstadl auch in der Freien Szene, weil dann kommen mehr Leute. Das ist kein Zugang. Ich denke mir, die nächste Regierung muss daran gehen, sich zu konzentrieren, wo setzt man gemeinsam Prioritäten. Denn sonst wird es der Freien Szene ganz schlecht gehen, denn Geld ist nicht beliebig vermehrbar.

M. Petrowitsch: Dazu muss man sagen, dass esvielen ohnehin schon schlecht geht. Viele könnten ohne Hilfe vom Land nicht überleben.

M. Uray-Frick: Es ist eben vielfach so, dass man Kultur als ein Luxusgut und nicht als ein Lebensmittel empfindet.

K. Herper: Kulturfragen sind generell in jeder Partei, meiner eingeschlossen, ein Minderheitenprogramm. Ein Hauptthema ist Kultur eher über andere Themen, wie Tourismus oder Sozialthemen.

M. Petrowitsch: Wie geht es mit der Kulturhauptstadt weiter? Ist das noch ein Thema? Wie geht es mit Stadtentwicklungskonzepten weiter?

W. Miedl: Für mich ist die Architekturhauptstadt noch ein Thema. Da habe ich auch eine schmerzliche Erfahrung gemacht. Das habe ich von Buchmann übernommen. Es war alles da: ein engagiertes und schlüssiges Konzept, die Architekten, aber das Geld hat gefehlt. Habe allen Stadtregierungsmitgliedern Briefe geschrieben mit der Bitte um Unterstützung. Entweder habe ich keine oder eine abschlägige Antwort erhalten. Nur Stadtrat Rüsch hat mich unterstützt. Habe mich mit Architektengruppe getroffen. Flecker unterstützt das auch. Mit Rüsch gemeinsam unterstützen wir mit € 50.000 (je die Hälfte von Stadt und Land) das Projekt mit der Bitte um einen Schwerpunkt Richtung Soziokultur – Triestersiedlung, Schönaugasse etc. Möchte hinschauen, was sich dort entwickeln kann und ist bei Architekten auf fruchtbaren Boden gefallen. Die große Entscheidung bleibt bis 2008 noch ausständig.

K. Herper: Ich möchte nicht gern ein Konzept haben. Ich denke an die Überlebensfähigkeit der Freien Szene. Das ist ein Drahtseilakt. Wir sind geknechtet, Millionen zu zahlen für die List-Halle, das Kunsthaus bis weit ins nächste Jahrzehnt. Ich halte viel davon, dass wir nicht doppelt oder dreifach gemoppelt arbeiten. Es gibt nur eine Überlebensfähigkeit für die Freie Szene: Stadt und Land müssen bei den meisten Dingen zusammenarbeiten. Das ist für mich ein neues Kulturkonzept.

S. Binder: Da möchte ich kurz einhaken. Dann dürfen wir auch nicht im Gemeinderat eine Unterstützung der Kulturolympiade mit € 660.000.- beschließen lassen. Gleichzeit ist das ungefähr die gesamte Subventionssumme für die Freie Szene. Da stimmt etwas in der Relation nicht. Wir müssen ein vernünftiges Kulturleitbild schaffen und zwar unter Einbeziehung derjenigen, die Kultur schaffen.

M. Uray-Frick: Die Chorolympiade ist für mich ein touristisches Projekt. Das sehe ich nicht als Kulturprojekt.

W. Miedl: Ich kann das aus meinem Budget gar nicht finanzieren.

M. Petrowitsch: Wir haben so viele Beiräte in der Stadt. Die hätten genug Zeit etwas zu entwickeln.

S. Binder: Miedl hat gemeint in den Beiräten sitzen auch GemeinderätInnen. Die Grünen sitzen in keinem Beirat. Dort ist nur die Stadtregierung vertreten.

M. Petrowitsch: Man hätte ja längst etwas entwickeln können nach 2003. Und zwar nicht nur bis 2008!

M. Uray-Frick: Ja, hätte man müssen, aber nicht aus dem Gemeinderat, glaube ich. Man hätte rechtzeitig Konzepte für danach entwickeln können.

W. Miedl: Man muss sich nach 2008 zu einem großen Leitprojekt durchringen.

G. Fuchs: Zu den Großprojekten, wie Architekturhauptstadt. Diese ist 2005 zum ersten Mal aufgetaucht und war mit € 7 Mio. budgetiert. Das wäre der nächste Crash, auf den wir zugehen, wenn wir das Projekt umsetzen. Graz gibt sich gern selbst so klingende Namen und Mäntelchen, die wir uns umhängen. Wir sollten die vorhandenen Ressourcen nutzen und nicht Großprojekte finden, die auf Kosten der Freien Szene gehen.

W. Miedl: Da muss ich sagen, das haben sie nicht verstanden. Es geht darum, dass Architekten und andere eine Konzeption entwickeln, wo für die gesamte Freie Szene und die Stadtentwicklung ein Konzept da ist, wo alle in die gleiche Richtung arbeiten. Jeder von den Kulturschaffenden aus Graz und der Umgebung entwickeln ein Leitbild, das von außen erkannt wird. Das Projekt reicht bis zum Wohnbau, Nahversorgung, Infrastruktur etc. Das alles soll in eine bestimmte Richtung gehen. Wir haben ein paar großartige Festivals in Graz, wie Steirischer Herbst, Diagonale und Styriarte, von denen der durchschnittliche Grazer nicht einmal weiß, dass sie stattfinden. Deshalb ist ein Projekt, wie die Architekturhauptstadt so wichtig.

M. Uray-Frick: Aber Werner, das Konzept, dass uns der Buchmann vorgelegt hat, da war schon das Gefühl da, wir können zwar den Strom nicht mehr zahlen, kaufen aber eine Tiefkühltruhe.

W. Miedl: Ja, Maxie, da gebe ich dir recht, aber das war nur eine Projektskizze. Im Bereich Hauptbahnhof, Annenstraße wird einiges passieren und da hätte ich gern ein Gesamtkonzept, bei dem auch die Freie Szene mit eingebunden werden kann.

M. Petrowitsch: Das mit dem schwierigen Jahr, mit dem Wahljahr das glaube ich nicht mehr ganz. Das haben wir eigentlich immer. Man hat das Gefühl, dass die Politiker das verabsäumt haben, für die nächsten Jahre ein Konzept zustande zu bringen. Man müsste sich eben einigen auf eine Sache.

Werner Miedl, Karl-Heinz Herper, Sigrid Binder, Maxie Uray-Frick
Werner Miedl, Karl-Heinz Herper, Sigrid Binder, Maxie Uray-Frick

M. Uray-Frick: Sie haben Städte angesprochen, wie Banja Luca. Die haben bei uns angefragt, wir sollen ihnen, was über unsere Strategie bis 2015 erzählen. Ich habe ihnen gesagt, wir haben keine. Die beschäftigen sich mit der Frage, Strategien bis 2015 zu entwickeln.

Frage aus dem Publikum: Mich interessiert schon seit längerer Zeit, warum von Seiten von Graz Tourismus kaum merkbare Beiträge für die Freie Szene kommen. Denn es gibt mehr als Styriarte, Oper und Schauspielhaus. Da könnte man zusätzliche Mittel von der Gemeinde bekommen?

M. Uray-Frick: Konkret sieht es so aus: Es gibt einen Tourismusverband, der die Gelder lukriert für die Tourismusabgabe und die verteilen das nach ihrem Empfinden, was touristischen Wert hat.

Kommentar aus dem Publikum: Von 03 haben profitiert: Hotels, Werbewirtschaft, Bauwirtschaft u. ä. Ich finde, wenn die Stadt schon einen Beitrag leistet, dann muss es auch möglich sein, Druck zu machen, dass auch die Freie Szene berücksichtigt wird.

Frage aus dem Publikum: Ich möchte etwas zur Aussage von Frau Uray-Frick sagen. Es soll keinen Kampf geben zwischen den Freien Theatern und den Institutionen. Ich kann nur für die Freien Theater sagen, dass es Ungleichheiten in den Startbedingungen gibt. Allein die Landesbühnen bekommen von der Stadt Graz über € 20 Mio. Jetzt gibt es eine Erhöhung um € 150.000, und das ist mehr als doppelt so viel wie das Projektgeld der Freien Theater. Unsere Leute müssen unter ganz anderen Bedingungen arbeiten und daher sind wir nicht konkurrenzfähig.

M. Uray-Frick: Ich habe nicht Euch gemeint, sondern uns in der Diskussion. Ich denke, wenn ich mir die Hochkultur leiste, müssen wir uns auch die Freie Szene leisten.

Kommentar aus dem Publikum: Wenn man Ihnen zuhört, fragt man sich, sind wir in einer der reichsten oder ärmsten Städten der Welt. Wir können uns nicht einmal Kulturpolitik leisten. Spinn ich? Es geht uns blendend und sie jammern herum. Ich kann nur vorschlagen, sechs Monate karenzieren lassen und einen BWL-Kurs am WIFI machen. Gehen sie zu ihren Mutterparteien in Wien und erklären sie das denen.

Kommentar aus dem Publikum: Im Wesentlichen geht es darum, dass diejenigen, die in dieser Stadt verantwortlich sind, nicht in der Lage sind, unter sich auszumachen, was sie tun. Weil viel von Evaluierung die Rede war, würde ich vorschlagen, man evaluiert auch die Politiker auf ihr Wissensmanagement, Tätigkeiten, Kostenbewusstsein etc. und legt das einer Entscheidung für die Wahl zugrunde.

 

Frage aus dem Publikum: Ich habe es nicht verstanden, warum sie gegen die Chorolympiade nicht laut aufgeschrieen haben. Das ist auch ein Positionierungsprojekt. Da muss man drüber reden und es gäbe interessantere Projekte.

W. Miedl: Selbst wenn ich laut aufgeschrieen hätte, hätte das nichts genützt. Ich hätte das Geld für die Kulturpolitik nicht zur Verfügung.

K. Herper: Zum allgemeinen Tenor: Man kannsich über Politiker auslassen, man kann es niveauvoller tun, wie der Falter oder weniger niveauvoll, wie die Kronen Zeitung. Aber es hat keinen Sinn, summa summarum zu sagen, die Politiker sind unfähig und sie sollen ein paar Grundkurse machen. Klar ist, seit 2003 haben wir weder vom Bund noch vom Land etwas bekommen - außer, dass man uns Aufgaben aufs Aug gedrückt hat. Vereinbarungen, die getroffen wurden, werden nicht eingehalten. Dann haben wir Verpflichtungen: Das Kunsthaus und die List-Halle, für die wir Millionen zahlen und diese wird uns am Ende nicht gehören. Klar ist, bestimmte Notwendigkeiten aufrecht zu halten.

M. Petrowitsch: Was gibt es für einen Gegenentwurf für Linz 09? Wenn wir keine Wahl hätten im nächsten Jahr, was wäre dann möglich?

M. Uray-Frick: Das quer drübersparen halte ich für falsch. Man müsste sich Strategien überlegen. Es ist nicht nur das Geld, sondern, wie gehe ich mit dem um, was man hat.

G. Fuchs: Ich halte das nicht für so eine relevante Frage. Wir müssen schauen, wie wir die gröbsten Budgetprobleme in den Griff bekommen. Man muss schauen, wie man mit dem Land und den Bund zusammenarbeitet. Aber mehr Geld wird es nicht geben. Das Vorhandene muss man so gut wie möglich nutzen.

S. Binder: Es wird interessant, wie das auf Graz ausstrahlen wird und wie Linz mit dem Titel Kulturhauptstadt umgehen wird. Da müssen wir hinschauen. Das andere ist, wenn es gelingt, diese vielen unsäglichen Evaluierungen für den Theaterbereich wegzubringen, dann ist da auch ein Schritt gesetzt worden. Denn ich kann eine Evaluierung machen mit dem Ziel, zu verbessern oder einzusparen. Weil Mittel so knapp sind. Das stimmt so nicht. In der Liste der reichen Städte in Österreich liegt Graz ganz vorne. So ist es nicht, dass wir komplett verarmt sind. Also, weg mit den Evaluierungen. Es gibt Möglichkeiten, unsere geopolitische Lage zu nützen, z. B. das Pavelhaus. Es gibt auch andere Beispiele. Ich werde das einmahnen, dass ein Leitbild erarbeitet wird. Kultur ist auch ein enormer wirtschaftlicher Faktor, das wird nicht gesehen.

K. Herper: Ich habe so etwas wie eine urbane Vision. Im Bereich der Reininghaus-Gründe und der Hummel-Kaserne soll Ende des Jahrzehnts ein neuer Stadtteil entstehen. Dafür sind Private verantwortlich. Die Stadt muss den Inhalt vorgeben. Das ist ein Stadtentwicklungsprozess der Sonderklasse. Da geht es auch um Kulturinfrastruktur. So etwas stelle ich mir vor. Keine Kopfgeburt. Ein neuer Stadtteil im Westen von Graz, das ist eine pragmatische Phantasie. Das ist eine Möglichkeit für Gesamtkultur.

W. Miedl: Einen Gegenentwurf wird es in der Form nicht geben. Das wäre auch nicht sinnvoll. Ich möchte im heurigen Jahr nichts Neues, nichts Spektakuläres, ich möchte hinschauen mit den Mitteln der Kultur in die sozialen Brennpunkte dieser Stadt: in die Großräume Triestersiedlung und Schönausiedlung. Mit mehreren Disziplinen gemeinsam Integration schaffen. Da ist ein Konzept in Erarbeitung. Da werden viele Kulturschaffende in dieser Stadt einen Platz finden. Da ist eine Arbeit notwendig. Es wird Möglichkeiten geben, die bisher in Österreich noch nicht da waren. Es wird ein bisschen Geld dafür geben.

 

Eine Replik noch zu Ihnen, Frau Binder. Ich habe die Evaluierungen von Buchmann übernommen, weil ich als Politiker nicht der Fachmann bin. Ich will es auch nicht sein. Ich will qualitativ vorgehen können. Und da brauche Information: Wenn ich auf Evaluierung verzichte, muss ich eigene Entscheidungen treffen oder auf Zurufe hören. Und Herr Dr. Wischenbart, der die Theater evaluiert hat, ist sehr verantwortungsvoll damit umgegangen. Ich bin bereit, ein anderes Spiel anzusagen, aber mir ist nichts Besseres eingefallen, als dass man versucht, Förderungen so transparent wie möglich zu machen. Damit haben wir ein Niveau erreicht, dass in anderen Städten in Österreich noch nicht erreicht wurde. Ich bin auch bereit, ein anderes System zu diskutieren. Zum Ergebnis: Dass nicht alle zufrieden sind, ist klar. Irgendwann muss entschieden werden, da der Kuchen nicht größer wird. Im nächsten Jahr werde ich mit aller Kraft verhindern, dass der Kuchen kleiner wird. Und dann wird wieder aufgeteilt. Bei der Aufteilung brauche ich wieder einen Rat, der objektiv sein muss.

 

M. Petrowitsch: Das heißt, es wird wieder evaluiert in zwei Jahren?

W. Miedl: Ja, es sein denn, es gibt ein System, von dem alle glauben, dass es ein besseres ist. Evaluiert wird auch deswegen, wenn auch Junge zu Geld kommen wollen.

M. Petrowitsch: Wenn wir uns die Evaluierung gespart hätten und den Sach- und Personalaufwand, dann hätten wir gar nicht einsparen müssen.

Georg Fuchs, Maxie Uray-Frick
Georg Fuchs, Maxie Uray-Frick

W. Miedl: Herr Wischenbart hat € 18.000.- gekostet. Das ist nicht wenig Geld, aber sonst hat noch Dr. Grabensberger mitgearbeitet. Das Kulturamt ist so ein kleines Amt und dafür leisten sie Großartiges.

M. Petrowitsch: Keine Evaluierungen mehr und die Summen anheben.

Kommentar aus dem Publikum: Ich heiße Ilse Weber und bin in verschiedenen Gremien tätig. Ich habe selbst dem Landeskulturbeirat und der Evaluierungskommission angehört und unsere Evaluierungskommission hat sämtliche Dreijahresverträge zwischen 10% und 100% angehoben. Es gibt Ergebnisse, wo Gruppen von Dr. Wischenbart die Höchstpunktezahl erreicht haben, vom Fachbeirat die Höchstpunktezahl erreicht haben und trotzdem nicht mehr Geld bekommen. Evaluieren nur um zu kürzen, das ist der falsche Ansatz. Und die erste Otto-Hochreiter Evaluierung war die schlimmste und dieser Schaden ist nie behoben worden – nur bei einer Institution. Für 99% der Gruppen ist der Hochreiter-Fehler weiter ausgebaut worden. Evaluierung per se ist nicht das Thema. Kulturpolitik ist in vielen Dingen nicht so kompliziert. Ich muss nur entscheiden, setze ich den Schwerpunkt nur für Repräsentationskunst. Dazu zählen die Bühnen, das Kunsthaus, die Museen. Dahin gehen Dreiviertel unserer Gelder. Oder man tut etwas für die zeitgenössische Kunst. Man hört immer Wirtschaft und Tourismus, aber es geht auch um l´art pour l´art. Die Kunst ist nicht immer dazu da, einen Stadtteil aufzuwerten, die Wirtschaft. Wir schicken unsere Kinder nicht auf die Schule, dass sie sich mit Touristen unterhalten können. Es hat auch einen Wert jenseits von ökonomischen Maßstäben. Wir müssen in der Kunst die Produktion massiv stützen und nicht die Repräsentation. Es ist wirklich die Frage für die Zukunft, schaffen wir etwas neues oder repräsentieren wir nur das Alte.

Kommentar aus dem Publikum: Ich möchte fokussieren, warum sitze ich heute da. Ich denke mir, was gibt es für Visionen für die Stadt. Und das geht mir seit 2003 ab. Die Künstler haben sehr wohl nach 03 auf die Nachhaltigkeitsdiskussion hingewiesen. Ich finde, eine Evaluierung allein ist es nicht. Es bedarf Reformen. Das heißt, es braucht ein Kulturentwicklungskonzept. Es wird sehr oft Linz 09 genannt, aber Linz hatte seit 10 Jahren ein Kulturentwicklungskonzept. Und viele Grazer arbeiten im Team von Linz mit. Was mir abgeht: Was wird getan, wo werden die Konzepte geschrieben? Mir kommt vor, es wird in dieser Richtung gar nichts getan.

G. Fuchs: Ich will keine Sachen entwickeln, wo ich weiß, dass Graz sich das in den nächsten Jahren nicht wird leisten können.

K. Herper: Es muss auch eine Wertediskussion für die Kultur stattfinden.

Kommentar aus dem Publikum: Ich möchte mich dem anschließen, dass man künftig Strategien entwickelt soll im Bereich Kunst und Kultur. Wenn man sich ansieht, dass die Steiermark bundesweit 4 % der Mitteln abschöpft, die im Kulturbereich verteilt werden und das mit der Einwohnerzahl in Vergleich stellt, schaut es dürftig aus. Und wenn man sich anschaut, dass Wien mehr Kulturbudget als der Bund hat, sieht es weitaus dürftiger aus. Und wenn man vergleicht, dass die Stadt Graz ca. 45% in den institutionalisierten Theatern- und Opernbetrieb stellt, Linz mit 35% und Salzburg mit 25% - ohne Salzburger Festspiele - darunter liegt, erkennt man einen Trend zur Repräsentationskultur. Ich würde behaupten wollen, gerade darin liegt das Problem. Andere Regionen positionieren sich und entwickeln einen Kunstbegriff, der ausstrahlt und über den über das eigene Sein hinausstrahlt. Daran muss dringend gearbeitet werden. Sofort müsste Lobbying in Wien gemacht werden. Positionierung könnte man schaffen, indem man Kunst und Wissenschaft zusammenbringt, experimentelle Kunstformen fördert und Institutionen fördert, die das seit langer Zeit machen, wie den „steirischen herbst“. Sonst vergibt man Chancen, die man nicht mehr aufhalten kann.

Kommentar aus dem Publikum: Die Evaluierungen könnten die Basis bilden für ein Konzept, das ausstrahlt.

Kommentar aus dem Publikum: Ich finde Evaluierungen sind immer ein Abgeben von Inhalten und Ideen. Man müsste zu den Leuten aus der Freien Szene gehen. Das Geld ist sicher da – nur wohin wird es gegeben. Und diese aufgesetzten Bürgerbeteilungen. Was ist das? Das ist ein Dreck.

Kommentar aus dem Publikum: Man kann die Ressourcen vernetzen.

Kommentar aus dem Publikum: Ich fordere einen anderen Zugang zur Kultur von den Politikern. Kultur ist ein Diskurs.

M. Petrowitsch: Bitte, ein Schlusssatz von den Politikern.

S. Binder: Die Kritik war notwendig, und ich nehme sie sehr ernst.

K. Herper: Mir hat sehr gut gefallen, der Ansatz mit der verstärkten Zusammenarbeit mit dem Land. Ich habe auch die Ministerin Schmied eingeladen.

W. Miedl: Ich denke, mir hat die Diskussion einige neue Erkenntnisse gebracht. Das Konzept werden wir entwickeln. Ich denke, das soll man tun. Ich werde morgen mit dem Kulturamtsleiter reden, dass man sehr breit diskutiert und einladet. Das sind wir Ihnen schuldig. Die Vernetzung gibt es, die gibt es auch mit dem Land. Ich habe keine Berührungsängste mit Flecker. Wir haben das Kulturstättenkonzept, bei dem Flecker beteiligt sein wird. Der wird viele von Ihnen zufrieden stellen, denke ich.

M. Uray-Frick: Ein ständiger Diskussionsprozess ist ein ständiger Lernprozess für die Politiker. Kultur ist in vielen Parteien ein Randthema – auch in anderen Parteien.

G. Fuchs: Umverteilung von den Großen zur Freien Szene, dann geht es auch in Graz besser. Große Visionen sind Illusion. Wenn das Budget rosiger ausschaut, dann kann man über Großprojekte sprechen.

M. Petrowitsch: Ich fasse kurz zusammen: Graz ist doch nicht so arm und morgen wird begonnen, ein Konzept zu erarbeiten, das uns die nächsten Jahrzehnte vorwärts treibt.

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